Digital Natives im Handwerk: Wie sich Ausbildung verändert

txn. Die Auftragsbücher sind voll, doch Mitarbeitende fehlen. In Deutschland tun sich Handwerksbetriebe derzeit schwer, offene Stellen zu besetzen und Auszubildene zu finden. Viele potenzielle Nachwuchskräfte scheinen das Handwerk nicht attraktiv zu finden. „Schlecht bezahlt“, „zu anstrengend“, „von gestern“, so die Vorbehalte.
„Das negative Image basiert zu einem großen Teil auf überholten Vorurteilen und mangelnder Information“, weiß Petra Timm, Pressesprecherin von Randstad Deutschland. Denn auch im Handwerk schreite die digitale Transformation voran, so die Expertin. „High Tech und Handwerk schließen sich keineswegs aus und Betriebe sollten dies transparent kommunizieren. Etwa über die Kanäle, auf denen sich die sogenannten Digital Natives tummeln, wie Instagram, YouTube und Tik Tok.“
Immer mehr Branchenkenner plädieren dafür, digitale Tools in der Ausbildung stärker zu betonen. Schließlich spielen sie auch in der Berufspraxis von Handwerksbetrieben eine immer wichtigere Rolle. Zunehmend erleichtern smarte Maschinen auch die körperliche Arbeit. Das macht traditionelle Männerdomänen auch für Frauen attraktiv. Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen oder mit rudimentären Sprachkenntnissen können dank digitaler Tools ihr Wirkungsspektrum ebenfalls erweitern.
So entsteht eine Win-Win-Situation: Technikaffine Jugendliche finden eine unvermutet spannende, gut bezahlte Arbeit mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten. Die Betriebe wiederum gewinnen motivierten Nachwuchs, mit dem sie die zunehmende Digitalisierung meistern können.
txn-Foto: Randstad/AdobeStock_Spot Décor
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