Sondeln in Rheinland-Pfalz und Deutschland – Spuren der Vergangenheit

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Mann beim Sondeln mit Metalldetektor auf dem Acker

Als Sondengänger wird eine Person bezeichnet, die mithilfe eines Metalldetektors ganz gezielt nach verborgenen Gegenständen im Boden sucht – unter den Sondengängern selbst wird diese Tätigkeit auch gerne „Sondeln“ genannt. Gerade in Zeiten der Corona Pandemie erfreut sich dieses Hobby noch größerer Beliebtheit als zuvor.

In deutschen Böden liegt die Geschichte oft nur wenige Zentimeter tief verborgen, hier verbergen sich neben Funden aus der Nachkriegszeit Relikte aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, der Antike und in manchen Fällen sogar Meteoriten.

Wir haben uns das Thema genauer angeschaut und möchten euch über die wichtigsten Aspekte und rechtliche Grundlagen informieren.

Inhaltsverzeichnis:

    1. Die Anfänge des Sondelns
    2. Wo und wann ist das Sondeln erlaubt?
    3. Wo ist die Wahrscheinlichkeit hoch, beim Sondeln fündig zu werden?
    4. Welche Orte sind beim Sondeln tabu?
    5. Welche Arten des Sondelns gibt es?
    6. Darf man im Wald Sondeln?
    7. Gefahren beim Sondeln im Wald
    8. Wie bekommt man in Rheinland-Pfalz eine Genehmigung für das Sondeln?
    9. Tipps zum Sondeln – so machst du es richtig!
    10. Fazit zum Sondeln in Rheinland-Pfalz und Deutschland

Die Anfänge des Sondelns

Metalldetektoren wurden ursprünglich für das Militär entwickelt, um Landminen und Munition zu finden, erstmals zum Einsatz kamen sie während dem zweiten Weltkrieg in verschiedenen Armeen.

Anfang der 1960er Jahre begannen erstmals Privatleute damit, mithilfe ausgemusterter Minensuchgeräte an Badestränden nach verlorenen Wertgegenständen zu suchen. Auch ehemalige Schlachtfelder und Geisterstädte (z. B. ehem. Goldgräber-Siedlungen) entwickelten sich Schnell zum Anziehungspunkt für Hobby-Schatzsucher.

Ab diesem Zeitpunkt wurden auch erstmals Geräte speziell für die private Schatzsuche hergestellt. Anfang der 1970er-Jahre fanden auch die Briten zunehmend Gefallen an diesem spannenden Hobby und von Großbritannien aus verbreitete sich der Metalldetektor sehr schnell über den Rest von Europa.

Die Anzahl der Schatzsucher in Europa liegt nach heutigen Schätzungen bei mehreren hunderttausend.

Wo und wann ist das Sondeln erlaubt?

Im Allgemeinen ist die Suche mit einem Metalldetektor unter gewissen Voraussetzungen in ganz Deutschland erlaubt, die einzige Ausnahme bildet das Bundesland Schleswig-Holstein.

Die Erlaubnis bezieht sich allerdings nur auf Flächen, die nicht als Boden- oder Kulturdenkmäler ausgezeichnet sind, also Bereiche, in deren Boden verborgene Zeugnisse der Kulturgeschichte liegen – hierzu zählen beispielsweise alte Siedlungen, Befestigungsanlagen sowie Kult- und Bestattungsplätze, aber auch alte Wirtschaftsbetriebe, Produktionsstätten oder Verkehrswege. Wer hier auf die Suche nach Verborgenem gehen möchte, benötigt eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde (in Bayern sieht die Situation ein wenig anders aus, aber dazu später mehr).

Auf allen anderen Flächen benötigst du in der Regel die Zustimmung des Landbesitzers, also beispielsweise des Bauern, auf dessen Feld du suchst, sowie eine sog. Nachforschungsgenehmigung (NFG), die von der zuständigen Denkmalschutzbehörde erteilt wird.

Die einzigen Flächen, auf denen das Sondeln in der Regel ohne eine solche Genehmigung geduldet wird, sind öffentliche Flächen wie Spielplätze, Parkanlagen, Festwiesen oder öffentliche Gehwege (aber Achtung, die Erlaubnis des Grundstückeigentümers brauchst du trotzdem).

