Kaiserslautern – Schulz mahnt zu Verteidigungsbereitschaft

Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Hauptfriedhof
Am Sonntag, den 16. November, fand auf dem Ehrenfriedhof des Hauptfriedhofes die jährliche Gedenkfeier zum Volkstrauertag statt. Zu dieser Veranstaltung, die von der Stadtverwaltung Kaiserslautern und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge organisiert wurde, waren zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Bundeswehr und Reservisten gekommen, um der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken. Die Feier wurde musikalisch vom Kolpingblasorchester Kaiserslautern 1912 e.V. begleitet. Als Festredner traten Bürgermeister Manfred Schulz und Pastoralreferent Andreas Braun von der Pfarrei Maria Schutz auf.
Bürgermeister Schulz erinnerte in seiner Ansprache an die Millionen von Opfern, die in den beiden Weltkriegen und weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen ihr Leben verloren haben. Er betonte die Bedeutung des Friedens, der in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg in einer einzigartigen Weise erhalten geblieben ist.
„Deutschland hat das Glück, seit dem Zweiten Weltkrieg im Frieden zu leben“, sagte Schulz. „Doch in einer Welt, die zunehmend von Unsicherheit geprägt ist, stellt sich für uns die Frage: Wie können wir den Frieden bewahren? Wie können wir die Werte, für die wir stehen – Freiheit, Demokratie, Respekt und Gerechtigkeit – schützen und verteidigen?“
Der Bürgermeister ging auch auf die aktuelle geopolitische Lage ein und sprach die Bedrohungen an, die durch aggressive Außenpolitiken wie die von Russland ausgehen. Insbesondere der Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 habe deutlich gemacht, dass auch militärische Konflikte jederzeit wieder auf der Tagesordnung stehen könnten. „Frieden zu bewahren ist ein Ziel, für das wir uns täglich einsetzen müssen – in der Politik und vor allem in der Diplomatie. Eine starke Verhandlungsposition hat jedoch nur derjenige, der auch über ein starkes Militär verfügt“, so Bürgermeister Schulz weiter.
In seiner Rede betonte Schulz die Notwendigkeit, die Verteidigungsbereitschaft zu stärken und die Bundeswehr mit moderner Ausrüstung sowie einer exzellenten Ausbildung auszustatten. Ebenso hob er die Bedeutung der Bündnistreue zur NATO hervor und kritisierte, dass Deutschland in den vergangenen Jahren seinen finanziellen Verpflichtungen nicht immer nachgekommen sei.
Neben den nationalen und internationalen Herausforderungen unterstrich Schulz auch die Verantwortung der kommunalen Ebene. Die Stadtverwaltung Kaiserslautern investiert in die zivile Verteidigung, um die Versorgung der Bevölkerung im Krisenfall sicherzustellen. Dazu gehören unter anderem Alarmierungspläne, die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Verwaltung und der Schutz kritischer Infrastrukturen. „Auch wir als Stadt sind gefragt, Strukturen zu schaffen, um im Ernstfall die Versorgung der Menschen sicherzustellen“, betonte Schulz.
Zum Abschluss seiner Rede sagte er: „Der Volkstrauertag ist ein Tag der Mahnung, der Erinnerung und der Reflexion. Frieden ist nie selbstverständlich. Das ist die Erkenntnis, die uns die Geschichte lehrt.“
Foto: Stadt Kaiserslautern
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