Den Wald mit anderen Augen sehen!

 

Der Wald dient nicht nur als Ort der Entspannung, nein, er bedeutet wesentlich mehr. Stell dir ein Leben ohne Wald vor – undenkbar, oder?

Der Wald verkörpert Sauerstoff und Leben, er ist ein Ort der Erholung und Entspannung sowie Rohstofflieferant und Heimat unserer Tierwelt, die untrennbar mit dem Wald verbunden ist. Der Wald ist ein besonderer Lebensraum mit einem der komplexesten, mächtigsten Ökosysteme, das die Erde hervorgebracht hat.

Auf vielfältige Art und Weise hat der Mensch sich den Wald zu Nutzen gemacht, er dient als Holzlieferant, bringt unzählige Früchte, Pilze und Kräuter hervor und durch den regulierten Wildbestand auch ökologisch unbedenkliches Fleisch auf unsere Teller.

Auf vielfältige Art und Weise hat der Mensch sich den Wald zu Nutzen gemacht, er dient als Holzlieferant, bringt unzählige Früchte, Pilze und Kräuter hervor und durch den regulierten Wildbestand auch ökologisch unbedenkliches Fleisch auf unsere Teller.

Wer bewusst durch den Wald geht sieht, dass er leidet. Er leidet nicht nur unter Umwelteinflüssen, insbesondere der Klimaerwärmung, den damit verbundenen Stürmen und dem Borkenkäfer, sondern auch darunter, dass immer noch die
schönsten, dicksten Stämme aus rein wirtschaftlichen Gründen abgeholzt werden.

An vielen Stellen im Wald schmerzt es, vorbeizulaufen und abgeholzte Baumstämme, verstümmelte Reste und tiefe Furchen im Waldboden zu sehen, die durch riesige Maschinen verursacht wurden. Sie fällen nicht nur Bäume, sondern zerstören auch die sensible Infrastruktur des Waldbodens.

Foto: Ursula Engelmann – Engelmann-Fotografie

Es wird höchste Zeit umzudenken und bewusster mit der Natur umzugehen, die sich direkt vor unserer
Haustür befindet.

Zum Glück gibt es auch Schutzgebiete, in die der Mensch nicht eingreifen darf. Diese Waldstücke bestehen meistens aus Mischwäldern mit alten Buchen und Eichen, Fichten und hohen Tannen, kleinen Lichtungen, bemoosten Baumstämmen, wilden Sträuchern, allerlei Pflanzen und Kräutern – hier herrscht eine Atmosphäre, in die man abtauchen und den Wald mit allen Sinnen genießen kann.

Auf diese Weise kann man die Vielfältigkeit der Natur entdecken, nimmt Geräusche wahr und kann zu unterschiedlichen Jahreszeiten Früchte, Kräuter, Beeren oder Pilze
ernten.

Früher kannte man den Begriff „Waldbaden“ noch nicht, man ging im Wald einfach nur spazieren. Das Wort „Gehen“ gab hierbei bereits die Geschwindigkeit vor. Nicht hektisches Laufen, sondern gemütliches Gehen, während dem man den Alltagsstress
vergessen, die Natur in sich aufsaugen, durchatmen und die Natur auf sich wirken lassen kann.

„Waldbaden“ dagegen steigt noch tiefer in die Materie ein – 1982 regten in Japan Forstbehörden dazu an, Ausflüge in den Wald als Bestandteil eines guten Lebensstils zu integrieren. Das japanische Wort für Waldbaden ist „Shinrinyoku“ und wirkt auf den menschlichen Organismus wie eine Art Aromatherapie. Waldbaden ist in Japan zu einer anerkannten Stress-Management-
Methode avanciert und wird vom japanischen Gesundheitswesen gefördert.

Auch bei uns hat das Wort Waldbaden an Bedeutung gewonnen. Wer mehr dazu erfahren will, findet beispielsweise unter waldbaden.org oder im Buch „Die heilsame Kraft des Waldes“ von Ina Schmitt viele Informationen zum Thema.

Wir können dir nur empfehlen, es auch einmal selbst zu versuchen – wenn du dich das nächste Mal schlecht fühlst, geh eine Weile in den Wald – du wirst es nicht bereuen und dich danach viel besser fühlen. Die positiven Effekte des Waldbadens sind sogar wissenschaftlich belegt.