Wenn du dich auch für das Sondeln interessierst und eine Suche planst, empfehlen wir dir also in jedem Fall, auf Nummer sicher zu gehen und vorher Kontakt zum zuständigen Amt für Denkmalpflege aufzunehmen.

Eine Zusammenarbeit mit dieser Behörde hat außerdem den Vorteil, dass du einen direkten Ansprechpartner hast, der deine Funde fachmännisch beurteilen kann.

Außerdem kannst du sicher sein, dass du dich in einem legalen Rahmen bewegst.

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Wo ist die Wahrscheinlichkeit hoch, beim Sondeln fündig zu werden?

Prinzipiell gilt, dass man überall dort interessante Gegenstände finden kann, wo sich in früheren Zeiten oft Menschen aufgehalten haben – an manchen Orten ist die Wahrscheinlichkeit für den großen Fund allerdings höher. Im Folgenden haben wir dir einige Orte aufgelistet, die sich besonders lohnen können (wir setzen das Vorhandensein einer Nachforschungsgenehmigung (NFG) im weiteren Verlauf des Artikels voraus):

Außerdem wichtig: Wertvolle und historisch relevante Funde, wie bspw. antike Silber- oder Goldmünzen und Schmuck, sind umgehend dem zuständigen Landesamt für Denkmalschutz zu melden.

1.      Historische Schlachtfelder

An den Orten, an denen in der Vergangenheit große Schlachten stattgefunden haben, ist die Wahrscheinlichkeit für interessante Funde besonders hoch – egal, ob es sich um Schauplätze aus der Antike, des Mittelalters oder des 16., 17. und 18 Jahrhunderts handelt, gefunden werden kann hier alles: unter der Erde warten Münzen, Schwerter, Degen, Uniformknöpfe, Schmuck oder sogar Kanonenkugeln.

Von der Suche auf jüngeren Schlachtfeldern, insbesondere des 1. und 2. Weltkriegs, muss vor allem Anfängern abgeraten werden, denn hier liegen oft noch sprengstoffhaltige Kampfmittel verborgen, die auch nach vielen Jahrzehnten noch äußerst gefährlich sein können.

Hinzu kommt auch, dass viele Tote bis heute nicht geborgen wurden. Sollte man durch Zufall dennoch auf Munitionsreste oder menschliche Knochen stoßen, muss umgehend die Polizei oder der Kampfmittelräumdienst bzw. die Deutsche Kriegsgräberfürsorge verständigt werden.

2.      Alte Kirchengebäude

Kirchen sind schon seit ewigen Zeiten Anlaufstelle und Rückzugsort für die Menschen in ihrer Umgebung, weshalb sich hier auch allerhand interessantes finden lässt, was über die Jahrhunderte verloren gegangen ist, z. B. Schmuck und Münzen.

Oft wurden Kirchen auch an Orten errichtet, die schon vorher der Mittelpunkt des sozialen Lebens waren. Vor du dich auf die Suche machst, musst du dir natürlich noch die Genehmigung der zuständigen Gemeinde bzw. des Pfarrers einholen.

3.      Aushub aus Flüssen und Baugruben

Wo gebaut wird, kommt viel ans Tageslicht, was ansonsten vielleicht für immer im Verborgenen geblieben wäre – deshalb kann es sich als Sondengänger lohnen, den Aushub genauer unter die Lupe zu nehmen, wenn neue Gebäude oder Straßen gebaut werden.

Auch in Flüssen geht über die Jahrhunderte viel verloren, ist aber ohne Tauchausrüstung und entsprechendes Equipment beim Sondeln kaum zu erreichen. Wenn Flüsse oder Bäche (aus welchen Gründen auch immer) verbreitert werden oder an ihren Ufern gebaut wird, besteht allerdings eine gute Chance, mit dem Metalldetektor im Aushub fündig zu werden.

Achte bei allen Baustellen immer darauf, den Inhaber bzw. die Baufirma um Erlaubnis zu fragen, bevor du loslegst.

