Pirmasens – Glätte im Winter: Wirkungsvoll, aber umweltfreundlich streuen

Der Winter hat mit weißen Flocken und klirrender Kälte Einzug gehalten. Das bringt für Grundstückseigentümer und Hausbesitzer Verpflichtungen mit. Die Gehwege müssen auch bei Eis und Schnee gefahrenlos genutzt werden können.
Eine eigene Straßenreinigungs- und Gebührensatzung legt fest, dass spätestens bis 6.30 Uhr und gegebenenfalls bis 20 Uhr Schnee geräumt werden muss. Bei Glätte müssen die Gehwege mit unschädlichen und abstumpfenden Stoffen bestreut werden, um Rutschgefahr zu verhindern.
Viele Menschen setzen daher beim ersten Frost großzügig Streusalz ein. Dieses ist zwar wirkungsvoll, denn es lässt das Eis schmelzen, es schadet aber Böden, Bäumen, Pflanzen und Tieren und gelangt unter Umständen auch ins Grundwasser. Die städtische Umweltberatung fordert die Pirmasenser daher auf, kein Streusalz zu verwenden. „Das mechanische Reinigen der Gehwege ist immer die erste Wahl“, betont Kerstin Trappmann. Sie rät dazu, das Trottoir möglichst schnell mit Schippe und Besen vom Schnee zu befreien. Damit würden in den meisten Fällen der Einsatz von Streumitteln überflüssig, so die Umweltberaterin. Und wenn tatsächlich gestreut werden muss? „Salzfreie, abstumpfende Streumittel wie Sand, Splitt oder Granulat eignen sich hervorragend“, weiß Trappmann und rät dazu im Handel auf den Blauen Engel auf den Verpackungen zu achten. Diese Streumittel würden sich später leicht zusammenfegen lassen und könnten mehrfach verwendet oder schadlos entsorgt werden. Nur bei hartnäckigen Vereisungen und an Gefahrenstellen, etwa auf Treppen, sei die sparsame Verwendung von Streusalz geboten.
Hintergrund: Warum Streusalz in hohem Maße die Umwelt schädigt
Ø Im Tauwasser gelöst, versickert das Salz im Boden und führt zu Wurzelschäden an Hecken und Bäumen, die am Straßenrand wachsen
Ø Spritzwasser das die Salze enthält lagert Chloride in Blättern, Blüten und Trieben ab – die Pflanzen können kein Wasser mehr aufnehmen und verdursten buchstäblich
Ø Eindringendes Salz hat negative Auswirkungen auf die Bodenstruktur: es kommt zur Verschlämmung und Verdichtung des Bodens
Ø Streusalz dringt ins Grundwasser ein und versalzt es
Ø Salzhaltiges Streugut greift auch die Bausubstanz an. Es schadet Straßen, Gehsteigen und Gebäuden. Das zieht teils immense Folgekosten für die Stadt oder die Gebäudeeigentümer nach sich.
Ø Auch für Tiere ist das Salz schädlich: Hunde und Katzen leiden darunter, dass die Haut an ihren Pfoten durch das Salz spröde und rissig wird. Sie lecken sich vermehrt die Pfoten und nehmen dabei das Salz sowie ungenießbare Zuschlagstoffe auf, entstandene Entzündungen heilen kaum ab
Ø Salz greift auch Fahrzeuge an. Durch die korrosive Wirkung der enthaltenen Chlorid-Ionen werden Metallteile besonders stark in Mitleidenschaft gezogen
Ø Salz schadet auch Schuhen und Kleidung
Stadt Pirmasens
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