Kaiserslautern – Ein klimafester Wald ist das oberste Ziel

Autor/in: Pressestelle
Bund fördert klimaangepasstes Forstmanagement der Stadt
Der Klimawandel bringt auch für unsere Wälder große Herausforderungen mit sich. Die vergangenen Jahre mit ihren intensiven Trockenperioden haben bereits einen Vorgeschmack gegeben, welche Belastungen die oft rein auf Ertrag optimierten Waldflächen zu ertragen haben. Auch die Stadt Kaiserslautern ist im Rahmen ihrer Klimaanpassungsmaßnahmen längst dabei, hierfür Vorsorge zu treffen – was im Januar 2022 erneut vom Stadtrat unterstützt wurde. Damals fällte das Stadtparlament den Beschluss, den Stadtwald auch in Zukunft naturnah gemäß FSC- bzw. Naturland-Zertifikat zu bewirtschaften.
Grundlage dafür ist das neue sogenannte Forsteinrichtungswerk, das die Stadt unter Federführung von Referat Grünflächen (Abteilung Forst) bis 1. Oktober 2024 fertiggestellt haben muss und das dann zehn Jahre gültig sein wird. Unter Forsteinrichtung versteht man die Erfassung des Waldzustandes sowie die weitere Planung des Waldes in periodischen Abständen. Nach dem Landeswaldgesetz Rheinland-Pfalz müssen gemäß für Staats-, Körperschafts- und Privatwald mit über 50 Hektar Größe reduzierter Holzbodenfläche solche „Betriebspläne“ aufgestellt werden.
„In dem neuen Forsteinrichtungswerk soll die Entwicklung klimastabiler Wälder als oberstes Ziel festgeschrieben werden“, erklärt Umweltdezernent Manuel Steinbrenner. Dafür wolle man standortheimische Baumarten langfristig erhalten, möglichst über Naturverjüngung und Mischwälder weiter fördern, so der Beigeordnete. „Darüber hinaus sollen weitere Aspekte bei der Inventur des Forsteinrichtungswerkes Berücksichtigung finden und im Rahmen der Waldbewirtschaftung umgesetzt werden.“
Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) dieses Vorhaben der Stadt Kaiserslautern. Zur Durchführung eines klimaangepassten Waldmanagements wurde für das Haushaltsjahr 2023 vor wenigen Wochen eine Zuwendung in Höhe von 98.811,34 Euro bewilligt. Unter Berücksichtigung des Haushaltsvorbehaltes des Bundes könnte die Zuwendung für die gesamte Bindungsfrist (insgesamt 20 Jahre) auf Basis der aktuell gültigen Fassung der Förderrichtlinien insgesamt bis zu 1.261.706,00 Euro betragen.
Steinbrenner: „Dies bedeutet, dass die Stadt Kaiserslautern mit rund 1,3 Millionen Euro mit dem Ziel, einen klimaangepassten Wald auf die Zukunft vorzubereiten, gefördert werden könnte. Gerade im Hinblick auf das neu zu erstellende Forsteinrichtungswerk ist dies ein beachtenswerter Erfolg für die städtische Forstabteilung in Zusammenarbeit mit Landesforsten, indem die bisher praktizierte naturnahe Waldnutzung vom Bund nicht nur anerkannt, sondern auch in beträchtlicher Höhe finanziell gefördert wird.“
Weitere Informationen
Dieser Text erscheint in der Reihe „Klimaanpassung vor Ort in Kaiserslautern“. Mehr Informationen zum Forsteinrichtungswerk sowie sonstigen Klimaanpassungsmaßnahmen sind unter anderem im Sachstandsbericht zum KLAK unter www.klak-kl.dezu finden.
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