Rote Karte für Abzocker: Fake-Trikots boomen zur WM

Verbraucherzentrale warnt vor Plagiaten und Fakeshops
Das Trikot des Lieblingsteams zu tragen gehört für viele zum WM-Fieber, wie Public Viewing und kalte Getränke. Doch Trikots im offiziellen Fanshop sind teuer und online locken viele vermeintlich günstigere Angebote. Wer dort bestellt, erhält mit hohem Risiko entweder keine oder minderwertige Ware und im schlimmsten Fall sogar schadstoffbelastete Plagiate.
Verbraucher:innen gehen davon aus, dass Produkte im Online-Handel unbedenklich sind und grundlegende europäische Standards etwa zur Produktsicherheit einhalten. Billigprodukte von Online-Shops oder Plattformen, die vom Hersteller per Direktversand aus dem Nicht-EU-Ausland an die Verbraucher:innen verschickt werden, genügen diesen Standards auffallend häufig nicht. Widerruf oder Reklamationen scheitern vielfach an fehlenden Kontaktmöglichkeiten, hohen Rücksendekosten und mangelnder Rechtsdurchsetzung im außereuropäischen Ausland. Vor allem rund um günstige Trikotangebote fallen vermehrt Fakeshops auf.
Für Verbraucher:innen bedeutet das:
- Bei Bestellung in einem Fakeshop erhalten sie gar keine Ware. Das gezahlte Geld ist in den meisten Fällen weg, denn typischerweise bieten Fakeshops nur Bezahlwege wie “Vorkasse” an, bei denen das Geld nicht zurückgeholt werden kann.
- Bei auffallend günstigen Shops aus dem Nicht-EU-Ausland besteht das hohe Risiko, dass Bestellende keine Original-Trikots bekannter Hersteller, sondern qualitativ minderwertige Plagiate erhalten. Schlechte Verarbeitungs- oder Materialqualität ist dabei noch das geringste Problem. Vor allem aber können sich Verbraucher:innen hier nicht darauf verlassen, dass die Trikots schadstofffrei sind.
- Auch wenn Produkte mit Begriffen wie “authentic“, “Player Version“ oder “Match Version“ beworben werden, kann es sich um Plagiate handeln, statt um Original-Trikots namhafter Hersteller. Viele dieser Shops verstoßen dabei gegen das Markenrecht. Werden solche Plagiate bei Zollkontrollen entdeckt, werden sie vernichtet und die Bestellenden gehen leer aus.
Oft sind in diesen Fällen Gewährleistungsansprüche kaum durchsetzbar und Rückgaben oder Erstattungen nicht möglich. Verbraucher:innen sollten vor dem Kauf deshalb unbedingt die Herstellerangaben überprüfen. Hat der Hersteller keinen Sitz in der EU und ist auch kein verantwortlicher Ansprechpartner innerhalb der EU benannt, steigt das Risiko, Ansprüche nur schwer durchsetzen zu können und am Ende auf dem Schaden sitzen zu bleiben.
Fakeshop-Finder
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, unbekannte Online-Shops vor dem Kauf mit dem kostenlosen Fakeshop-Finder zu überprüfen. Das Tool bewertet Internetseiten anhand typischer Warnsignale und hilft Verbraucher:innen dabei, unseriöse Angebote besser zu erkennen.
Hier geht’s zum Fakeshop-Finder: https://www.verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder-71560
Verbraucher:innen, die bereits auf einen Fakeshop hereingefallen sind, wird unbedingt geraten, ihre Bank zu kontaktieren, denn SEPA-Lastschrift und manche Kreditkartenzahlungen können zurückgebucht werden. Bei Bezahldiensten wie PayPal greift im besten Fall der Käuferschutz. Außerdem sollte umgehend Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Das geht auch online unter portal.onlinewache.polizei.de.
Quelle: VZ-RLP | Foto: Canva generiert v. Engelmann- Promotion ( Logo v. VZ-RLP)
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