Rückenwind für einen Gesundheits-Campus in der Westpfalz

Gesellschafter sprechen sich für Zukunftsmodell der Medical School Kaiserslautern aus
Die Stadt Kaiserslautern und die Landkreise Kusel und Donnersbergkreis stellen sich hinter den geplanten Gesundheits-Campus Kaiserslautern und die darin untergebrachte neue „Medical School Kaiserslautern-Semmelweis Universität“ (Medical School) des Westpfalz-Klinikums. Das haben die Gesellschafter jetzt in einer Grundsatzentscheidung zur Finanzierung der Medical School bekräftigt.
Zunächst wurde in den Kreistagen der Landkreise einstimmig zugestimmt, Kusel am 26. Januar 2026 und der Donnersbergkreis am 27. Januar 2026. Abschließend folgte die Zustimmung vom Stadtrat Kaiserslautern am 2. Februar 2026. Gemeinsam wollen sie das Projekt, das in enger Kooperation mit der Semmelweis Universität im ungarischen Budapest initiiert wurde, finanziell absichern.
„Wir sind sehr dankbar, dass die Gesellschafter uns den Rücken stärken. Ihre partnerschaftliche Unterstützung ist essenziell, um den Start und den langfristigen Erfolg des Gesundheits-Campus und vor allem der Medical School zu ermöglichen“, sagt Thorsten Hemmer, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums. „Mit diesem Projekt investieren wir in unsere gemeinsame Zukunft. Und dies wird in den kommenden Jahren in der Gesundheitsversorgung für die Patientinnen und Patienten spürbar sein.“
Die Medical School finanziert sich langfristig über die Studiengebühren der Medizin-Studierenden. Für die Anlaufphase bis 2030 benötigt die Medical School eine Anschubfinanzierung, die sie in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Banken, Sparkassen und weiteren Förderern umsetzen möchte. Die Zusage der Gesellschafter zur Ausfallabsicherung und zur anteiligen Investitionsfinanzierung gibt dem Vorhaben die erforderliche Sicherheit.
Langfristige Stärkung der medizinischen Versorgung in der Westpfalz
Das Westpfalz-Klinikum setzt mit der Medical School, die Teil eines integrierten Gesundheitscampus auf dem Pfaffgelände wird, ein klares Signal für die langfristige Stärkung der medizinischen Versorgung in der Westpfalz. In Zusammenarbeit mit der Semmelweis Universität Budapest wird hier ein zukunftsweisendes Modell für die medizinische Ausbildung entwickelt – international vernetzt, praxisnah und interprofessionell.
Beate Kimmel, Oberbürgermeisterin der Stadt Kaiserslautern, ist überzeugt davon, dass die Medical School und der Gesundheitscampus die Gesundheitsversorgung in der Westpfalz nachhaltig verbessern werden. „Die Medical School unterstreicht die Bedeutung Kaiserslauterns als attraktiven Hochschul- und Wissenschaftsstandort, fördert interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Klinik, Forschung und Wirtschaft. Das Pfaffgelände bietet dafür den idealen Ort. In unmittelbarer Nähe des Westpfalz-Klinikums könnte hier ein wunderbares Bindeglied zwischen unserem bisherigen Campus und der Innenstadt entstehen.“
Auch Anja Pfeiffer, Vorsitzende des Aufsichtsrats im Westpfalz-Klinikum und Beigeordnete der Stadt Kaiserslautern, sieht in diesem Projekt einen echten Gewinn für Kaiserslautern und die gesamte Region: „Ich sehe darin ein Leuchtturm-Projekt, das für Innovation und Zusammenhalt steht“, sagt Pfeiffer. „Mit vereinten Kräften schaffen wir eine zukunftsfähige Struktur für die Westpfalz und die angrenzende Region. Diese ermöglicht die Erweiterung des Studien- und Ausbildungsstandorts Kaiserslautern um einen medizinischen Zweig und verzahnt Forschung, Lehre und klinische Praxis sowie die Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen noch enger miteinander.“
Viele Studien zeigen, dass Absolventen einer lokalen Ausbildung oft in ihrer Heimat bleiben – ein „Klebeeffekt“, der hilft, junge Ärztinnen und Ärzte langfristig an die Westpfalz zu binden. Johannes Huber, Landrat im Kreis Kusel, sagt: „So können wir perspektivisch nicht nur die Versorgung in den Kliniken, sondern auch die Versorgung in Haus- und Facharztpraxen in unserem ländlichen Raum stärken.“
Aus Sicht von Rainer Guth, Landrat im Donnersbergkreis und Vorsitzender des Vereins Ärzte für die Westpfalz, profitiert am Ende die gesamte Bevölkerung von der Ausbildung von Nachwuchs-Medizinern: „Die Vorteile sind: eine wohnortnahe Versorgung, kürzere Wartezeiten und bessere Behandlungsmöglichkeiten für Familien, Senioren und alle, die auf qualitativ hochwertige Medizin angewiesen sind.“
Leuchtturm-Projekt „Gesundheitscampus“ auf dem Pfaffgelände
Die ersten 42 Studierenden sind im Wintersemester 2025/2026 bereits gestartet und verbringen die erste Hälfte ihres Studiums an der Semmelweis Universität in Budapest. Danach kommen sie ab September 2028 für die klinische Phase des Studiums nach Kaiserslautern ans Westpfalz-Klinikum und die Medical School. Aktuell läuft bereits die nächste Bewerbungsphase für das Medizinstudium zum Start Wintersemester 2026/2027.
Neben der Medical School sollen auf dem neuen Gesundheitscampus auch die derzeit im Stadtgebiet von Kaiserslautern verteilten Schulen des Westpfalz-Klinikums untergebracht werden: das Ausbildungszentrum für Pflegefachberufe, die ATA-OTA Schule (Schule für Anästhesietechnische und Operationstechnische Assistenz), die Physiotherapieschule und das Weiterbildungszentrum des Westpfalz-Klinikums.
Zusammen mit der Medical School werden auf dem Campus-Gelände perspektivisch über 600 junge Menschen lernen und studieren. Der neue Gesundheitscampus soll hierzu auf dem Pfaffgelände eine großartige Atmosphäre schaffen. Er ist unter anderem mit hochmodernen Skills-Labs ausgestattet, die optimale Trainingsmöglichkeiten für die künftige berufliche Zusammenarbeit der unterschiedlichen medizinischen Disziplinen schaffen. Das Gebäude soll von einem Investor erstellt werden, den das Westpfalz-Klinikum in Kürze über eine Ausschreibung
vergeben wird.
WKK-Geschäftsführer Thorsten Hemmer und der kaufmännische Direktor Peter Selzer waren am Montag in der Sitzung des Stadtrats zu Gast, um das Projekt vorzustellen. Dazwischen Oberbürgermeisterin Kimmel, rechts Beigeordnete Anja Pfeiffer. © Stadt Kaiserslautern
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