E-Auto: Reifenwahl und Reichweite

txn. Wer ein Elektroauto fährt, kennt den prüfenden Blick auf den Ladezustand und die Reichweitenanzeige. Vor längeren Strecken wird genauer geplant, bei Kälte vorsichtiger kalkuliert und unterwegs öfter geprüft, ob die nächste Lademöglichkeit bequem erreichbar ist. Neben dem eigenen Fahrverhalten stehen dabei Batteriegröße, Außentemperatur, Tempo oder Heizung im Mittelpunkt.
Ein wichtiger Faktor wird jedoch leicht übersehen: die Reifen. Sie haben großen Einfluss darauf, wie effizient ein Fahrzeug seine Energie nutzt. Das hat physikalische Gründe: Beim Abrollen verformt sich jeder Reifen. „Das ist der sogenannte Rollwiderstand“, erklärt Armin Kistner, Technikexperte bei Michelin. „Diese Verformung erfordert zusätzliche Energie, um den Reifen am Rollen zu halten. Je geringer der Rollwiderstand, desto weniger Strom wird für dieselbe Strecke benötigt. Der Unterschied wird bei einem E-Auto im Alltag meist deutlicher wahrgenommen als beim Verbrenner.“
Das bedeutet allerdings nicht, dass der Reifen mit dem niedrigsten Rollwiderstand automatisch die beste Wahl ist. Ein guter E-Auto-Reifen muss mehrere Eigenschaften gleichzeitig beherrschen. Er soll effizient abrollen, bei Nässe zuverlässig bremsen, das Fahrzeuggewicht tragen, beim Beschleunigen stabil bleiben und möglichst leise laufen. Wer nur auf Reichweite achtet und Nasshaftung, Tragfähigkeit oder Fahrstabilität vernachlässigt, spart an der falschen Stelle.
Wichtig ist immer auch der Blick in die Fahrzeugunterlagen. Reifengröße, Lastindex und Geschwindigkeitsindex müssen zu den Vorgaben des Herstellers passen. Bei schweren Elektroautos können zudem verstärkte Reifen oder HL-Reifen vorgeschrieben beziehungsweise sinnvoll sein.
Eine wichtige Rolle spielt der richtige Luftdruck. Ist er zu niedrig, verformt sich der Reifen stärker, der Rollwiderstand steigt und der Verschleiß nimmt zu. Das kostet Energie und kann zugleich das Fahrverhalten verschlechtern. Zu hoher Druck ist allerdings ebenfalls keine Lösung, weil Komfort, Aufstandsfläche und gleichmäßiger Abrieb leiden können.
Hinzu kommt der Zustand der Räder. Unregelmäßiger Abrieb, eine verstellte Achsgeometrie oder schlecht ausgewuchtete Räder können die Effizienz spürbar beeinträchtigen. Wer nach einem Bordsteinkontakt Vibrationen bemerkt oder feststellt, dass ein Reifen einseitig abläuft, sollte das prüfen lassen. Für die Praxis bedeutet das: Pflege und Kontrolle der Reifen wirken sich auf die Reichweite aus. Wer zum Fahrzeug passende Reifen wählt, den Luftdruck regelmäßig prüft und auf gleichmäßigen Verschleiß achtet, nutzt die vorhandene Energie besser und ist sicherer unterwegs.
Weitere Informationen gibt es unter www.michelin.de.

Quelle: TXN | Die Wahl der Reifen wirkt sich auf die Reichweite eines E-Autos aus. | txn-Foto: xxxx/AdobeStock_standret/Michelin

Datum: 15. August 2026|Thema: Auto und Motorrad, Facebook, Top Aktuell|

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