Kaiserslautern – Gedenktafel für den Garnisonsfriedhof wurde eingeweiht

Feierliche Zeremonie mit französischen Militärangehörigen auf dem Hauptfriedhof
Am Samstag wurde auf dem Kaiserslauterer Hauptfriedhof eine Gedenktafel für den französischen Garnisonsfriedhof (Le cimetière de la garnison française de Kaiserslautern, 1919-1930) feierlich eingeweiht. Dort ruhen 26 Soldaten aus Frankreich und seinen ehemaligen Kolonien, deren Namen dank einer großen Rechercheleistung inzwischen identifiziert werden konnten.
„Mit der heutigen Einweihung der Gedenktafel für den französischen Garnisonsfriedhof erinnern wir an junge Männer, deren Lebenswege fern ihrer Heimat nach Kaiserslautern führten und die hier ihre letzte Ruhestätte fanden“, so Oberbürgermeisterin Beate Kimmel in ihrer Ansprache. Dass ihre Namen und ihre Geschichten heute nicht vergessen seien, verdanke man dem außergewöhnlichen Engagement vieler Beteiligter.
Den Anstoß zur Aufstellung der Gedenktafel gab Professor Andreas Fröhlich. Er habe, so Kimmel, mit großer Beharrlichkeit und persönlichem Einsatz dazu beigetragen, dass auch die zwei vietnamesischen Soldaten identifiziert werden konnten, trotz größerer Schwierigkeiten bei der Entzifferung der Inschriften.
„Die Gedenktafel, die wir heute einweihen, steht nicht nur für historische Aufarbeitung. Sie steht auch dafür, Menschen ihre Identität zurückzugeben und ihren Platz in unserer Geschichte sichtbar zu machen“, so die Oberbürgermeisterin weiter. Bemerkenswert sei, wie viele unterschiedliche Perspektiven hier zusammenfinden. „Historische Forschung, kommunales Engagement, internationale Zusammenarbeit und persönliches Interesse greifen ineinander. Aus vielen einzelnen Beiträgen ist so ein gemeinsames Zeichen des Erinnerns entstanden, getragen von Respekt, Offenheit und dem Wunsch, Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“
Bei der Gedenkveranstaltung sprachen außer der Oberbürgermeisterin auch Jean-Noël Charon als stellvertretender Generaldelegierter Rheinland-Pfalz des Vereins „Le Souvenir Français Allemagne“ und als Generalleiter des Vereins François Sommerlat. Für Professor Fröhlich, der leider nicht anwesend sein konnte, verlas der Leiter des Stadtarchivs, Bernd Klesmann, eine Grußbotschaft. Klesmann und sein Team halfen bei der umfangreichen internationalen Recherche Fröhlichs mit.
Die Gedenktafel für den französischen Garnisonsfriedhof konnte mit Hilfe der Friedhofsverwaltung umgesetzt werden, die dem gemeinnützigen Verein „Le Souvenir Français“ auch bei der Organisation der Gedenkveranstaltung unterstützend zur Seite stand. Seitens der französischen Armee wohnten 30 Soldaten des 121. Train-Regiments sowie deren Offiziere der Zeremonie bei, die durch ihre stimmgewaltige Darbietung der Marseillaise für einen emotionalen Höhepunkt sorgten.
Hintergrund
„Le Souvenir Français“ ist ein 1887 gegründeter und seit dem 1. Februar 1906 gemeinnützig anerkannter Verein. Er ehrt das Gedenken an all jene, die für Frankreich gestorben sind, egal ob Franzosen oder nicht, und entspricht der deutschen Kriegsgräberfürsorge. In Deutschland hat der Verein aufgrund des historischen Kontextes und der geographischen Nähe zu Frankreich eine besondere Bedeutung, indem er sich auch für Annäherung und gegenseitiges Verständnis einsetzt.
Quelle/ Fotos: Stadt Kaiserslautern
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