Dubbeglas: Das steckt hinter dem Pfälzer Kultglas

Wer in der Pfalz unterwegs ist, kommt an ihm kaum vorbei: dem Dubbeglas. Auf Weinfesten, Kerwen, in Weinstuben und bei geselligen Runden steht es auf dem Tisch – meist gut gefüllt mit einer ordentlichen Weinschorle. Seine auffälligen Vertiefungen machen das Glas unverwechselbar. Doch warum heißen sie eigentlich „Dubbe“? Woher kommt das Glas? Und was haben Metzger aus Bad Dürkheim damit zu tun? Zeit für unser Pfälzer Wort der Woche.

Dubbeglas
Pfälzer Schoppenglas mit charakteristischen Vertiefungen

Inhalt
klassisch 0,5 Liter

Dubbe
Pfälzisch für Tupfen, Punkte oder Vertiefungen

Typischer Inhalt
Wein oder Pfälzer Weinschorle


Die Dubbe geben dem Glas seinen Namen

Das Dubbeglas erkennt man sofort an den vielen runden Vertiefungen auf seiner Außenseite. Diese Vertiefungen heißen im Pfälzischen „Dubbe“. Der Begriff steht sinngemäß für Tupfen, Punkte oder Noppen. Sie sehen nicht nur typisch aus, sondern haben auch einen praktischen Nutzen: Das Glas liegt dadurch deutlich griffiger in der Hand als ein glattes Glas. Gerade bei einem halben Liter Inhalt ist das durchaus von Vorteil.


Was Metzger aus Bad Dürkheim damit zu tun haben sollen

Eine besonders schöne Geschichte rankt sich um die Entstehung des Dubbeglases. Der Überlieferung nach soll das Glas auf Metzger aus Bad Dürkheim zurückgehen. Bei Schlachtfesten wurde gearbeitet, gegessen und natürlich auch getrunken. Dabei gab es offenbar ein Problem: Mit fettigen oder feuchten Händen ließen sich glatte Gläser nur schwer sicher festhalten. Die Lösung sollen die Vertiefungen gewesen sein. Die Dubbe sorgten dafür, dass das Glas besser in der Hand lag und weniger leicht wegrutschte. Der Überlieferung nach sollen Metzger aus Bad Dürkheim hinter der Idee stecken.  Ob diese Geschichte tatsächlich genauso passiert ist, lässt sich heute nicht eindeutig belegen. Sie gehört aber fest zur Erzählung rund um das Dubbeglas. Mehr zur Geschichte findet Ihr beim Wochenblatt-Reporter: „Dubbeglas wurde in Bad Dürkheim erfunden“.


Ein halber Liter gehört in ein richtiges Dubbeglas

Ein klassisches Dubbeglas fasst 0,5 Liter. Damit entspricht es einem echten Pfälzer Schoppen. Wer also im Lokal einen halben Liter Wein oder Schorle bestellt, bekommt häufig einen Schoppen – und in der Pfalz eben gerne einen Dubbeschoppe.

Schoppen
0,5 Liter

Dubbeschoppe
ein Schoppen im typischen Dubbeglas

Schorle
Wein gemischt mit Mineralwasser


Dubbegläser gehören zu Weinfesten einfach dazu

Vor allem auf Weinfesten ist das Dubbeglas praktisch allgegenwärtig. Es gehört dort genauso selbstverständlich dazu wie Riesling, Saumagen, Flammkuchen und gesellige Runden an langen Tischen. Viele Weingüter, Vereine und Veranstalter lassen ihre Gläser mit eigenen Logos, Wappen oder Schriftzügen versehen. Dadurch sind über die Jahre unzählige Varianten entstanden – manche davon sind für Liebhaber sogar echte Sammlerstücke.


So wird ein Dubbeglas hergestellt

Die meisten klassischen Dubbegläser bestehen aus Pressglas. Dabei wird das Glas in eine Form gepresst. Die charakteristischen Vertiefungen entstehen bereits während dieses Herstellungsprozesses. Das Glas wird nach oben hin meist etwas weiter und lässt sich durch seine Form gut greifen. Bei besonders hochwertigen Ausführungen können die Dubbe auch aufwendiger ausgearbeitet oder in das Glas eingeschliffen werden.


So klingt das auf Pfälzisch

Ein schöner Satz in Mundart könnte so klingen:

„Schepp mer noch e Dubbeglas voll, es Weinfeschd is noch lang net rum.“

Auf Hochdeutsch:

„Schenk mir noch ein Dubbeglas voll, das Weinfest ist noch lange nicht vorbei.“

Natürlich gilt auch hier: Pfälzisch klingt von Ort zu Ort unterschiedlich. Schon wenige Kilometer weiter können Wörter anders ausgesprochen oder geschrieben werden. Mal heißt es „Dubbeglas“, mal „Dubbeglass“ – und oft reicht schlicht: „Noch e Dubbeschoppe.“


Kleine Pfälzisch-Kunde

Dubbe
Tupfen, Punkte oder Vertiefungen

Dubbeglas
Schoppenglas mit den typischen Dubbe

Dubbeschoppe
ein halber Liter im Dubbeglas

Schoppen
traditionelle Menge von 0,5 Litern

Schorle
Wein mit Mineralwasser


Warum das Dubbeglas so gut zur Pfalz passt

Es gibt Gegenstände, die weit mehr sind als nur Gebrauchsgegenstände. Das Dubbeglas ist so einer. Es steht für Wein, Geselligkeit, Mundart und Pfälzer Lebensart. Und gleichzeitig erzählt es eine wunderbar bodenständige Geschichte: Ein einfaches Glas bekommt Vertiefungen, damit es besser in der Hand liegt – und wird irgendwann zum Wahrzeichen einer ganzen Region. Wenn die Gläser klirren und die Schorle eingeschenkt wird, ist die Pfalz nicht weit.


Unser Tipp: Das nächste Dubbeglas bewusst anschauen

Beim nächsten Weinfest einfach einmal genauer hinsehen.

1 · Glas anschauen
Wie viele Dubbe hat es und wie fühlt es sich in der Hand an?

2 · Herkunft prüfen
Viele Weingüter und Vereine haben eigene Varianten mit Logos oder Wappen.

3 · Schorle genießen
Und dann natürlich das Wichtigste: eine Pfälzer Schorle einschenken lassen und das Glas genau dafür nutzen, wofür es gedacht ist.

Ein halber Liter Pfalz

Das Dubbeglas ist robust, praktisch und unverwechselbar. Vor allem aber ist es ein Stück Pfalz zum Anfassen. Und vielleicht liegt genau darin sein Erfolg: Es versucht gar nicht, elegant oder kompliziert zu sein. Es ist einfach typisch Pfalz.

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