Neue Gesichter – Zoo Landau in der Pfalz stellt Zwergotterpaar vor

Der Zoo Landau in der Pfalz freut sich sehr, seinen Gästen in diesen Tagen zwei Zwergotter vorstellen zu können.
Sie bilden ein neues potentielles Zuchtpärchen. Aus dem Zoo Mulhouse stammt das im November 2022 geborene Weibchen. Ihr noch etwas jüngerer, im Juli 2024 geborener Partner kommt aus dem Heidelberger Zoo. Der Koordinator des Europäischen Ex-situ-Programms (EEP) für diese Tierart hatte diese Verpaarung aufgrund genetischer Faktoren empfohlen. Zum Glück zeigte sich schnell, dass nicht nur die errechnete Genetik, sondern auch der „Otternasen“-Faktor stimmt. Die Vergesellschaftung klappte auf Anhieb. Nachzucht ist nun sehr erwünscht. Die Rolle eines EEP ist es, eine genetisch vielfältige und von der Altersstruktur stabile Reservepopulation in Menschenobhut aufzubauen.
Denn Zwergotter, auch Asiatische Kurzkrallenotter genannt, sind in der Natur bedroht und auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „gefährdet“ gelistet. Ihre Wildbestände sind abnehmend. Dabei hatte die Art ursprünglich ein sehr großes Verbreitungsgebiet in Süd- und Südostasien. Sie ist an Seen, Flüssen, in Mangrovengebieten und Sümpfen, auch in der Nähe von Menschen, z.B. in Reisfeldern, zu finden. Fortschreitende Zerstörung des Lebensraums durch die Umwandlung in mehr Ackerland, intensive Aquakultur, der Einsatz von Pestiziden und die Verschlammung von Fließgewässern aufgrund von Entwaldung sind ihre Probleme. Außerdem wird die Art illegal gejagt. Einerseits wegen des dichten Pelzes, anderseits für den illegalen internationalen Heimtierhandel. Sie sind aktiv, verspielt und gelehrig, und werden als besonders niedlich empfunden, da sie Kennzeichen des Kindchenschemas behalten, z.B. ihren rundlichen Kopf mit dunklen Knopfaugen. Doch die sehr sozial lebenden Zwergotter, die zu den Raubtieren zählen, sind keine Kuscheltiere! Sie haben besondere Ansprüche an Haltung und Fütterung in fachkundiger menschlicher Obhut.
Die beiden jungen Otter sind nicht nur neue Gesichter im Zoo Landau, sondern sie zählen auch zu den Flaggschiffarten der aktuellen Artenschutzkampagne des Europäischen Zoo und Aquarienverbandes EAZA. In der durch den Zoo Landau unterstützten Kampagne „Wetlands for Life“ geht es darum, die Aufmerksamkeit auf die bedrohten Feuchtgebiete der Erde zu lenken. Tatsächlich sind sie die am stärksten bedrohten Ökosysteme der Welt. Für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, die Klimaresilienz sowie die Versorgung mit Trinkwasser und anderen wichtigen Lebensgrundlagen sind sie essentiell. Der Zoo Landau ist seit Jahrzehnten Unterstützer der jeweiligen EAZA-Kampagnen und möchte auch in diesem Jahr die Öffentlichkeit für die Bedeutung von Feuchtgebieten und die Komplexität ihres Schutzes sensibilisieren. Darüber hinaus werden Spenden gesammelt, um ausgewählte Projekte zum Schutz von Feuchtgebieten zu unterstützen.
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