Kaiserslautern – Neuer Gasspeicher der Kläranlage offiziell in Betrieb genommen

KIPKI-Projekt der Stadtentwässerung erfolgreich abgeschlossen
Am Sonntag, 30. August 2026, haben Jörg Zimmermann, Vorstand der Städtentwässerung, und Wirtschaftsminister Michael Ebling den neuen Gasspeicher der Stadtentwässerung Kaiserslautern AöR (STE) offiziell eingeweiht. Die Maßnahme zum Aufbau einer nachhaltigen Stromversorgung konnte aus Mitteln, die der Stadt Kaiserslautern im Rahmen des „Kommunalen Investitionsprogramms Klimaschutz und Innovation“ (KIPKI) des Landes Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt wurden, mit einer Million Euro finanziell unterstützt werden. Zur Einweihung waren zahlreiche Gäste gekommen: von der Projektleitung über Vertretungen der ausführenden Firmen, der Stadtverwaltung, der Politik bis hin zu Bürgerinnen und Bürgern. Mit dabei waren unter anderem Bürgermeister Manfred Schulz und Bettina Dech-Pschorn, Leiterin des städtischen Referats Umweltschutz, welches die Kaiserslauterer KIPKI-Maßnahmen federführend betreut.
Der neue Gasspeicher befindet sich auf dem Gelände der Zentralkläranlage der STE neben dem bereits existierenden Gasniederdruckbehälter. Er verdoppelt das Gasspeichervolumen auf 2.000 Kubikmeter, was einem Energieinhalt von rund 12.000 Kilowattstunden entspricht. Die Umsetzung des Projekts hatte insgesamt nur knapp zwei Jahre betragen, wobei die STE die Planung weitgehend selbst übernommen hatte. Vorstand Jörg Zimmermann dankte allen Beteiligten sowie auch dem Verwaltungsrat und dem Stadtrat für die Ermöglichung des Projekts. Durch die Erweiterung des Gasspeichers wird nun mehr regenerative Energie für die Kläranlage nutzbar. So kann das Gas, das in den Blockheizkraftwerken verstromt wird, aufgrund des größeren Speichers – und somit eines größeren Puffers – flexibler und optimaler genutzt werden.
„Noch vor 20 Jahren war unsere Kläranlage größte kommunale Energieverbraucher. Heute speisen wir phasenweise sogar Strom ein. Mit dem erweiterten Gasspeicher stärken wir die Energieversorgung aus eigener Kraft“, so STE-Vorstand Jörg Zimmermann. Denn das Klärgas, ein ehemaliges Abfallprodukt, ist nun Energieträger. „Zu unseren heutigen Aufgaben gehört nicht nur die reine Abwasserreinigung, sondern auch die Energieversorgung und der Klimaschutz sind wichtige Themen auf unserer Agenda“, erklärt Zimmermann. Durch die Energienutzung des neuen Gasspeichers können etwa 191 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.
Bereits im Jahr 2016 wurde die Kläranlage der STE energieneutral. Die jährlich erforderliche Strommenge kann zu 100 Prozent selbst produziert werden. Um trotz steigender Anforderungen das Ziel der Klimaneutralität weiterverfolgen zu können, rückt ein effektives Energie- und Ressourcenmanagement in den Fokus. Mit dem erweiterten Gasspeicher und einer möglichen höheren eigenen Gasproduktion wird sowohl weniger Energie eingespeist als auch eingekauft werden müssen – auch hinsichtlich des zukünftigen Energiebedarfs der Kläranlage. So wird Anfang der 2030er Jahre voraussichtlich eine weitere, vierte Reinigungsstufe in eingeführt, in welcher sogenannte Mikroschadstoffe mit hohem verfahrenstechnischem Aufwand aus dem Abwasser entfernt werden.
„Unser neuer Gasspeicher schafft die notwendige Freiheit, Energie selbst zu produzieren und dann einzusetzen, wenn sie tatsächlich gebraucht wird. So sind moderne Abwasserreinigung und Energieeffizienz eng miteinander verbunden“, so Jörg Zimmermann. Der neue Gasspeicher sei aber nicht nur hinsichtlich seines zusätzlichen Volumens von zentraler Bedeutung, sondern auch als wichtiges Bindeglied zwischen regenerativer Eigenenergieversorgung und klimagerechter Abwasserreinigung
Der neue Gasspeicher wurde am 30. August im Rahmen des Tags der offenen Tür zum 130-jährigen Jubiläum der Stadtentwässerung Kaiserslautern feierlich eingeweiht. Der Tag war mit insgesamt etwa 3.000 Besucherinnen und Besuchern ein voller Erfolg. Viele Stationen präsentierten technische Themen bürgernah und luden zum Mitmachen ein. Ein unterhaltendes Rahmenprogramm rundete den Tag ab.
Weitere Informationen
Das „Kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation“ (KIPKI) beinhaltet in Kaiserslautern insgesamt 16 Maßnahmen aus den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung, die mit finanziellen Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz gefördert werden.
Weitere Informationen gibt es unter https://kipki.rlp.de/ sowie auf der städtischen Website unter https://www.kaiserslautern.de/sozial_leben_wohnen/umwelt/klima_wandel/kipki/index.html.de.
Quelle: Stadt Kaiserslautern | Fotos (c): Stadtentwässerung Kaiserslautern AöR
| Jörg Zimmermann, Vorstand der Stadtentwässerung, richtete zur Inbetriebnahme feierliche Worte an die Gäste. Im Hintergrund der neue Gasspeicher.
| V.l. Vorstand Jörg Zimmermann und Wirtschaftsminister Michael Ebling enthüllen die Tafel vor dem neuen Gasspeicher. Mit dabei war Bürgermeister Manfred Schulz. | Auf der Tafel sind die wichtigsten Daten nachzulesen.
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