Pirmasens – Dreikönigssingen: Oberbürgermeister empfängt die Sternsinger

Die Sternsinger kommen. Oberbürgermeister Markus Zwick empfängt am Samstag, 10. Januar 2026, die Heiligen Drei Könige. Gegen 9.30 Uhr werden Caspar, Melchior und Balthasar im Rathaus Neujahrswünsche übermitteln und auf ihre Hilfsaktion aufmerksam machen. Ab 10 Uhr haben Wochenmarkt-Besucher auf dem Exerzierplatz die Gelegenheit für einen guten Zweck zu spenden.

Das Motto der 68. Aktion lautet „Schule statt Fabrik“. Damit wollen die Macher ein Signal gegen Kinderarbeit in Entwicklungsländern setzen und aufzeigen, wie wichtig die Kinderrechte auf Schutz und Bildung sind. Das Kindermissionswerk will nach eigenen Angaben Kinder und Erwachsene ermutigen, sich gegen Kinderarbeit einzusetzen – im eigenen Umfeld, beim eigenen Konsum und durch den Einsatz beim Sternsingen. Beispielland ist diesmal Bangladesch. Die Spenden, die die Sternsinger sammeln, fließen jedoch unabhängig davon in Hilfsprojekte für Kinder und Jugendliche in rund hundert Ländern weltweit.

Auch in Pirmasens sind die Sternsinger wieder in den Straßen unterwegs und besuchen auch die Stadtverwaltung. In prächtigen Gewändern, mit funkelnden Kronen und leuchtendem Stern verkünden Caspar, Melchior und Balthasar die frohe Botschaft von der Geburt Jesu, wünschen Gottes Segen für das neue Jahr und bitten um Spenden. Nachdem die Mädchen und Jungen aus der Pfarrei Seliger Paul Joseph Nardini Lieder vorgetragen haben, wird ein Sternsinger mit Kreide den Segen „20*C+M+B+26“ („Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“) an die Holztür des Ratssaales schreiben.

Oberbürgermeister Markus Zwick wird sich im Namen der Verwaltungsspitze bei den kleinen und großen Königen für ihren Einsatz bedanken und den Sternsingern eine Geldspende überreichen. Die Delegation steht stellvertretend für rund 70 Mädchen und Jungen der Pfarrei, die bis zum 7. Januar 2026 – begleitet von etwa 15 Erwachsenen – von Haus zu Haus ziehen. Außer in der zentralen Innenstadt sind die Gruppen auch wieder auf dem Horeb, im Winzler Viertel, auf dem Kirchberg und auf dem Sommerwald sowie in den Ortsbezirken Winzeln und Fehrbach unterwegs. Am 6. und 7. Januar besuchen die Heiligen Drei Könige auch zahlreiche Kindertagestätten sowie Alten- und Pflegeheime in der Siebenhügelstadt.

„Der Segen der Sternsinger ist ein wichtiges Zeichen für Hoffnung, Zuversicht und Zusammenhalt. Und danach sehnen sich viele Mitbürger in Zeiten wie diesen ganz besonders“, betont Oberbürgermeister Markus Zwick. Der Verwaltungschef freut sich auf den Besuch im Rathaus und lobt das Engagement der Sternsinger, die sich dafür stark machen, damit Mädchen und Jungen möglichst geborgen aufwachsen und ihre Talente entfalten können.

Traditionell werden die eingehenden Spendengelder auf verschiedene Projekte aufgeteilt. So fließt ein Teil der gesammelten Spenden nach Chile, wo sich der aus Pirmasens stammende Steyler Missionar Paul Oden über Jahrzehnte bis zu seinem Tod am 13. Januar 2017 für die Ärmsten der Armen eingesetzt hat. Die von Bruder Paul gegründete Stiftung „Niños en la Huella“ (Kindern auf der Spur) fördert Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien in Iquique.

Außerdem unterstützen die Sternsinger der Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini das segensreiche Wirken von Bruder Karl Schaarschmidt (79). Der gebürtige Pfälzer, Steyler Missioniar, Schreinermeister und Bautechniker, lebt seit 1985 in Kenia. Der umtriebige Ordensmann baute zunächst im Nordosten von Kenia, in einer Halbwüste in der Nähe von Somalia, mit Einheimischen und mit der finanziellen Unterstützung aus der Pfälzer Heimat Hohlblocksteine und Dachziegeln aus Wüstensand und Zement. Daraus sind inzwischen eine Grund- und Handwerkerschule, ein Pfarrzentrum und eine Wohnung für Missionare erwachsen. Die Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht es, dass die von ihm ausgebildeten Handwerker jetzt auch kleine Häuser für die Bevölkerung bauen, die noch in Grashütten wohnen. Mittlerweile hat Karl Schaarschmidt drei Missionsstationen in Garba Tulla, in Dol Dol und eine Pfarrei im Slum von Nairobi aufgebaut.

