Neue Aufgaben durch KI: Wohin sich Tätigkeitsprofile jetzt verschieben

txn. In vielen Büros, Callcentern und Verwaltungen laufen inzwischen Prozesse über KI-gestützte Systeme. Parallel tauchen im Alltag neue Aufgaben auf, für die es bislang kaum feste Stellenbezeichnungen gibt. Die Tätigkeit vieler Arbeitnehmenden verlagert sich von reiner Ausführung hin zu Koordination, Bewertung und Begleitung dieser Systeme. Arbeitsplätze werden dadurch nicht einfach abgeschafft, sondern anders zugeschnitten. In bestehenden Berufen treten Aufgaben hinzu, die es vor wenigen Jahren in dieser Form noch nicht gab.
Wenn KI Routinearbeit übernimmt, entstehen Schnittstellenrollen
Überall dort, wo KI Standardaufgaben unterstützt – etwa in Routine-Büroarbeit, einfachem Kundenservice, Sachbearbeitung oder im Content-Bereich -, verändert sich der Zuschnitt von Tätigkeiten. Klassische Routinen wie Datenerfassung, Formularprüfung oder einfache Auskünfte lassen sich zunehmend automatisieren.
Gleichzeitig wächst der Bedarf an Aufgaben, die nur von Menschen übernommen werden können: Ergebnisse prüfen, Ausnahmen klären, Prozesse anpassen, Kolleginnen und Kollegen im Umgang mit neuen Anwendungen begleiten. In vielen Teams entstehen damit Schnittstellenrollen zwischen Fachabteilung, Technik und Belegschaft. Gefragt sind Beschäftigte, die ihre bisherigen Abläufe genau kennen und zusätzlich einschätzen können, wo KI sinnvoll unterstützt und wo Grenzen liegen.
Fachwissen plus KI-Verständnis: Profil für neue Tätigkeitsfelder
Für diese neuen Aufgaben bleibt fachliche Expertise die Grundlage. Gleichzeitig rücken konkrete digitale Kompetenzen stärker in den Mittelpunkt. Entscheidend sind sichere Grundlagen im Umgang mit Standard-Software, Cloud-Lösungen und den wichtigsten KI-Anwendungen im jeweiligen Berufsfeld – denn nur so lassen sich neue Tools reibungslos in den Arbeitsalltag einbinden.
Hinzu kommt gezielte KI-Kompetenz: Verstehen, welche Aufgaben KI übernehmen kann, geeignete Eingaben formulieren, Ergebnisse kritisch prüfen, typische Fehler erkennen und Datenschutz sowie Urheberrecht beachten. Vor allem bei sensiblen Daten oder fremden Text- und Bildquellen entsteht hier besondere Verantwortung.
Ergänzend gewinnen Projektmanagement, Datenkompetenz sowie Kommunikations- und Sozialkompetenzen an Gewicht. Wer diese sogenannten Zukunftsskills mit fachlichem Wissen verbindet, qualifiziert sich für Rollen, in denen KI-Einsatz geplant, begleitet und mit den Bedürfnissen der Teams verbunden wird.
Weiterbildung und Mitbestimmung als Hebel für den eigenen Weg
Weiterbildung wird zum Schlüssel für den Einstieg in neue Tätigkeitsfelder. Unternehmen sind seit 2025 verpflichtet, Mitarbeitende zu schulen, die KI im Arbeitsalltag nutzen. Darauf können sich Beschäftigte berufen und gezielt Qualifizierungen einfordern.
Neben internen Angeboten stehen zahlreiche berufsbegleitende Formate zur Verfügung. Viele richten sich ausdrücklich an Personen ohne IT-Hintergrund und übertragen KI-Anwendungen auf kaufmännische, verwaltende oder dienstleistungsnahe Aufgaben. Besonders für Bereiche mit hohem Automatisierungsrisiko wie Routine-Büroarbeit, Callcenter oder einfache Sachbearbeitung eröffnen Umschulungen oder Schwerpunktwechsel hin zu analytischen, kommunikativen oder koordinierenden Rollen zusätzliche Perspektiven.
Der Einsatz von KI im Betrieb berührt zugleich Fragen von Rechten und Mitbestimmung. Die EU-KI-Verordnung verlangt transparente Nutzung und Schulungen für Beschäftigte, die mit diesen Systemen arbeiten. Vor diesem Hintergrund erhält eine offene Gesprächskultur besonderes Gewicht. Die Expertin für Unternehmenskommunikation beim Personaldienstleister Randstad, Bettina Desch, bringt dies auf den Punkt: „Arbeitnehmende sollten die eigenen Sorgen früh adressieren und mit ihren Vorgesetzten klären, wie sich Rollen verändern und welche Qualifizierung angeboten wird, statt abzuwarten, bis Stellen abgebaut werden.“
Damit wird deutlich: Neue Tätigkeitsfelder rund um KI entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern direkt im Alltag der Teams. Wer das eigene Aufgabenprofil prüft, Weiterbildungen nutzt und Veränderungen frühzeitig anspricht, verschafft sich konkrete Chancen, diesen Wandel aktiv mitzugestalten.
txn. Wer KI-Werkzeuge aktiv nutzt, Weiterbildungen einfordert und offene Fragen früh mit Vorgesetzten und Interessenvertretung klärt, stärkt die eigene Position im Wandel der Arbeitswelt.
Foto: txn/Adobe Stock_ NDABCREATIVITY/Randstad
Schlagwörter: Neue Aufgaben durch KI, txn|
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