Politkrimi mit Pfälzer Herz: Ronald Daub über „Pfalzmord in Washington“ und das Leben zwischen zwei Welten

Ein Pfälzer Kommissar ermittelt in Washington: In „Pfalzmord in Washington“ verbindet Autor Ronald Daub Donnersberger Land, US-Hauptstadt und hochaktuelle politische Themen zu einem Krimi, der mehr will als nur Schockeffekte. Im Interview mit Pfalz Digital spricht Daub über sein Leben zwischen Pfalz und Virginia, über Kulinarik und Atmosphäre als Stilmittel – und darüber, warum seine eigenen Erfahrungen mit World Central Kitchen dem Stoff eine besondere Glaubwürdigkeit geben. Die Mischung: Spannung, Genuss und ein Blick hinter die Kulissen einer Welt, die gerade ziemlich unter Strom steht.
Ronald, du hast wieder einen neuen, außergewöhnlichen Politkrimi geschrieben, Pfalzmord in Washington: Pfalzkrimi aus dem Donnersberger Land
Darüber möchten wir uns gerne mit Dir unterhalten.
1. Du bist Urpfälzer und gleichzeitig beruflich immer wieder in den USA unterwegs – wie fühlt sich dieses Leben als „Wanderer zwischen den Welten“ für dich an, und was nimmst du aus beiden Kulturen mit?
Ich sehe mich in der Tat als Wanderer zwischen den zwei Welten Pfalz und Virginia USA inklusive Washington D.C. Wir sind ja hier wegen des Berufs meiner Frau Gabriele, die fuer die US Regierung taetig ist (Government Services).
Der Anfang hier in den USA war nicht einfach. Sein Land zu verlassen und sich ploetzlich in einer anderen Kultur zu finden beinhaltet Herausforderungen. Es ist ja anders als wenn man irgendwo drei Wochen Urlaub macht, man muss ja auch zum Arzt, auf die Verwaltung etc. und muss sich dabei zunaechst einmal zurechtfinden und akklimatisieren. Aber inzwischen fuehlen wir uns in Virginia sehr wohl, besonders in unserem Wohnort Fredericksburg, ein Staedtchen das historich recht bedeutsam ist, hauptsaechlich wegen der vielen Schlachten, die hier waehrend des Amerikanischen Buergerkriegs ausgefochten wurden (1861 bis 1865).
Die Amerikaner sind grundsaetzlich ein sehr freundliches Volk. Auch wenn die pokitische Situation derzeit schwierig ist, so betrifft dies bisher unseren Alltag gar nicht. Wir sind jetzt schon elf Jahre hier, aber auch immer wieder in Deutschland. Ich persoenlich liebe das hin und her und sage immer, ich habe das Beste aus beiden Welten in meinem Leben vereint, die Pfalz und Virginia! Ich sauge alles auf und versuche so viel als moeglich auf beiden Seiten des Atlantik mitzubekommen und zu geniessen.
2. Dein aktueller Kriminalroman spielt in der Pfalz und in den USA: Worum geht es im Kern, ohne zu spoilern – und was macht den Fall besonders?
Ich schreibe ja seit einiger Zeit Pfalzkrimis aus dem Donnersberger Land, “Pfalzmord in Washington” ist der vierte Krimi. Dabei habe ich meinen Pfaelzer Kommissar Frank Edel nach Washington geschickt, da dort ein deutscher Bundestagsabgeordneter in einem Nobelhotel erschossen aufgefunden wird.
Das FBI hat Amtshilfe aus Deutschland angefordert. Dabei geht es um Machenschaften rund um den Russland/Ukraine Krieg und um das Thema humanitaere Hilfsorganisationen, namentlich um World Cental Kitchen, fuer die ich ab und an auf freiwiller Basis taetig bin.
WCK wurde von dem Spanischen Chefkoch Jose’ Andres 2010 gegruendet und bietet Essen fuer Betroffene an in Krisen- oder Kriegssituationen. Ich habe 2022 in Ostpolen zwei Wochen in einer Grosskueche geholfen, Fluechtlinge mit Essen zu versorgen.


