Permanente Erreichbarkeit im Remote-Job besser vermeiden

txn. Bei vielen Remote-Jobs spielt sich eine Gratwanderung ab: Die digitale Tür zum Büro steht ständig offen, Benachrichtigungen ploppen im Minutentakt auf, die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit verschwimmen – oft unbemerkt. Im Homeoffice mit Vorteilen wie geringerer Pendelzeit, mehr Flexibilität und konzentrierterem Arbeiten entsteht ein neues Spannungsfeld: die permanente Erreichbarkeit. Es wirkt zunächst wie ein Zeichen von Engagement, kann jedoch zur Belastung werden, wenn die Zeit nicht bewusst gestaltet wird.
Wer von zu Hause arbeitet, erlebt oft eine Überlappung von beruflichen und privaten Anforderungen. Das Smartphone liegt griffbereit, der Laptop bleibt auch nach Feierabend offen und digitale Kommunikation findet nebenbei statt. Daraus entsteht das Gefühl, ständig reagieren zu müssen – selbst in Momenten, die eigentlich Erholung, Familie oder Privatsphäre vorbehalten sind. Der Übergang gleitet unmerklich vom fokussierten Arbeiten in ein digitales Dauerrauschen. Gerade deshalb stellt sich weniger die Frage, ob Homeoffice funktioniert, sondern wie es gesund gestaltet werden kann. Ein zentraler Baustein dafür ist der achtsame Umgang mit Erreichbarkeit: bewusst, reflektiert und mit klaren Regeln, die die eigene Konzentration und Erholung schützen.
In diesem Zusammenhang betont Petra Timm, Pressesprecherin bei Randstad, einen Punkt, der im Arbeitsalltag leicht unterschätzt wird: „Eine der wirksamsten Maßnahmen gegen ständige Erreichbarkeit ist ein fester Zeitpunkt zum bewusst digitalen Abschalten wer ihn täglich einhält, gibt dem Arbeitsalltag eine klare Kante und gewinnt Energie zurück.“ Achtsamkeit im Homeoffice entsteht nicht von allein. Es braucht Strukturen, die helfen, den mentalen Schalter umzulegen. Ein klar definierter Tagesabschluss, feste Arbeitsfenster und Pausen, die nicht von E-Mails oder Chats durchbrochen werden, fördern jene Ruhe, die im Homeoffice sonst leicht verloren geht.
Klare Grenzen sind wichtig – räumlich, zeitlich und mental. Ein definierter Arbeitsbereich, feste Start- und Endzeiten, das Abschalten von Signaltönen an Laptop und Smartphone sowie kleine Rituale unterstützen die Trennung zwischen Beruf und Privatleben. Hilfreich wirkt es, Ablenkungen zu reduzieren und klare Routinen zu schaffen, damit Erreichbarkeit nicht automatisch in ständige Verfügbarkeit umschlägt. Der achtsame Umgang damit bedeutet, Prioritäten zu setzen: konzentriert arbeiten, bewusst kommunizieren und ebenso bewusst offline sein. In einem Raum, der Leben und Arbeit umfasst, kann diese Trennung zu innerer Ruhe, besserer Fokussierung und einem nachhaltig gesunden Arbeitsstil beitragen.
txn. Eine Kaffeepause am Nachmittag: ein notwendiges Ritual, damit Job und persönliche Auszeiten nicht verschwimmen.
Foto: txn/Adobe Stock_Marcelino Victor M./Randstad
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