Günstige Kassenmodelle enttäuschen

Rollatoren müssen komfortabel, sicher und stabil sein, damit sie eine gute Unterstützung im Alltag sind. In der aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest zeigen sich allerdings erhebliche Qualitätsunterschiede: Vor allem die Standardrollatoren, die üblicherweise die Krankenkassen finanzieren, konnten nicht überzeugen.
Ins Prüflabor kamen acht Leichtgewichtrollatoren aus Aluminium oder Carbon zu Preisen von 160 bis 556 Euro sowie drei günstige Standardmodelle aus Stahl für unter 100 Euro.
Erfahrene Nutzerinnen und Nutzer testeten die Fahreigenschaften und Handhabung sowohl in der Wohnung als auch im Freien – auf verschiedenen Untergründen, an Bordsteinen und beim Transport. Im Labor mussten die Rollatoren einen Schadstofftest sowie eine Dauer- und Belastungsprüfung überstehen und zeigen, dass die Bremsen auf nasser und trockener Fläche zuverlässig funktionieren.
„Ein guter Rollator kann Menschen dazu befähigen, wieder rauszugehen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ihre Selbstständigkeit zu erhalten“, erklärt Claudia Till, Expertin für Mobilitätsthemen bei der Stiftung Warentest. „Die Leichtgewichtmodelle überzeugten fast alle mit guten Fahreigenschaften, auch auf unebenen Wegen. Die schweren Standardrollatoren hingegen erfordern mehr Kraft und vibrieren stark auf holprigen Strecken.“
Besonders beim Überwinden von Bordsteinen zeigten sich die Unterschiede deutlich: Das schwerste Modell mit mehr als 9 Kilo muss komplett über die Kante gehoben werden – für Menschen mit wenig Kraft kaum möglich.
Problematisch sind die Funde krebserregender Schadstoffe in den Griffen der Modelle Drive Medical Cristallo und B+B Capero. Zwar besteht keine akute Gesundheitsgefahr, doch längerer Hautkontakt birgt gesundheitliche Risiken.
Die ausführlichen Testergebnisse der geprüften Rollatoren erscheinen in der September-Ausgabe der Stiftung Warentest und unter www.test.de/rollatoren.
Quelle „Stiftung Warentest“
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