Mehrere Balkonkraftwerke versagen im Belastungstest

Energiewende auf dem Balkon
In der jüngsten Untersuchung von acht Balkonkraftwerken durch die Stiftung Warentest erreichen nur zwei ein gutes Gesamturteil. Fünf Anlagen sind mangelhaft. Die mitgelieferten Halterungen können sich bei starkem Wind verbiegen oder sogar durchbrechen. Dennoch liefern alle Kraftwerke Strom und könnten sich schon nach wenigen Jahren amortisieren.
Balkonkraftwerke erleben einen Boom: Mehr als 875 000 der matratzengroßen Solarpanels sind laut Bundesnetzagentur inzwischen in Deutschland installiert. Allein seit Anfang 2024 kamen mehr als eine halbe Million hinzu. Doch im aktuellen Test der Stiftung Warentest offenbarten sich große Qualitätsunterschiede: Von acht getesteten Balkonkraftwerken mit 800 Watt Leistung überzeugen nur zwei. Fünf Anlagen fallen im Prüfpunkt Stabilität durch.
Schwachpunkt der mangelhaften Modelle waren die mitgelieferten Halterungen. Sie sind nicht besonders robust. Im Belastungstest, der einen Sturm simulierte, knickten etliche Halterungen ein. In einem Fall durchbohrten sie sogar das Panel. Die im Set enthaltenen Wechselrichter waren anders als im vorangegangenen Test diesmal kein größeres Problem.
Grundsätzlich können alle getesteten Balkonkraftwerke Strom erzeugen und erreichen bei günstigen Bedingungen einen guten Wirkungsgrad. „Optimal platziert, nach Süden ausgerichtet und leicht angewinkelt, könnten die geprüften Balkonkraftwerke unseren Berechnungen zufolge bis zu etwa einer Megawattstunde Solarstrom pro Jahr ernten“, erläutert Testleiter Michael Morys. „Auf unserem Beispieldach waren es jährlich zwischen 860 und 1 020 Kilowattstunden, am Balkon hängend 600 bis 720 Kilowattstunden. Die private Energiewende ist im vollen Gange und die Bedingungen für den Kauf eines Balkonkraftwerks waren vermutlich nie günstiger als jetzt.“
Die ausführlichen Testergebnisse der acht Balkonkraftwerke sowie Tipps zur Anmeldung und Montage erscheinen in der Juni-Ausgabe der Stiftung Warentest und unter www.test.de/balkonkraftwerke.
Quelle „Stiftung Warentest“
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