4.      Alte Straßen

Ehemals wichtige Handelsstraßen und Abzweigungen sind oft eine ergiebige Fundgrube für Sondengänger und existieren in vielen Fällen schon seit der Steinzeit, manche von ihnen werden sogar bis heute genutzt.

Auf solchen Wegen kann man also Gegenstände aus allen Epochen finden, von der Getränkedose über Nägel und Knöpfe bis hin zu wahren Schätzen, denn in früheren Zeiten konnte es gefährlich sein, wertvolle Dinge bei sich zu haben – viele Reisende wurden überfallen. Für diesen Fall wurde oft ein Teil der Fracht vergraben, um das Risiko zu minimieren und die Dinge zu einem späteren Zeitpunkt wieder an sich zu nehmen, was allerdings nicht immer möglich war – daher liegt vieles davon bis heute im Boden.

5.      In der Umgebung von Burgen

Das Sondeln auf dem direkten Gelände von Burgen ist nicht erlaubt, da es sich um denkmalgeschützte Gebäude handelt, allerdings kann auch in der näheren Umgebung dieser Bauwerke so mancher unentdeckter Schatz in der Erde schlummern, z. B. auf Zugangswegen oder auf Flächen, auf denen in früheren Zeiten Belagerer der Burg ihr Lager aufgeschlagen hatten.

Hier lohnt es sich immer, im Vorfeld in Stadt- oder Gemeindearchiven nach entsprechenden Dokumenten zu suchen oder mit Lokalhistorikern zu sprechen. Auch hier gilt es, immer die Besitzverhältnisse zu klären und den Eigentümer ggf. vor der Suche um Erlaubnis zu fragen.

6.      Alte Siedlungen und Wüstungen

Bei „Wüstungen“ handelt es sich um Orte, die früher bewohnt waren, aber schon vor langer Zeit aufgegeben wurden – meist erinnern nur noch ein paar Scherben, Steine oder im besten Fall Fundamentreste an ihre Existenz.

Auch wenn die Bewohner solcher Orte in der Regel arm waren und man eher nicht auf große Gold- und Silberschätze hoffen darf, lässt sich hier interessantes in der Erde finden. Dazu zählen z. B. Dinge wie alte Nägel, Hufeisen oder Werkzeug – mit etwas Glück auch antike Waffen, denn fast alle diese Orte hatten eine Schmiede.

Mit dem bloßen Auge sind diese ehemaligen Siedlungen oft kaum auszumachen, allerdings kann man sich auf örtliche Überlieferungen stützen oder im Vorfeld Luftaufnahmen begutachten, denn oft sind die Fundamente ehemaliger Häuser auf solchen Bildern zu erkennen.

7.      Felder und Wiesen

Als Sondengänger muss man nicht immer eine aufwändige Recherche betreiben, bevor man loszieht – oft geschehen die besten Funde zufällig und es reicht aus, einfach auf die nächstgelegene Wiese oder einen Acker zu gehen. Bitte achte hier aber immer darauf, dir vorher das Einverständnis des Landbesitzers einzuholen und vermeide es, über frisch gesäte Flächen zu laufen.

Allgemein gilt: je näher man sich an bewohntem Gebiet befindet, desto höher die Fundwahrscheinlichkeit.

8.      Öffentliche Plätze

Wo sich regelmäßig viele Menschen aufhalten, gibt es auch viel zu entdecken – so eignen sich beispielsweise Schwimmbäder, Strände, Spielplätze, Parks oder Festival- und Kirmesgelände sehr gut dazu, auf Schatzsuche zu gehen.

Hier sind historische Funde zwar eher seltener zu erwarten, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit hoch, Schmuckstücke oder auch den ein oder anderen Euro oder alte D-Mark Münzen zu finden. Außerdem brauchst du hier in der Regel keine NFG, sondern nur die Erlaubnis des Grundstückbesitzers.

Auskunft dazu bekommst du in der Regel auch bei der zuständigen Gemeindeverwaltung.

 

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Mann beim Sondeln mit Metalldetektor am Strand

Welche Orte sind beim Sondeln tabu?

