Ersthelfer gesucht: Pirmasens schließt sich KATRETTER-System an

Bei der Rettung von Menschen zählt oft jede Minute. In vielen Notsituationen oder Krisenlagen können Freiwillige mit ihren unterschiedlichen Kenntnissen und Fähigkeiten mithelfen.
Vor diesem Hintergrund hat Pirmasens zum 1. Januar 2026 unter dem Motto „Pirmasenser helfen gemeinsam“ das deutschlandweit bereits erprobte KATRETTER-System eingeführt. Mit dieser Smartphone-basierten Alarmierung für Ersthelfer lässt sich die therapiefreie Zeit zwischen dem Notruf und dem Eintreffen des Rettungsdienstes verkürzen.
Pro Jahr wird der Rettungsdienst zu 120 000 Betroffenen gerufen, in 60 000 Fällen können Reanimationsversuche unternommen werden. Nur elf Prozent der Betroffenen überleben solch einen Notfall – dabei ist Hilfe oft nicht weit entfernt. Eine unverzüglich begonnene Herzdruckmassage verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschancen der Betroffenen. Da jede Sekunde zählt, ist es wichtig, die Reanimation so schnell wie möglich zu beginnen. 10 000 Menschenleben könnten jedes Jahr zusätzlich durch Laien-Reanimation gerettet werden.
Doch nicht jeder Bürger traut sich eine sofortige Herzdruckmassage zu. Daher werden von der Leitstelle, wenn von einer Bewusstlosigkeit oder Herz-Kreislauf-Stillstand ausgegangen werden muss, parallel zum Rettungsdienst geschulte Ersthelfer in einem definierten Radius mit alarmiert. Diese Helfer bekommen eine Pushnachricht mit einem Alarmton auf ihr Smartphone. Ziel ist es, so schnell wie möglich vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit einer Herzdruckmassage zu beginnen.
Sowohl die Registrierung als auch die Teilnahme an Einsätzen erfolgen komplett auf freiwilliger Basis. Wenn es keine Zeit oder Möglichkeit zur Unterstützung gibt, kann der Alarm ignoriert werden. Eine Ablehnung des Alarms hat keine negativen Konsequenzen und es ist nicht erforderlich, einen Grund für die Nichtannahme anzugeben.
Die Leitung der KATRETTER in Pirmasens obliegt Odysseas Miliadis und Dr. Christoph Meyer vom Städtischen Krankenhaus.
Während einer kurzen Erprobungsphase ist die Helfergruppe auf Fachpersonal mit einer rettungsdienstlichen Ausbildung begrenzt.
Möglichst schnell wird das System für alle Bürger, die „gemeinsam helfen“ möchten, geöffnet werden. Voraussetzungen dafür sind:
– Meldung per Mail unter katretter@pirmasens.de
– Teilnahme an einer Schulung mit Reanimationstraining (ca. 3 Stunden); diese bietet das Brand- und Katastrophenschutzamt kostenlos an.
– danach Download und Registrierung in der KATRETTER-App
Weitere Informationen finden sich unter www.pirmasens.de/katretter bzw. www.katretter.de.
Bereits heute sind die KATRETTER-Systeme im Rettungsdienstbereich Südpfalz verschmolzen. Hierzu zählen die Landkreise Südwestpfalz, Südliche Weinstraße, Germersheim sowie die Städte Landau, Pirmasens und Zweibrücken.
Somit können Ersthelfer über Kreis- oder Stadtgrenzen hinaus alarmiert werden, je nachdem wo sie sich aufhalten. Damit erhöht sich die Zahl der potenziellen Helfer.
Stadt Pirmasens
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