Kurz vor der Rente: Zwischen Ausstieg und Neuanfang

txn. Der Moment, in dem der Ruhestand näher rückt, fühlt sich für viele zweigeteilt an: Auf der einen Seite steht die Vorfreude auf mehr Freiheit, auf Reisen, Familie oder lange aufgeschobene Projekte. Auf der anderen Seite zeigt sich eine Unsicherheit, die selten offen ausgesprochen wird. Denn der vertraute Alltag, der das Leben über Jahrzehnte strukturiert hat, löst sich langsam auf – und mit ihm Routinen, soziale Kontakte und Rollen, die bisher selbstverständlich waren. Genau diese Mischung aus Vorfreude und Unklarheit macht deutlich, wie wichtig eine frühzeitige und bewusste Planung ist.
Der Übergang in den Ruhestand verläuft erfolgreicher, wenn er aktiv vorbereitet wird. Dazu gehört mehr als die Klärung finanzieller Fragen. Es geht darum, Stück für Stück sichtbar zu machen, wie der künftige Alltag aussehen kann. Viele unterschätzen, wie stark der Wegfall von Aufgaben, Kontakten und festen Abläufen wirkt – und wie sehr der neue Lebensabschnitt davon profitiert, wenn er bewusst strukturiert wird: „Der beste Start in den Ruhestand gelingt, wenn man nicht nur an das Aufhören denkt, sondern an das Weiterleben: Wer sich früh fragt, welche Gewohnheiten, Menschen und Aufgaben Energie geben, baut sich einen Alltag, der trägt – lange bevor die Arbeit endet“, empfiehlt Petra Timm, Pressesprecherin des Personaldienstleisters Randstad.
Dieser Ansatz schafft Klarheit darüber, was fehlen könnte: eine sinnvolle Tagesstruktur, soziale Kontakte, persönliche Herausforderungen oder feste Zeiten für Bewegung, Hobbys und Erholung. Gleichzeitig zeigt er, welche Aktivitäten den Alltag bereichern und welche neuen Rollen sich natürlich anfühlen. Auch Übergangsmodelle wie Teilrente oder projektbezogenes Weiterarbeiten können diesen Einstieg erleichtern. Sie ermöglichen es, Wissen weiterzugeben, geistig aktiv zu bleiben und gleichzeitig mehr persönlichen Freiraum zu gewinnen. Ob derartige Modelle in Frage kommen, hängt von der Branche und der gelebten Unternehmenskultur ab – doch sie eröffnen die Möglichkeit eines sanften Übergangs statt eines abrupten Schritts.
Finanzielle und administrative Fragen bleiben ein zweiter wichtiger Baustein: Rentenansprüche, Versicherungszeiten und steuerliche Aspekte sollten frühzeitig geklärt sein, um Sicherheit zu gewinnen. Eine saubere Übersicht über alle Zeiten und Ansprüche schafft den notwendigen Rahmen, damit der Fokus auf das Wesentliche gerichtet bleiben kann – die Gestaltung des neuen Alltags. Der Ruhestand wird damit nicht zum Ende eines Berufslebens, sondern zu einer bewusst geplanten, neu gestalteten Lebensphase. Wer früh prüft, ausprobiert und nachjustiert, findet leichter einen Rhythmus, der trägt – und entdeckt im Übergang die Chance auf Stabilität, Sinn und neue Freiheit.
txn. Mehr Zeit für die Enkel: mit dem Eintritt in die Rente können sich die persönlichen Prioritäten neu gewichten.
Foto: txn/Adobe Stock_ JenkoAtaman/Randstad
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