3. Deine Leidenschaft für Kulinarik, Wein und gute Veranstaltungen schwingt spürbar mit: Welche Rolle spielen Genuss und Atmosphäre für dich beim Schreiben – und warum passt das so gut in einen Krimi?
Ich wollte nie blutruenstige Krimis schreiben, in denen auf jeder dritten Seite jemand bestialisch umgebracht wird. Mir geht es vielmehr um die Atmosphaere, um den Genuss zwischendurch und trotz alledem. Ich komme ja aus der Pfalz, wo der Wein eine grosse Rolle spielt. Ohne dass ich es vorher wusste gibt es in Virginia auch mehr als dreihundert Weingueter, von denen wir unsere Lieblingsplaetze immer wieder besuchen. Und dazu gehoert eben auch gutes Essen, auf beiden Seiten des Atlantik. Und diese Leidenschaft hat auch Kommissar Edel vererbt, der sich immer wieder einmal eine kulinarische Auszeit goennt. Uebrigens ist er auch Schlagzeuger, genau wie ich. Was fuer ein Zufall!
4. Im Buch greifst du Themen auf, die sehr nah an der aktuellen Lage sind: Wie schaffst du den Spagat zwischen politischem Hintergrund und spannender Unterhaltung, ohne dass es aufgesetzt oder belehrend wirkt?
Ich versuche bei meinen Krimis immer ein aktuelles Thema mit einzubauen, so wie es mein grosses Vorbild Donna Leon in ihren Venedigkrimis auch macht.
Im Erstkrimi Moerderischer Wind war es das Thema rund um die Windenergie, im Rieslingtod die harte Konkurrenz im Weinmarkt, In der Prunksitzung vordergruendig die Fastnacht, im Hintergrund jedoch das Thema Abhaengigkeit von Medikamenten.

Im Pfalzmord wollte ich zunaechst die geografische Handlung erweitern. Dazu kam dann die Idee, ueber das Thema Russland/Ukraine zu schreiben, mit dem Hintergrund meiner persoenlichen Erfahrung mit der World Central Kitchen Hilfe. Ich denke, dass meine authentischen Erfahrungen damit den Spagat schaffen zwischen der politischen Welt und meinen realen persoenlichen Erfahrungen, das macht das Ganze glaubhaft und lesenswert ohne langweilig und dozierned rueberzukommen.
5. Für wen ist dein Buch gemacht – und was wünschst du dir, was Leserinnen und Leser nach der letzten Seite mitnehmen (oder weitersagen)?
Das Buch ist fuer alle, die gern einen Krimi lesen, der nicht nur auf vordergruendige Brutalitaet setzt. Zudem kann man jeweils etwas ueber Land und Leute, Wein und Kulinarik erfahren. Um es mit einer Kurzkritik unseres Donnersberger Landrats Rainer Guth zu sagen: Sowohl fuer Pfaelzer als auch fuer Washington-Reisende sehr lesensweert! Die Leser sollen Lust bekommen, sowohl ihre Pfaelzer Heimat zu entdecken oder wieder zu entdecken.
6. Übrigens: Wenn z.B. ein Pfälzer Unternehmen oder Verein eine Lesung oder “Einblicke” in die USA mit dir organisieren möchte, z. B im Rahmen zusammen beispileweise mit einem kulinarischen Event, Weinprobe …..wie bist du zu erreichen?
Ich stehe sehr gerne fuer Lesungen und Events rund um das Buch und das Thema Pfalz/USA zur Verfuegung. Sehr gerne biete ich Veranstaltungen mit Musik und Lesung gepaart an. Das hat sich als sehr erfolgreich erwiesen.
Zusammen mit meinem Musikerkollegen aus meinem Heimatort Sippersfeld, Horst Dech, kann man daraus einen Pfaelzer Abend mit USA-Einsprengeln machen.

In 2026 bin ich im Maerz in Deutschland und dann wieder im August/September.
Meine Koordinaten zur Kontaktaufnahme:
Email: Ronald.daub@gmx.de
Mobil und auch fuer WhatsApp Kontakt: +1 804 691 6665
Zoom calls moeglich
Postanschrift: 1038 Hotchkiss Place, Fredericksburg Virginia 22401, USA
Facebook: facebook.com/Pfalzautor

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