Digital Detox erleichtert den Berufsalltag

Weniger online, mehr bei sich
txn. Ständige Erreichbarkeit, flackernde Displays, klingelnde Messenger – der Arbeitsalltag vieler Berufstätiger spielt sich heute auf mehreren Bildschirmen gleichzeitig ab. Die Grenze zwischen Konzentration und Zerstreuung ist dabei oft fließend. Besonders in Berufen mit hohem Kommunikationsaufkommen oder digitalen Schnittstellen entsteht ein Gefühl permanenter Anspannung – auch dann, wenn längst Feierabend ist.
Zunehmend zeigt sich jedoch: Wer im Job dauerhaft auf Empfang steht, verliert nicht nur an Konzentration, sondern auch an Erholung. Deshalb setzen immer mehr Berufstätige auf Digital Detox – nicht als Technikkritik, sondern als Strategie zur gezielten Entlastung. Im beruflichen Kontext lässt sich dieser Ansatz konkret umsetzen, ohne das Tagesgeschäft zu gefährden.
Abschalten üben – in kleinen Etappen
Hilfreich ist es zunächst, feste Zeiträume zu definieren, in denen bewusst auf digitale Reize verzichtet wird. Schon kurze Intervalle wie 30 Minuten ohne Bildschirm nach Arbeitsende oder ein halber Tag am Wochenende ohne Smartphone können erste Wirkung zeigen. Einige Mitarbeitende berichten von besonders positiven Effekten bei digitalen Auszeiten von 24 Stunden – etwa von Samstagabend bis Sonntagabend. Solche Phasen schaffen Abstand, ohne dass gleich der ganze Alltag umgekrempelt werden muss.
Zentral ist dabei, digitale Grenzen klar abzustecken. Push-Nachrichten außerhalb der Arbeitszeit zu deaktivieren, feste Zeiten zum E-Mail-Check einzuplanen oder das Smartphone in Pausen konsequent aus der Hand zu legen – das sind einfache, aber wirksame Maßnahmen. Wer sie regelmäßig anwendet, stellt oft fest, dass die Reizschwelle sinkt und sich die Gedanken wieder stärker auf das Wesentliche fokussieren lassen.
Arbeitsräume schaffen, die offline wirken
Auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes kann eine wichtige Rolle spielen. In einigen Unternehmen werden bereits „bildschirmfreie Zonen“ eingerichtet – etwa in der Kantine oder in Ruhebereichen. Dort bleibt das Diensthandy bewusst ausgeschaltet. In Meetings wiederum kann es hilfreich sein, Laptops oder Tablets gelegentlich beiseite zulegen und Besprechungen mit analogen Mitteln durchzuführen. Das reduziert Ablenkung und fördert den direkten Austausch. Petra Timm, Pressesprecherin des Personaldienstleisters Randstad, beobachtet in der Praxis einen klaren Zusammenhang zwischen digitaler Selbststeuerung und beruflichem Wohlbefinden: „Wer sein Smartphone am Arbeitsplatz konsequent auf lautlos stellt und außer Sichtweite legt, schafft sich ein Stück ungestörte Konzentration zurück – oft genügen dafür schon wenige Stunden am Tag. Diese einfache Veränderung kann den gesamten Arbeitsrhythmus positiv beeinflussen.“
Besonders wirksam wird Digital Detox, wenn Führungskräfte mit gutem Beispiel vorangehen. Wer als Vorgesetzte oder Vorgesetzter selbst digitale Ruhezeiten einhält, keine E-Mails spät in der Nacht versendet und auch im Urlaub nicht erreichbar ist, schafft ein Umfeld, das Pausen legitimiert. Das signalisiert nicht nur Vertrauen, sondern schützt auch vor stillen Erwartungshaltungen, rund um die Uhr verfügbar sein zu müssen.
Digital Detox heißt nicht Verzicht, sondern Verantwortung
Wichtig bleibt: Es braucht keine radikalen Schritte. Digital Detox ist keine Frage der absoluten Entsagung, sondern der bewussten Dosis. Schon kleine Veränderungen im Verhalten können große Wirkung entfalten. Ob es darum geht, am Wochenende das Handy aus dem Wohnzimmer zu verbannen, sich beim Pendeln nicht durch Feeds zu scrollen oder regelmäßig einen Moment ins Leere zu schauen – all das trägt dazu bei, dass Erholung wieder stattfinden kann.
txn. Weniger Bildschirm, mehr Fokus: Kleine digitale Pausen im Berufsalltag fördern Konzentration und Erholung. Schon kurze Offline-Zeiten helfen, Stress zu reduzieren und die eigene Aufmerksamkeit bewusst zu steuern.
txn-Foto: vzbv/AdobeStock_torwaiphoto
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