Klimaschutz wird zur dauerhaften Aufgabe in rheinland-pfälzischen Kommunen

Klimaschutzmanagement wird in rheinland-pfälzischen Kommunen zunehmend zu einer dauerhaften Aufgabe. Immer mehr Städte, Gemeinden und Landkreise schaffen feste Strukturen und setzen auf qualifizierte Klimaschutz- und Energiemanager. Aktuell sind in rheinland-pfälzischen Kommunen 136 Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager (KSM) aktiv, zwei Drittel dieser Stellen sind bereits verstetigt. Auch die Zahl der Energiemanager wächst kontinuierlich: In mehr als 60 Kommunen sind inzwischen Energiemanagements eingerichtet. Dabei übernehmen die Fachkräfte längst nicht mehr nur einzelne Projekte: Sie bauen Strukturen auf, koordinieren Verwaltungsbereiche und tragen Verantwortung für konkrete Vorhaben der Energiewende.
„Klimaschutz wirkt vor Ort dann besonders gut, wenn er dauerhaft in den kommunalen Strukturen verankert ist. Dafür braucht es nicht nur gute Konzepte, sondern auch Menschen, die Verantwortung übernehmen, Wissen in die Verwaltung bringen und Projekte über längere Zeit begleiten. Die Entwicklung in Rheinland-Pfalz zeigt, dass aus zunächst geförderten Projektstellen tragfähige und dauerhafte Strukturen entstehen können“, sagt Benjamin Herrmann Abteilungsleiter Regionalbüros bei der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz.
Von der Projektstelle zur kommunalen Verantwortung
In vielen Kommunen wurde ein Klimaschutzmanagement zunächst über zeitlich befristete Förderprogramme aufgebaut. Diese Anschubfinanzierung war und ist ein wichtiger Impuls, um Klimaschutzkonzepte zu entwickeln, erste Maßnahmen umzusetzen und Fachkompetenz in die Verwaltungen zu holen. Entscheidend ist nun, dass diese Strukturen über einzelne Förderperioden hinaus Bestand haben.
Dass sich Klimaschutzmanagement zunehmend zu einem festen Bestandteil kommunaler Strukturen entwickelt, zeigen Beispiele aus verschiedenen Regionen des Landes: Johanna Liebl, Klimaschutzmanagerin in Nastätten, ist zugleich stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der EGOM Energiegenossenschaft. Max Weber, Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde Montabaur, ist Vorstand der AöR „Verbandsgemeinde Montabaur Erneuerbare Energien“. In Neustadt entwickelte sich Marcel Schwill vom Klimaschutzmanager zum Leiter einer Stabsstelle und war maßgeblich an deren konzeptionellem Aufbau beteiligt; zugleich bringt er das Cradle-to-Cradle-Prinzip in die Landesgartenschau 2027 ein. Johannes Praeder, Klimaschutzmanager der Stadt Wittlich, ist Geschäftsführer der Gesellschaft, die die Windenergieanlagen für die Stadt plant und betreibt. In der Verbandsgemeinde Birkenfeld engagiert sich Ralf Schäfer als Klimaschutzmanager zugleich in der AöR für erneuerbare Energien. Frank-Michael Uhle ist neben seiner Tätigkeit als Klimaschutzmanager auch einer der Geschäftsführer der Kreis-Energie-Gesellschaft Rhein-Hunsrück.
Diese Beispiele zeigen: Aus einer zunächst projektbezogenen Stelle kann eine dauerhafte kommunale Verantwortungsfunktion entstehen. Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager werden damit zu wichtigen Akteuren bei der Entwicklung von Verwaltungsstrukturen und der Umsetzung konkreter Energie- und Klimaschutzprojekte.
„Die Verstetigung von Klimaschutzmanagements bedeutet mehr als die Sicherung einzelner Stellen. Sie schafft dauerhaftes Wissen, gewachsene Netzwerke und klare Verantwortlichkeiten in den Kommunen. Damit können Projekte konsequenter verfolgt, Fördermöglichkeiten noch besser genutzt und Investitionen strategischer vorbereitet werden. Klimaschutzmanagement wird so zu einem festen Bestandteil leistungsfähiger kommunaler Verwaltung und kann zur nachhaltigen Entlastung kommunaler Haushalte beitragen“, so Benjamin Herrmann.
Klimaschutz ist eine Querschnittsaufgabe
Klimaschutz betrifft nahezu alle Bereiche kommunalen Handelns. Ob Hochbau, Stadtplanung, Finanzen, Beschaffung, Mobilität oder Liegenschaftsmanagement – überall werden Entscheidungen getroffen, die Auswirkungen auf Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen und die langfristige Entwicklung einer Kommune haben.
Klimaschutz-, Klimaanpassungs- und Energiemanager bringen dafür spezielles Fachwissen in die Verwaltung ein. Sie koordinieren unterschiedliche Fachbereiche, entwickeln Strategien weiter, begleiten Förderanträge und Projekte und sorgen dafür, dass vorhandene Potenziale genutzt werden. Je stärker sie in die bestehenden Verwaltungsstrukturen eingebunden sind, desto unmittelbarer können sie Entscheidungen und Investitionen mitgestalten.
Fachkompetenz schafft Handlungsmöglichkeiten
Mit der zunehmenden Zahl entsprechender Fachstellen wächst auch die fachliche Kompetenz in den Kommunen. Klimaschutzmanagerinnen und -manager können Maßnahmen aus Klimaschutzkonzepten weiterentwickeln, Fördermöglichkeiten erschließen, Akteure vor Ort vernetzen und Bürgerinnen und Bürger für Klimaschutzprojekte gewinnen.
Im Tandem mit Energiemanagerinnen und -managern können diese kommunale Energieverbräuche systematisch erfassen, Einsparpotenziale identifizieren und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz begleiten. Gerade im kommunalen Gebäudebestand liegen erhebliche Potenziale. Spezialisierte Fachstellen schaffen die notwendigen Ressourcen, um diese Potenziale systematisch zu erschließen.
Davon profitieren nicht nur die Klimaschutzziele des Landes. Auch für die Kommunen ergeben sich konkrete Vorteile: Ein geringerer Energieverbrauch senkt laufende Kosten, Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien können langfristig die Abhängigkeit von Energiepreisentwicklungen reduzieren. Gleichzeitig können Kommunen Fördermöglichkeiten gezielter nutzen und Projekte professioneller vorbereiten.
Klimaschutz dauerhaft verankern
Die Entwicklung zeigt: Klimaschutz in den Kommunen wird vom Projekt zur dauerhaften Aufgabe. Mit mehr Fachkräften, verstetigten Stellen und einer stärkeren Einbindung in die kommunalen Verwaltungsstrukturen entstehen die Voraussetzungen dafür, dass Klimaschutz und Energieeffizienz wirksamer umgesetzt werden können.
Klimaschutzmanagement stärkt damit nicht nur den Klimaschutz, sondern die Handlungsfähigkeit der Kommunen insgesamt. Wo Fachwissen dauerhaft vorhanden ist und Verantwortung klar verankert wird, können Projekte schneller entwickelt, Fördermittel gezielter eingesetzt und Investitionen langfristig geplant werden. Die Verstetigung und der weitere Ausbau des kommunalen Klimaschutz- und Energiemanagements sind deshalb eine Investition in die Zukunftsfähigkeit der Kommunen in Rheinland-Pfalz.
Quelle/ Logo: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
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