Bei dieser Frage gehen die Meinungen auseinander, vor allem für Archäologen sind private Sondengänger oft ein Dorn im Auge, denn für sie sind bei einem Fund viele weitere Aspekte, z. B. in welcher Tiefe sich ein Gegenstand befindet und was drumherum liegt, oft von größerem Interesse als das Fundstück selbst.

Zudem bergen die Sondengänger in den meisten Fällen nur Fundstücke aus Metall und lassen andere Gegenstände, z. B. aus Holz oder Stoff, einfach zurück – gerade die sind aber sehr wichtig, um mehr über den Ursprung der Gegenstände zu erfahren. Außerdem melden nur die wenigsten Sondler ihre historisch relevanten Funde beim zuständigen Amt für Denkmalschutz, auch wenn dies eigentlich Pflicht ist.

In vielen Bundesländern gibt es jedoch die Möglichkeit, mit dem Denkmalschutz und Archäologen zusammen zu arbeiten. Die Sondengänger speichern hierbei die GPS Daten ihrer Funde und übermitteln diese an die zuständige Behörde – oft dürfen die Schatzsucher ihre Funde sogar nach der Begutachtung durch das Fachpersonal behalten, im Gegenzug erhalten die Archäologen wertvolle historische Informationen über Plätze, die sie vorher vielleicht noch gar nicht untersucht haben – eine Win-Win-Situation, die auch das Image der Sondler bei Behörden verbessert.

Zudem werden von staatlicher Seite aus in einigen Bundesländern Lehrgänge angeboten, die die Sondler im korrekten Umgang mit archäologischen Funden schulen.

Einige Orte bleiben allerdings in jedem Fall für das Sondeln tabu:

An den folgenden Orten ist das Sondeln für Privatleute ausnahmslos verboten:

      • Auf dem Gelände von Burgen
      • An Ringwällen
      • An eingetragenen und bekannten Kulturdenkmälern
      • An eingetragenen Anlagen aus der Zeit der Kelten und Römer
      • An Archäologischen Ausgrabungsstätten

       

Welche Arten des Sondelns gibt es?

Die meisten Personen, die Sondeln als Hobby betreiben, haben sich auf bestimmte Funde spezialisiert. Bei der Suche mit dem Metalldetektor unterscheidet man zwischen den folgenden Gebieten:

1. Auftragssuche

Wie der Name schon sagt, arbeitet der Sondengänger hierbei für einen privaten oder öffentlichen Arbeitgeber, um Dinge wiederzufinden, die verloren gegangen sind oder irgendwann versteckt wurden. Gerade im Zweiten Weltkrieg haben viele Menschen ihre Wertgegenstände vergraben, um sie vor einer Konfiszierung zu schützen. So mancher Schatz wurde allerdings nie geborgen.

Bei dieser Art der Suche sind Personen mit viel Erfahrung am Metalldetektor klar im Vorteil.

2. Antikensuche

Bei dieser Art von Suche geht es darum, mithilfe des Metalldetektors besonders alte Funde zu machen. Wir sprechen dabei von Gegenständen, die schon seit hunderten oder gar tausenden Jahren unter der Erde verborgen liegen. Aber Vorsicht: Es sind immer die geltenden Denkmalschutzgesetze zu beachten und die Suche ist an fast allen historischen Orten verboten, denn unerfahrene Sondler zerstören bei der Suche oft wichtige historische Spuren.

3. Neuzeitsuche

Dieses Gebiet ist vor allem für Sondel-Neulinge interessant, da es in vielen Fällen keiner Genehmigung Bedarf, solange das Sondeln an öffentlichen Plätzen wie Badestränden oder Spielplätzen erfolgt. Auf diese Weise bietet sich eine gute Gelegenheit, erste Erfahrungen mit dem Metalldetektor zu sammeln und sich gleichzeitig um eine offizielle Genehmigung zu bemühen.

4. Goldsuche

Bei dieser Sondel-Fachrichtung begeben sich die Schatzsucher auf die Suche nach Gold – dabei geht es nicht um Goldmünzen und versteckte Schätze, sondern in Form von Nuggets und Naturgold. Diese Form des Sondelns ist vor allem in Australien sehr beliebt.

