PV-Lärmschutzwände in Landau-Queichheim

Innovative Lärmschutzwand in Landau erzeugt klimafreundlichen Solarstrom
EnergieSüdwest und Stadt Landau integrieren Photovoltaik-Anlage in Lärmschutzwand für Neubaugebiet
Lärmschutz und klimafreundliche Energieerzeugung werden im Neubaugebiet „Südlich Breiter Weg“ in Landau-Queichheim auf innovative Weise miteinander verbunden: Eine rund 400 Meter lange Lärmschutzwand mit einer integrierten Photovoltaikanlage wurde entlang des Baugebiets neu gebaut. Die Anlage ist seit Januar 2025 in Betrieb und verfügt über eine Leistung von 230 Kilowattpeak (kWp). Mit einem Jahresertrag von rund 180.000 Kilowattstunden erzeugt sie rein rechnerisch den Strom, den rund 50 Vier-Personen-Haushalte in einem Jahr verbrauchen.
Die von der EnergieSüdwest Projektentwicklung, einer Tochtergesellschaft der EnergieSüdwest, projektierte Anlage umfasst 96 Wandfelder (6 Module pro Feld) mit insgesamt 576 senkrecht verbauten Solarmodulen. Die rund 4,32 Meter hohe Konstruktion verbindet die Funktionen von Lärmschutz und Stromerzeugung auf einer Fläche, die ansonsten ungenutzt geblieben wäre. Hinter den handelsüblichen Glas-Folie-Modulen sorgen schallabsorbierende Dämmmatten für die erforderliche Lärmminderung.
Wand mit Doppelnutzen
Der Bau einer Lärmschutzwand war für das Neubaugebiet, das für rund 100 Wohnungen in Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern vorgesehen ist, vorgeschrieben.
„Die Idee, eine Lärmschutzwand mit Photovoltaik zu kombinieren, hat uns schon lange beschäftigt. Im Neubaugebiet in Queichheim bot sich die Möglichkeit, dieses Konzept gemeinsam mit der Stadt Landau umzusetzen. Das Projekt zeigt, wie sich Infrastruktur und Energiewende sinnvoll miteinander verbinden lassen, wenn erneuerbare Energien frühzeitig in die Planung integriert werden“, sagt Kathrin Gläser, EnergieSüdwest Projektentwicklung.
Die Stadt Landau hatte die Erschließung des Gebiets übernommen und verpachtet die Fläche der Wand an die EnergieSüdwest, die Eigentümerin und Betreiberin der Photovoltaikanlage ist.
Der erzeugte Strom wird vollständig direkt vermarktet und ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Obwohl die senkrechte Bauweise gegenüber einer optimal nach Süden geneigten Freiflächenanlage geringere Erträge erzielt, liegt die Stromausbeute mit 750 Kilowattstunden (kWh) pro installiertem Kilowattpeak auf einem hohen Niveau. Begünstigt wird dies durch die südliche Ausrichtung der Wand und ihre erhöhte Lage auf einem Erdwall.
Besondere Anforderungen
Bei der Umsetzung waren verschiedene technische und genehmigungsrechtliche Anforderungen zu berücksichtigen. Neben der Statik und Baugenehmigung, die durch die Stadt Landau begleitet wurden, war ein Blendgutachten erforderlich. Dieses bestätigte, dass von den Modulen keine relevante Blendwirkung für den Straßenverkehr ausgeht. Die Wechselrichter wurden auf der Rückseite der Wand installiert und zusätzlich eingehaust, um sowohl Geräuschentwicklungen als auch Witterungseinflüsse zu minimieren.
Nachhaltigkeit weitergedacht
„Das Projekt in Landau zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in der Mehrfachnutzung bestehender Infrastruktur steckt. Lärmschutzwände entlang von Wohngebieten, Straßen oder Bahntrassen können künftig verstärkt einen Beitrag zur erneuerbaren Stromerzeugung leisten – vorausgesetzt, Standortbedingungen wie Ausrichtung und Netzanschluss stimmen. Solche Lösungen helfen dabei, die Energiewende flächeneffizient und sichtbar voranzubringen“, sagt Alexander Ehl, Referent Erneuerbare Energien bei der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz.
Auch über die Stromerzeugung hinaus ist das Neubaugebiet auf Nachhaltigkeit ausgelegt. So wurden bereits Fernwärmeleitungen verlegt, über die das Quartier künftig mit Wärme aus der geplanten Tiefengeothermie versorgt werden kann. Zudem wurden Leitungen für den späteren Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur vorbereitet.
Die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz unterstützt als kompetenter Dienstleister Kommunen und ihre Bürger in Rheinland-Pfalz bei der Umsetzung von Aktivitäten zur Energiewende und zum Klimaschutz. Sie wurde 2012 als Einrichtung des Landes gegründet und informiert unabhängig, produkt- sowie anbieterneutral.
Quelle: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH | Foto: Energie Südwest Projektentwicklung
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