„Trommelschlag und Exerzieren“: Pirmasens und seine Grenadiere

Pirmasens, die einstige Rokokoresidenz, war geprägt durch die Grenadiergarde des Landgrafen Ludwig IX. . Unter dem Titel „Trommelschlag und Exerzieren“ lädt die offene Stadtführung am Samstag, 6. Juni 2026, die Teilnehmer zu einer spannenden Zeitreise ins 18. Jahrhundert ein.
Die Geschichte der Pirmasenser Grenadiere ist eng mit der Stadtentwicklung verbunden. 1763 wurde Pirmasens – bis dahin ein unbedeutendes Pfarrdorf mit kleiner Kirche und 30 bis 40 Häusern – von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt zur Stadt erhoben. Mit dem schillernden Adeligen zog ein Gönner und Förderer hierher, der Pirmasens ab 1741 zu einer Residenz- und Soldatenstadt formte, die bei seinem Tod 1790 rund 9 000 Einwohner zählte.
Besonders deutlich wird der Einfluss der Grenadiere auf Stadtbild und gesellschaftliches Leben zwischen dem Exerzierplatz, den ehemaligen Standorten der Kasernen und historischen Straßenabschnitten.
Gästeführerin Ingrid Huber berichtet den Teilnehmern beim Rundgang durch die zentrale Innenstadt aus dem Alltag der Soldaten – vom Exerzieren über die Marschmusik bis hin zum Nebenverdienst als Bauern, Handwerker und Schankwirte. Auch die Entwicklung der Siebenhügelstadt im 18. Jahrhundert sowie Bezüge zur später prägenden Schuhindustrie werden ausführlich erläutert.
Auf einen Blick: Die Museumsführung am Samstag, 6. Juni 2026, steht unter dem Titel „Trommelschlag und Exerzieren“ und stellt die Grenadiere des Landgrafen Ludwig IX. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Stadtmuseum Altes Rathaus, Hauptstraße 26, in der Fußgängerzone. Kosten: 7 Euro pro Person, Kinder bis 14 Jahre nehmen gratis teil. Um Anmeldung beim Stadtarchiv unter der Telefonnummer 06331/842832 wird gebeten.
Quelle: Fritz Kredel, einer der bedeutendsten Buchillustratoren des 20. Jahrhunderts, hat die landgräfliche Infanterie in Zeichnungen festgehalten – etwa hier den Tambour der 1. Leibkompagnie. (Foto: Sammlung Stadtarchiv Pirmasens)
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