Hintergrund: Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ ist das Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland und eine von 120 Kinderhilfeeinrichtungen weltweit. In mehr als einhundert Ländern unterstützt es die Arbeit von Ordensschwestern und –brüdern, von Priestern und Laien, von Entwicklungshelfern und Freiwilligen, die sich für Not leidende Kinder einsetzen. Das Dreikönigssingen ist die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Seit Beginn im Jahr 1959 haben die Sternsinger mehr als eine Milliarde Euro an Spenden gesammelt. Rund 77.400 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa konnten damit seit Beginn der Solidaritätsaktion unterstützt werden. Im Bistum Speyer ziehen Kinder und Jugendliche aus 200 Pfarreien, Gruppen und Einrichtungen als Sternsinger von Tür zu Tür. Die bunt gewandeten Könige bringen Gottes Segen für das neue Jahr und sammeln Spenden für Kinder in Not. Im Jahr 2025 waren das allein im Bistum Speyer rund 1,53 Millionen Euro – davon stammen mehr als 12 000 Euro aus dem Dreikönigssingen der Großpfarrei Seliger Paul Josef Nardini. Wer Besuch von den Sternsingern wünscht, kann sich gerne mit dem Pfarrbüro in Verbindung setzen und seine Anschrift hinterlassen (Telefon: 06331/7257740; E-Mail: pfarrbuero@pjnardini-ps.de).

Stichwort: Als Kindearbeit bezeichnet man Einkommen schaffende Tätigkeiten, für die Kinder zu jung sind, die sie vom Schulbesuch abhalten und die ihrer Gesundheit und Entwicklung schaden. Die Weltgemeinschaft hat ihr Ziel, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, nicht erreicht. 138 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten, 54 Millionen von ihnen unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Produkte aus Kinderarbeit gelangen auch in Deutschland in den Handel. Partnerorganisationen der Sternsinger setzen sich in vielen Ländern dafür ein, Kinder aus Arbeit zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. Sie sensibilisieren Eltern, Gemeinden, Unternehmen und Behörden für Kinderrechte. Nur wenn diese umgesetzt werden, lässt sich der Teufelskreis von Armut, Kinderarbeit und fehlenden Aufstiegschancen durchbrechen.

Beispielland der diesjährigen Sternsinger-Aktion ist Bangladesch. Etwa ein Drittel der 167 Millionen Einwohner leben in Armut. Um zum Familienunterhalt beizutragen, brechen viele Mädchen und Jungen die Grundschule ab und gehen arbeiten. Trotz Fortschritt im Kampf gegen Kinderarbeit arbeiten in Bangladesch noch rund 1,8 Millionen Mädchen und Jungen, darunter 1,1 Millionen unter ausbeuterischen und gefährlichen Bedingungen, berichtet das Kindermissionswerk. Zwei Projekte dort zeigen, wie das Engagement der Sternsinger dazu beiträgt, die Situation zu bekämpfen. So bildet etwa die Caritas Kinder und Jugendliche armer und benachteiligter indigener Bevölkerungsgruppen aus. Auf dem offiziellen Plakatmotiv der aktuellen Kampagne ist die zwölfjährige Nour aus Bangladesch zu sehen.

www.sternsinger.de

BU: Jeder Euro hilft. Straßenkinder in Südamerika, Aids-Waisen in Afrika oder Not leidende Kinder in anderen Teilen der Welt – auch in Pirmasens sind Jugendliche beim Dreikönigssingen von Haus zu Haus unterwegs, um Spenden für Gleichaltrige zu sammeln. (Foto: Mika Väisänen / Kindermissionswerk)

Treffpunkt: Samstag, 10. Januar 2026, 9.30 UhrRathaus am Exerzierplatz, 2. OG, Ratssaal, Exerzierplatzstraße 17, 66953 Pirmasens

Datum: 3. Januar 2026|Thema: Aus der Region, Facebook, Kaiserslautern, Pirmasens, Top Aktuell|

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