Sicherheitsgefühl in Kaiserslautern im Fokus

Erste Ergebnisse von Online-Umfrage in der SiKa vorgestellt

Wie sicher sich Menschen in ihrer Stadt fühlen, prägt ihren Alltag: Ob sie sich gerne in der Innenstadt aufhalten, bestimmte Orte meiden und ob sie darauf vertrauen, dass Probleme wahrgenommen und angegangen werden.
Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Online-Umfrage im Auftrag der Stadt. Erste Ergebnisse wurden nun in einer öffentlichen Sitzung des Kriminalpräventiven Rats der Stadt (SiKa) vorgestellt, an der auch Dirk Herber, Staatssekretär im Innenministerium des Landes, teilnahm. Geleitet wurde die Sitzung von Bürgermeister Manfred Schulz.

Die offene Online-Befragung, die im Zeitraum von 25. Februar bis 12. April durchgeführt wurde, liefert mit 2.442 Teilnehmenden, quantitativen Daten zu 31 Fragen und mehr als 11.100 individuellen Antworten ein breites Bild der Wahrnehmungen und Erfahrungen der Menschen, die sich beteiligt haben. Bei der gewählten Methode stand nicht die statistische Abbildung der Gesamtbevölkerung (Repräsentativität) im Mittelpunkt, sondern die Gewinnung möglichst vieler Hinweise auf Ursachen von Unsicherheit und mögliche Ansatzpunkte für Verbesserungen. Teilnehmen konnten Bürgerinnen und Bürger der Stadt im Alter ab 14 Jahren. Die Auswertung erfolgt wissenschaftlich durch das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism) gGmbH.

Die Ergebnisse zeigen, dass Sicherheitsgefühl nicht von allen Menschen gleichermaßen wahrgenommen wird. Teilnehmerinnen bewerten ihr Sicherheitsgefühl insgesamt deutlich schlechter als männliche Teilnehmer. Auch eigene Erfahrungen spielen eine Rolle: Personen, die in den vergangenen zwei Jahren selbst von Kriminalität betroffen waren, äußern deutlich häufiger die Sorge, erneut Opfer einer Straftat zu werden. Dieser Personenkreis der Betroffenen war zudem mit 39 Prozent sehr stark unter den Teilnehmenden vertreten. Für die weitere Analyse ist es deshalb wichtig, unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungshintergründe einzubeziehen und nicht von einem einheitlichen Sicherheitsempfinden der Bevölkerung auszugehen.

Zum Unsicherheitsgefühl tragen, so die Ergebnisse der Umfrage, häufig wahrgenommene Störungen der öffentlichen Ordnung und die Beobachtung normabweichenden Verhaltens bei. Bei den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten zu möglichen Wahrnehmungen dieser Art wurden bezogen auf die Innenstadt insbesondere Abfall und Schmutz (85,6 Prozent), herumlungernde Personen (80,7 Prozent) und Vandalismus (74,8 Prozent) genannt. Auch die Orte, wo das Unsicherheitsgefühl besonders stark ist, wurden mit dem Umfeld der Mall, Hauptbahnhof und Rathausumfeld klar benannt. An diesen Orten geben mehr als zwei Drittel der Teilnehmenden an, sich bereits bei Tageslicht eher oder sehr unsicher zu fühlen. Bei Dunkelheit steigt dieser Anteil auf 80 bis 90 Prozent.

Die Online-Befragung ist der erste Baustein eines mehrstufigen Prozesses. Nach der Besprechung der Ergebnisse im Lenkungskreis der SiKa werden sie nun durch qualitative Interviews vertieft. Dabei sollen insbesondere unterschiedliche Perspektiven auf die Situation in der Innenstadt einbezogen und die Ursachen des Unsicherheitsempfindens weiter vertieft werden. Auf dieser Grundlage werden gemeinsam mit der Stadtverwaltung, der Polizei und der SiKa konkrete Handlungsempfehlungen und ein Maßnahmenplan zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls im öffentlichen Raum entwickelt. Die Befragung ist Teil der Initiative „Sicherheitsgefühl in Kommunen stärken (InSiKo)“ und wird durch die Leitstelle Kriminalprävention finanziell vom Innenministerium Rheinland-Pfalz gefördert.

Quelle: Stadt Kaiserslautern | Foto: Engelmann-Promotion (KI generiert)

Datum: 27. August 2026|Thema: Facebook, Kaiserslautern, Top Aktuell, Westpfalz|

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