Niedliche Tierclips mit Folgen: Wie Social Media Wildtierleid fördert

(akz-o) Ein Otter im Wohnzimmer, ein Affe in Kinderkleidung oder eine Wildkatze auf dem Sofa: Solche Videos erzielen in sozialen Netzwerken oft Millionen von Aufrufen. Die Tiere wirken zahm, verspielt und glücklich. Was viele Nutzerinnen und Nutzer jedoch nicht sehen: Hinter den Aufnahmen steckt häufig großes Leid für die Tiere. Die Welttierschutzgesellschaft (WTG) warnt davor, dass die Darstellung von Wildtieren als Haustiere auf Social Media die Nachfrage nach exotischen Tieren fördern und damit erheblich zum Tierleid beitragen kann.
Virale Bilder mit problematischer Wirkung
Wildtiere üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Werden sie in privaten Haushalten gezeigt, entsteht schnell der Eindruck, sie seien geeignete Haustiere. Genau darin liegt nach Einschätzung von Tierschutzorganisationen ein großes Problem. Denn die meisten Wildtiere haben komplexe Bedürfnisse, die in privater Haltung kaum erfüllt werden können. „Die private Haltung von Wildtieren ist ein zunehmend großes Problem für den Tierschutz“, sagt Wiebke Plasse, Leiterin Kommunikation der Welttierschutzgesellschaft. Nur in ihrem natürlichen Lebensraum könnten Wildtiere ihre artspezifischen Verhaltensweisen ausleben und ein möglichst artgerechtes Leben führen. Werden sie in sozialen Netzwerken als niedliche Begleiter oder Familienmitglieder inszeniert, könne dies Nachahmerinnen und Nachahmer motivieren.
Analyse zeigt Ausmaß des Problems
Wie präsent das Thema inzwischen in sozialen Netzwerken ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung von SMACC (Social Media Animal Cruelty Coalition), einem internationalen Bündnis gegen Online-Tierleid, dem auch die Welttierschutzgesellschaft angehört. Für die Analyse wurden mehr als 80.000 Beiträge aus dem Jahr 2024 ausgewertet.
Das Ergebnis: Die Darstellung von Wildtieren in privater Haltung zählt zu den drei am häufigsten festgestellten Tierleid-Themen auf Social Media. Viele Beiträge vermitteln ein positives Bild von der Haltung exotischer Tiere, während die Folgen für deren Wohlergehen meist ausgeblendet bleiben.
Was Nutzerinnen und Nutzer tun können
Wer auf problematische Inhalte stößt, sollte diese nach Möglichkeit direkt bei den jeweiligen Plattformen melden. Von anderen Reaktionen raten Tierschutzorganisationen dagegen ab. Selbst negative Kommentare oder Wut-Emojis können dazu beitragen, die Reichweite eines Beitrags zu erhöhen und damit seine Verbreitung zu fördern. Gleichzeitig sehen Tierschützer:innen (www.welttierschutz.org/petition) die Plattformbetreiber in der Verantwortung. Nach Angaben von SMACC wurde nur rund ein Drittel der beanstandeten Inhalte entfernt. Aus Sicht der Welttierschutzgesellschaft braucht es deshalb wirksamere Maßnahmen gegen Beiträge, die Tierleid verharmlosen oder die Haltung von Wildtieren als erstrebenswert darstellen. Die wichtigste Botschaft bleibt dabei einfach: Wer Wildtiere liebt, bewundert sie in der Natur – und nicht im Wohnzimmer.
Quelle: AKZ | Foto: pexels.com/Welttierschutzgesellschaft e.V./akz-o
Aktuelle Beiträge
23. Juni 2026
Events
The Black Lane – AUF DEM ALTSTADTFEST IN KAISERSLAUTERN!
4. Juli 2026 - 14:30 Uhr bis 16:00 Uhr
BUNT GEMISCHT
21. Juni 2023
29. Dezember 2024
1. Januar 2025
24. Mai 2025
6. April 2026
22. Januar 2025
2. Mai 2024
24. April 2020
12. Juli 2023
15. März 2023
21. Mai 2024
5. Juli 2025
24. Juli 2024
14. Juni 2026
2. November 2025
19. April 2025
11. Oktober 2025
24. Juli 2023
16. Mai 2025
5. Januar 2025
15. März 2023
10. Januar 2025
20. Februar 2025
20. Juli 2023
30. März 2025
7. Juni 2025
21. Juni 2026
14. Januar 2022
1. Januar 2026
27. Dezember 2025
18. Januar 2025
11. Dezember 2023
18. Dezember 2023
22. Februar 2025
18. Februar 2026