5. Bergung von Gefallenen

Das Deutsche Rote Kreuz sucht bis heute intensiv nach Vermissten aus dem Zweiten Weltkrieg bzw. deren letzten Ruhestätte, dennoch gelten bis heute mehr als 800.000 deutsche Soldaten und natürlich auch zahllose Soldaten anderer Nationen als vermisst.

Mittlerweile beschäftigen sich einige private Suchdienste, die sich aus Sondengängern zusammengeschlossen haben, mit dem Thema Gefallenenbergung. Sie versuchen mithilfe von Metalldetektoren, die sterblichen Überreste von Gefallenen aufzuspüren, um sie im Anschluss ordnungsgemäß zu bestatten und falls möglich Angehörige zu informieren.

Hierbei handelt es sich um ein sehr sensibles Tätigkeitsfeld, mit dem sich nur professionelle Sondler mit allen nötigen Genehmigungen befassen sollten. Wer schwarz nach Soldatengräbern sucht, kann sich in Deutschland strafbar machen.

6. Militaria

Mit diesem Gebiet des Sondelns beschäftigt sich ein großer Teil aller Metalldetektor-Besitzer. In der Regel wird hier nach Hinterlassenschaften aus den beiden Weltkriegen gesucht, besonders beliebt sind Uniformteile, Ausrüstungsgegenstände oder Orden. Alle Objekte mit militärischem Hintergrund werden unter dem Oberbegriff „Militaria“ zusammengefasst.

Anhaltspunkte für die Suche sind oft alte Schützengräber, Bunker oder Berichte von Zeitzeugen.

7. Meteoritensuche


Auch die Suche nach Meteoriten erfreut sich unter Sondengängern zunehmender Beliebtheit, da es heute dank moderner Technik einfacher ist, den Niedergang eines Meteoriten zu beobachten und zu dokumentieren.

Darf man im Wald Sondeln?

Bei Waldboden handelt es sich nicht um bewegten Boden, wie es z. B. bei einem Acker der Fall ist – aus diesem Grund ist das Sondeln im Wald in fast ganz Deutschland verboten, auch wenn sich viele Sondengänger danach sehnen.

Es gibt zwar auch hier unter Umständen Nachforschungsgenehmigungen bei den Behörden, diese sind allerdings schwerer zu bekommen als für andere Flächen und meistens erfahrenen Sondlern vorbehalten.

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Gesetzeslage in Deutschland zum Sondeln im Wald

Das Sondeln im Wald ist in Deutschland in allen Bundesländern außer Bayern verboten – deshalb zieht es jedes Jahr viele Schatzsucher in den Freistaat, denn hier braucht es lediglich eine Genehmigung des Eigentümers oder des zuständigen Försters. Nach Schätzungen des bayrischen Landesamtes für Denkmalpflege zieht es jährlich zwischen 15.000 und 20.000 Sondengänger in das Bundesland.

Die Suche auf Boden- und Kulturdenkmälern ist natürlich auch hier untersagt, außerdem darf auch nicht in Naturschutzgebieten gegraben werden (das ist übrigens auch im Rest von Deutschland nicht erlaubt). Von einem denkmalgeschützten Bereich sollte man bei der Suche immer mindestens 100 bis 150 Meter Abstand halten.

Wenn du überprüfen willst, wo sich solche Bodendenkmäler befinden, kannst du den Bayern-Atlas zu Rate ziehen und das Gebiet überprüfen, in dem du mit deinem Metalldetektor auf Schatzsuche gehen möchtest.

Wieso ist das Sondeln im Wald in Bayern erlaubt?

Der Grund für den Sonderstatus des Freistaats ist die sog. „Hadrianische Teilung“, die ein Relikt aus der Zeit der Römer ist und eine Art Gesetz darstellt.

Dieses besagt, dass Bodenfunde zur Hälfte dem Finder und zur anderen Hälfte dem Eigentümer des Bodens gehören – eine einzigartige Situation in Deutschland.

