Kaiserslautern – Jörg Heieck erhält Kulturpreis 2026

Bürgermeister Manfred Schulz würdigt fotografisches Werk – Ausstellung „Anti-Entropie“ eröffnet

Jörg Heieck ist mit dem Kulturpreis Kaiserslautern 2026 ausgezeichnet worden. Bei einer Feierstunde in der Fruchthalle überreichte Bürgermeister und Kulturdezernent Manfred Schulz am Samstagabend den Preis. Gewürdigt werden mit dem Kulturpreis sowohl Heiecks eigenständiges, international beachtetes fotografisches Werk als auch sein jahrzehntelanges Engagement für das kulturelle Leben Kaiserslauterns. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, darunter viele Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturschaffende, hatten ihn für die Auszeichnung vorgeschlagen. Die Entscheidung des Kulturausschusses war einstimmig gefallen. Gemeinsam mit der Stadt ermöglicht die Sparkassenstiftung für Kunst und Kultur die Vergabe der Auszeichnung.

„Jörg Heieck zeigt uns unsere Stadt – aber er zeigt sie nicht einfach so, wie wir sie ohnehin kennen. Er fordert uns auf, genauer hinzusehen. Und manchmal auch, anders hinzusehen“, betonte Schulz in seiner Laudatio. Der promovierte Physiker verbinde wissenschaftliche Präzision mit künstlerischer Offenheit. Seine Fotografie hinterfrage gewohnte Wahrnehmungsmuster und eröffne neue Perspektiven auf Wirklichkeit.
Seit Jahrzehnten begleitet Heieck Kaiserslautern und die Pfalz fotografisch. Dabei interessieren ihn insbesondere Architektur, industrielle Spuren und urbane Veränderungen. Publikationen wie „Himmelreich – Bilder aus der Pfalz“, „Lauterland“ und „Kaiserslautern. Ansichten“ dokumentieren diese kontinuierliche Auseinandersetzung. Auch der zum Stadtjubiläum erschienene Bildband „Mein Kaiserslautern/Lautre“ verbindet historische Aufnahmen mit aktuellen Perspektiven und schafft ein visuelles Zeitdokument der Stadtentwicklung. „Damit leistet Jörg Heieck einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Gedächtnis Kaiserslauterns“, so Schulz. Sein Werk reiche zugleich weit über die Region hinaus. Seine Fotografien wurden unter anderem in der Kunsthalle Mannheim und im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen gezeigt.

Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit engagiert sich Heieck für die Vermittlung zeitgenössischer Fotografie. Mit dem von ihm betriebenen und kuratierten „Brownian Motion“ Art Space hat er einen Ort für internationale Fotokunst in Kaiserslautern geschaffen. Als Gründungsmitglied des Kulturwerks Pfaff setzt er sich außerdem für die kulturelle Entwicklung des ehemaligen Industrieareals ein. „Jörg Heieck versteht Kultur nicht allein als individuelles künstlerisches Schaffen. Er begreift sie auch als gemeinsame Aufgabe“, unterstrich der Bürgermeister.
Im Anschluss an die Preisverleihung wurde Heiecks Ausstellung „Anti-Entropie“ eröffnet. Sie versammelt fotografische Arbeiten aus unterschiedlichen Werkphasen und beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld von Ordnung und Unordnung, Struktur und Zerfall. Landschaften, geologische Strukturen, Chemigramme und architektonische Räume bilden den Ausgangspunkt einer künstlerischen Auseinandersetzung, in der das Gegenständliche zunehmend in abstrakte Bildwelten übergeht. Licht, Material, Zeit und chemische Prozesse spielen dabei ebenso eine Rolle wie Zufall und Intuition.

Die Ausstellung ist bis zum 15. November in der Fruchthalle zu sehen. Weitere Stationen sind Neustadt, Bamberg und Landau. Für das kommende Jahr ist zudem ein vom Land Rheinland-Pfalz gefördertes Buchprojekt geplant.

Quelle: Stadt Kaiserslautern | BU: Kulturreferatsleiter Christoph Dammann und Bürgermeister Manfred Schulz überreichten Jörg Heieck in der Fruchthalle den Kulturpreis
Foto: Stadt Kaiserslautern

Datum: 2. November 2026|Thema: Facebook, Kaiserslautern, Top Aktuell, Westpfalz|

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