Kaiserslautern – Brückenbau bedeutet enormen Abstimmungsaufwand

Ab 2029 Großbaumaßnahme an der Jacob-Pfeiffer-Brücke auf dem Einsiedlerhof
Eine Brücke zu bauen ist eine enorme Herausforderung. Kein Wunder also, dass ein Quadratmeter Brücke mehr als das zehnfache kostet als ein normaler Quadratmeter Straße. Warum das so ist, das erläutern Beigeordneter Manuel Steinbrenner und Tiefbaureferatsleiter Sebastian Staab anhand der Jacob-Pfeiffer-Brücke auf dem Einsiedlerhof.
Dass diese neu gebaut werden muss, steht seit einigen Jahren fest. Die alte, 1961 errichtete Brücke ist wie so viele Brücken in Deutschland marode und ein wirtschaftlicher Totalschaden. Bereits seit einigen Jahren dürfen nur noch Fahrzeuge bis 16 Tonnen die Brücke passieren. „Die Pflege der Infrastruktur kam jahrzehntelang zu kurz, weswegen wir heute auch in Kaiserslautern eine ganze Reihe von Brücken komplett erneuern müssen. Allesamt Großprojekte, wobei die Jacob-Pfeiffer-Brücke sicherlich das größte im Stadtgebiet ist“, so Manuel Steinbrenner.
Ab Mitte 2029 soll es auf dem Einsiedlerhof so weit sein, wie der Beigeordnete erklärt. „Eine 18 Meter breite Stabbogenbrücke wird die alte Brücke ersetzen, unter Vollsperrung der Jacob-Pfeiffer-Straße bis Ende 2030“. Abgestimmt mit der Bahn soll der wesentliche Teil des Neubaus der Brücke in dem Zeitraum stattfinden, in dem die Strecke zwischen Homburg und Ludwigshafen ohnehin zur Sanierung gesperrt ist. Um dieses Ziel zu halten, müssten nächstes Jahr zu Jahresbeginn die Leistungen ausgeschrieben werden, damit 2028 die ersten Arbeiten an der Stahlkonstruktion beginnen können.
„Bis dorthin ist noch viel zu tun“, gibt Sebastian Staab einen Zwischenstand. „Alle Anlieger und Beteiligten wurden kontaktiert und kennen die Planungen, darunter Privatleute ebenso wie etwa das US-Militär.“ Die Planungen umfassen dabei natürlich nicht nur den eigentlichen Brückenbau mit Straße, Fuß- und Radwegen. Naturschutz-, Lärmschutz- und Sicherheitsaspekte fließen hier ebenso ein wie beispielsweise die komplexen Aufgaben zur Umleitung des Verkehrs inklusive der Buslinien. Hier sind nicht nur Ingenieurskompetenz gefordert, sondern auch ein gutes Kommunikationstalent und vor allem Geduld. „Der Abstimmungsaufwand ist heutzutage extrem hoch“, so der Tiefbaureferatsleiter. Dies sei besonders bei Eisenbahnbrücken der Fall, wo komplexe Richtlinien und Vorgaben seitens der Bahn zu erfüllen sind. „Entsprechende Verträge müssen geschlossen werden, etwa zur Pacht von Grundstücken, um diese während der Bauzeit nutzen zu dürfen.“ Entscheidend ist die sogenannte Kreuzungsvereinbarung, in der zwischen der Bahn und der Stadt Bau, Finanzierung, Unterhaltung und Sicherung des Bauwerks festgeschrieben werden. Diese steht im Falle der Jacob-Pfeiffer-Brücke noch aus, was den Zeitplan durchaus noch ins Wackeln bringen könnte.
Wenn es dann richtig los geht im Mai 2029, wird die alte Brücke nicht einfach abgerissen, sondern auf Rollen weggeschoben und dann abseits der Gleise auseinandergenommen. In dieser Zeit wird die neue Brücke bereits vormontiert, wofür eine eigens gepachtete Fläche des US-Militärs und der Sportplatz Einsiedlerhof vorgesehen sind. Von dort wird die neue Brücke dann am Stück an Ort und Stelle gefahren. Was allein das an Organisationsaufwand mit sich bringt, lässt sich erahnen – entsprechend hoch fallen am Ende die Gesamtkosten aus, die Stand heute mit rund 18 Millionen Euro kalkuliert sind, die abschließenden Straßenbauarbeiten inklusive. Wieviel davon die Bahn übernimmt, ist noch offen.
„Die Jacob-Pfeiffer-Brücke mag ein Extrembeispiel sein, aber man sieht daran doch exemplarisch, was hinter einem Brückenneubau steckt“, so Sebastian Staab. „Mehrere Projekte dieser Art gleichzeitig könnten wir gar nicht stemmen, auch wenn genau das eigentlich dringend nötig wäre. Hier schlägt der Fachkräftemangel leider voll durch“, ergänzt der Beigeordnete Steinbrenner. „Die drei Ingenieure, die im Tiefbaureferat derzeit mit dem Thema Brücken befasst sind, sind nicht annähernd ausreichend für die Fülle der Aufgaben.“ Und diese werfen ihre Schatten bereits voraus: So müsste die städtische Brücke am Kleeblatt eigentlich ebenso umgehend ersetzt werden wie zum Beispiel die beiden Bahnbrücken in der Pariser Straße.
Sicherungsmaßnahmen der Jacob-Pfeiffer-Brücke
Um die bestehende Jacob-Pfeiffer-Brücke verkehrssicher zu halten, plant die Stadt in diesem Jahr eine Investition von rund 130.000 Euro zur Anbringung neuer Sicherheitsnetze. Sie verhindern, dass bei Abplatzungen größere Betonteile auf das Gleis fallen, was katastrophale Folgen haben könnte. Auf diese Gefahr wird durch den TÜV, der im Auftrag der Bahn die technischen Anlagen der DB prüft, immer wieder hingewiesen, weswegen 2018 durch die Stadt erstmals Fangnetze auf der Brückenunterseite angebracht werden mussten. Im Rahmen der Erneuerung der Netze wird eine Bauwerksprüfung durchgeführt und die Unterseite nach losen Betonteilen abgeklopft.
Foto / Grafik: Stadt Kaiserslautern
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