Gefahren beim Sondeln im Wald

Das Sondeln im Wald ist deutlich gefährlicher als auf freien oder öffentlichen Flächen – der Grund dafür sind Blindgänger, die vor allem aus dem zweiten Weltkrieg stammen und teilweise heute noch an der Stelle liegen, an der sie zurückgelassen wurden. Solche Munition stellt auch knapp 80 Jahre nach Kriegsende noch eine potenziell lebensgefährliche Gefahr dar, da sie nach wie vor von selbst detonieren kann.

Solltest du irgendwo beim Sondeln auf solche Objekte stoßen, ist unbedingt sofort die Polizei oder der Kampfmittelräumdienst zu verständigen.

Auf keinen Fall solltest du solche Objekte auf eigene Faust bergen oder auch nur bewegen.

Wie bekommt man in Rheinland-Pfalz eine offizielle Genehmigung für das Sondeln?

Um eine offizielle Suchgenehmigung für das Sondeln in Rheinland-Pfalz zu bekommen, muss man sich an die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz wenden. Zum aktuellen Zeitpunkt müssen sich Sondengänger allerdings ein wenig gedulden.

Nach eigener Aussage befindet sich die Landesarchäologie Rheinland-Pfalz momentan in einer Phase der grundsätzlichen Umstrukturierung, was auch mit der landesweiten Vereinheitlichung der Vergabe von Nachforschungsgenehmigungen (NFG) und der Betreuung von deren Inhabern zusammenhängt. Auch alle Arbeitsabläufe wie die Antragstellung, Schulungen sowie die Fundaus- und -rückgabe sollen in diesem Zug vereinheitlicht werden.

Gleichzeitig müssen auch alle Sondengänger, die bereits eine NFG besitzen, fachlich betreut werden.

Aus diesem Grund müssen sich alle, die auf eine NFG für das Sondeln in Rheinland-Pfalz hoffen, noch mindestens bis Ende 2022 gedulden.

Eine Vergabe zu einem früheren Zeitpunkt wird leider nicht erfolgen.

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Tipps zum Sondeln – so machst du es richtig!

Gerade Sondel-Anfänger sind am Anfang oft frustriert, weil sie nur Müll und unbrauchbare Gegenstände finden – es gibt jedoch einige Tipps für Anfänger, mit deren Hilfe man auch als Neuling schon Erfolg bei der Suche haben kann.

1.      Ein hochwertiger Metalldetektor

Wenn du dich ernsthaft für das Thema Sondeln interessierst, solltest du nicht an deinem Metalldetektor sparen – auf lange Sicht macht es sich durchaus bezahlt, auf ein hochwertigeres Modell zu setzen, denn die Billig-Versionen sind in ihren Funktionen oft sehr eingeschränkt. Dies gilt vor allem für die Suchtiefe und die Qualität des Signals.

Hier findest du einige Metalldetektoren, die ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben und auch für Anfänger bestens geeignet sind (Preisangaben bei Klick ins Bild).:

2.      Eine gute Recherche nach lohnenden Orten

Dieser Teil der Schatzsuche ist sehr aufwendig, sollte aber auf keinen Fall vernachlässigt werden, denn auch mit dem besten Metalldetektor wirst du in einem ungeeigneten Gebiet keine guten Funde machen.

Eine gute Quelle für interessante Plätze sind alte Karten – suche hierfür am besten online nach dem Geoportal deines Bundeslandes oder versuche dein Glück auf der Seite Old Maps Online, wo du kostenlos nach alten Karten suchen kannst, die schon digitalisiert wurden.

Auch ein Gang in die lokale Bücherei kann sich lohnen, wo in der Regel Karten und Schriften über alte Siedlungsgebiete lagern, die bis ins Mittelalter und in die Zeit des römischen Reichs zurückreichen – so steigt die Chance, wirklich alte Funde zu machen.

3.      Zeit sparen mit Pinpointer und einem guten Spaten

Bei einem Pinpointer handelt es sich um eine Art Mini-Metalldetektor, der eine längliche Form hat und dazu dient, Funde an einer Grabungsstelle schneller zu finden.

Man „stochert“ damit im Aushub des Spatens herum und erhält ein Signal, sobald sich der metallische Gegenstand direkt vor dem Pinpointer befindet.

