Jugendparlament: „Wir haben den Satz ‘Die Jugend von heute‘ reformiert“

Zum letzten Mal in der aktuellen Kombination tagte das Jugendparlament der Stadt Kaiserslautern am vergangenen Freitag im großen Ratssaal im Rathaus. Moritz Behncke, Vorsitzender des Parlaments, zog ein Resümee der vergangen zwei Jahre. In den anstehenden Herbstferien wird sich ein neues konstituieren.
Nachdem die Idee eines Jugendparlamentes im Jahr 2019 nach gut 10 Jahren zum ersten Mal wieder realisiert werden konnte, rechneten selbst die Mitglieder:Innen nicht mit einem derartigen Erfolg. „Wir sind zu einer politischen Kraft geworden“, lobte Moritz Behncke, derzeit noch geschäftsführend im Amt des ersten Vorsitzenden, die Arbeit des Parlamentes. Die Anerkennung von Stadtvorstand, Parteien und Verwaltung seien hier nur einer von vielen Erfolgen. Rückblickend fasste Behncke die vier Ziele des Jugendparlamentes wie folgt zusammen: alle Jugendliche sollten ernsthaft vertreten werden, es sollte ein gutes, konstruktives und auch kritisches Verhältnis zur Politik und Verwaltung entstehen, eine politische Kraft sollte mit der Gründung des Jugendparlamentes entstehen und vor allem sollte die Politik sichtbar sein.
Für alle gut sichtbar!
Auf die Frage, ob man die Ziele denn auch erreicht hätte, antwortete Behncke mit einem kurzen „ Ja!“. Zu vielen Sachfragen, sei es die Situation des FCK, das Sicherheitsgefühl in Kaiserslautern, die Sozialdezernent:Innenstelle und vielen anderen, hat sich das Jugendparlament informiert, Expertise angeeignet und Stellung bezogen. Aber auch viele andere Ideen endeten mit Erfolgen im Stadtrat: die Eröffnung der Gartenschau auch im Winter und die Einrichtung eines/einer Queerbeauftragten gehen auf das Konto des jungen Gremiums. „Das, was wir tun, spürt und sieht man“, so Behncke weiter.
Trotz Skepsis stark geblieben
Doch die Arbeit sei noch lange nicht getan: Noch immer gebe es zu viele Stereotypen im Jugendbereich, die man abarbeiten müsse. „Die Jugend von heute ist nicht asozial, wir sind nicht verblödet und schon gar nicht naiv“, stellt Behncke klar. Diese Vorwürfe habe das Plenum immer wieder in der Presse, aber auch im persönlichen Kontakt über sich ergehen lassen müssen. „Wir sind politisch, engagiert und in einigen Sachfragen sicherlich sogar die wahren Expert: Innen.“
Dem schlossen sich auch Rainer Schirra, Abteilungsleiter im Referat Jugend und Sport, und Jessica Spettel, Mitarbeiterin des Referates und zuständig für das Jugendparlament, an. Man müsse die Jugend machen lassen und ihr vertrauen, auch wenn ab und an im ersten Moment vielleicht etwas Skepsis besteht.
Mit frischem Wind geht es jetzt weiter
Auch für das kommende Jugendparlament, welches sich im Laufe der Herbstferien konstituieren möchte, haben sich viele junge Menschen in ihren jeweiligen Schulen gemeldet. „Das macht Mut, für das, was jetzt kommt“, betonte Behncke, der auch im kommenden Jugendparlament sein wird. Es gebe viel zu tun, denn die Stadt müsse weltoffener, klimafreundlicher und zu einer Stadt werden,in der alle Generationen gerne zusammenleben.
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