Kaiserslautern – Tagung des IPGV zur Zwangsarbeit

Aspekte der Zwangsarbeit in der Pfalz
Eine Tagung zu „Internierung, Arbeit, Unterdrückung: Aspekte der Zwangsarbeit in der Pfalz 1939-1945“ veranstalten das Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde (IPGV) und des Zentralarchivs des Bezirksverbands Pfalz am Freitag, 22. November, von 9.30 bis 17.45 Uhr im Business und Innovation Center (bic) in Kaiserslautern, Trippstadter Straße 110. Zwangsarbeit gehörte zum Kriegsalltag an der „Heimatfront“ und war das im Deutschen Reich zahlenmäßig größte und öffentlich sichtbarste NS-Verbrechen von gesamteuropäischer Dimension. Auch in der Pfalz mussten im Zweiten Weltkrieg Kriegsgefangene und ausländische Zivilisten und Zivilistinnen Zwangsarbeit leisten, nicht nur in Industriezentren wie Ludwigshafen oder Kaiserslautern, sondern überall, in Städten wie in Dörfern.
Auf dem Höhepunkt 1944 waren mindestens 70.000 ausländische Arbeitskräfte beispielsweise in Industrieunternehmen, in der Land- und Forstwirtschaft, bei der Reichsbahn, in städtischen Betrieben oder in Privathaushalten tätig. Ihre Unterbringung erfolgte in Hunderten von Lagern (vom umfunktionierten Gasthaus bis hin zur regelrechten Lagerstadt) oder bei Privatleuten. Der „ausländische Arbeitseinsatz“ war eine unverzichtbare Säule der expandierenden und an Personalmangel leidenden deutschen Kriegswirtschaft; gleichzeitig stand er im Widerspruch zur rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus und war von Unterdrückungs- und Verfolgungsmaßnahmen geprägt.
Die Tagung wirft Schlaglichter auf die aktuelle Lokal- und Regionalforschung zum Thema und richtet sich sowohl an ein Fachpublikum als auch an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Genauer beleuchtet werden das Durchgangslager Pirmasens-Nord und das Sammellager Landesarbeitsamt Westmark für ausländische Arbeitskräfte in Theley, die Rolle der Gestapo in Neustadt bei der Verfolgung der Zwangsarbeitenden, die Zwangsarbeit in Bad Dürkheim sowie in Zweibrücken.
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos, eine Anmeldung bis 15. November erforderlich unter Telefon 0631 3647-303 oder per Mail an info@institut.bv-pfalz.de.
Das neuentstehende Durchgangslager auf der Biebermühle in Pirmasens-Nord: „Ostarbeiterinnen und Ostarbeiter“, Frühjahr 1942 | Foto: Striemann, Lichtbildwerkstätte Pirmasens; Privatarchiv Bernd Stephan.
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