Da Funde oft mit Erde verkrustet und daher schwer zu erkennen sind, kann man mit diesem Gerät bei der Schatzsuche eine Menge Zeit sparen.

Hier findest du drei verschiedene Pinpointer-Modelle (Preisangaben bei Klick ins Bild):

Ein guter Spaten ist auch enorm wichtig – neben der Stabilität solltest du hier darauf achten, dass er nicht allzu schwer ist (schau ggf. nach einem Modell aus Aluminium), da du ihn während dem Sondeln ständig mit dir herumträgst.

Für das Sondeln am Strand oder im Wasser kannst du dir auch eine spezielle Sandschaufel zulegen, um deine Funde leichter freizulegen.

Hier findest du ein paar Produktvorschläge (Preisangabe bei Klick ins Bild):

4.      Achte auf die Töne und Leitwerte deines Metalldetektors

Die allermeisten Metalldetektoren haben digitale Displays, auf denen sog. Leitwerte angezeigt werden, sobald sich etwas metallisches unter der Sonde befindet – diese gehen meistens von 0 bis 100. Die Interpretation dieser Leitwerte ist je nach Marke des Metalldetektors unterschiedlich, weshalb du dir mitgelieferte Produktbeschreibung immer genau anschauen solltest.

Bei tiefen Tönen und Leitwerten handelt es sich meistens um Gegenstände aus Blech und Eisen – wenn der Leitwert höher ist (meistens über 40), ist die Chance höher, auf Edelmetall wie Kupfer, Bronze, Silber oder Gold zu stoßen.

5.      Verschiedene Betriebsmodi und Sensitivitäten von Metalldetektoren

Bei einem Metalldetektor sollte immer auf den eingestellten Modus geachtet werden, da es hier (vor allem bei hochwertigeren Geräten) verschiedene Einstellungsmöglichkeiten gibt.

Es ist z. B. möglich einzustellen, dass die Sonde bei jedem Leitwert reagiert.

Wenn man allerdings Funde aus eher minderwertigem Metall ausschließen möchte, kann man die Einstellungen so ändern, dass der Metalldetektor erst ab einem bestimmten Leitwert reagiert.

Fazit zum Sondeln in Rheinland-Pfalz und Deutschland

Das Sondeln ist ein spannendes Hobby für abenteuerlustige Menschen – man bewegt sich an der frischen Luft und kann interessante Dinge aus der Vergangenheit wieder ans Tageslicht bringen, die Geschichten aus längst vergangenen Zeiten erzählen.

Es gibt jedoch einige Dinge, die du unbedingt beachten solltest: Auf der einen Seite solltest du immer, egal wo du suchst, im Voraus die Genehmigung der Person oder Institution einholen, der das Grundstück gehört. Auf der anderen Seite musst du beachten, dass du für die meisten Flächen (Äcker, Weiden, Wiesen und Wald) eine Nachforschungsgenehmigung (NFG) benötigst, die vom zuständigen Amt für Denkmalschutz ausgestellt wird.

Wir können dir nur ans Herz legen, mit den örtlichen Behörden Kontakt aufzunehmen und dich nicht ohne Genehmigung auf die Suche zu machen, denn das „Schwarzsondeln“ ist eine Ordnungswidrigkeit oder sogar eine Straftat (je nachdem, wo du dich befindest) und kann empfindliche Strafen nach sich ziehen.

Anfängern, die noch keine offizielle Genehmigung haben, empfehlen wir daher, mit entsprechender Erlaubnis an unkritischen Orten wie z. B. Parks, Schwimmbädern. Spielplätzen oder Spazierwegen mit dem Sondeln zu beginnen und sich parallel um eine entsprechende Genehmigung für andere Orte zu kümmern.

Auf diese Weise kann man erste Erfahrungen sammeln und bewegt sich ohne Risiko im Rahmen der Gesetze.

Wenn du weitere Ratschläge oder eine Empfehlung für einen Metalldetektor benötigst, kannst du dich gerne unter info@engelmann-promotion.de Kontakt zu uns aufnehmen.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Sondeln!

Anmerkung: Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Rechtssicherheit. Vorschriften und Gesetze können sich jederzeit ändern.