Natürliches Mineralwasser: Was trinken wir da eigentlich?

(akz-o) In einer Welt, in der immer mehr Produkte „natürlich“ sein wollen, ist Mineralwasser ein echtes Original.
Unverfälscht, ursprünglich rein und direkt aus der Tiefe der Erde. Kein anderes Lebensmittel unterliegt so strengen Kontrollen und Vorschriften, bevor es in die Flasche darf. Aber wie rein ist unser Mineralwasser wirklich?
„Ursprünglich rein, gemäß gesetzlicher Anforderung“, sagt Ingrid Schmittnägel, Geschäftsführerin des renommierten Institut Romeis, das regelmäßig Mineralwässer auf Herz und Nieren prüft, unter anderem auf Mikroorganismen, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oder Arzneimitteln. „Unsere Analytik ermöglicht die Messung im Nanogrammbereich. Damit könnte man einen Zuckerwürfel in einem Olympiaschwimmbecken nachweisen. Wir untersuchen unter anderem auf hunderte verschiedene organische Stoffe, um die ursprüngliche Reinheit zu bestätigen.“
Dabei werden mikrobiologische Anforderungen eingehalten, die sehr viel strenger als bei Trinkwasser sind. Der Grund liegt tief: Wörtlich, denn das Wasser entstammt geschützten Quellen und wird beim Fließen durch die Gesteinsschichten nicht nur gefiltert, sondern auch mineralisiert. Mikrobiologisch muss Mineralwasser so rein sein, dass man es bedenkenlos direkt ab der Quelle trinken kann.
Und darin liegt der große Unterschied zu anderen Wasserarten: Mineralwasser ist ein Naturprodukt, das praktisch nicht verändert werden darf. „Nur unbeständige Stoffe wie Eisen oder Mangan dürfen entfernt werden, ansonsten bleibt alles wie es ist, sogar die Mineralisation muss im Rahmen natürlicher Schwankungen konstant bleiben“, so Schmittnägel.
Diese natürliche Reinheit ist kein Zufall: Bevor ein Wasser als „Natürliches Mineralwasser“ verkauft werden darf, durchläuft es ein aufwändiges, amtliches Anerkennungsverfahren über Monate oder sogar Jahre hinweg. Dabei wird nicht nur die mikrobiologische Qualität geprüft, sondern auch, ob die Quelle ausreichend vor äußeren Einflüssen geschützt ist. „Niemand hat ein größeres Interesse daran, das Mineralwasser rein zu halten, als die Mineralbrunnen selbst“, erklärt Schmittnägel.
Um die ursprüngliche Reinheit von natürlichem Mineralwasser bis zum Verzehr zu gewährleisten, schreibt die Mineral- und Tafelwasserverordnung eine Abfüllung direkt am Quellort in verschlossene Verpackungen vor und es darf zum Beispiel in der Gastronomie erst am Tisch vor den Augen des Gastes geöffnet werden.
Mineralwasser ein echtes Original: unverfälscht, ursprünglich rein und direkt aus der Tiefe der Erde. Foto: pexels.com/Institut Romeis/akz-o
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