Auto-Wintercheck: So machst du dein Auto fit für die kalte Jahreszeit

Der Herbst ist da, die Temperaturen fallen und morgens kann es plötzlich glatt werden. Höchste Zeit also, das Auto auf den Winter vorzubereiten. Das Gute daran: Für einen sinnvollen Auto-Wintercheck muss man nicht sofort in die Werkstatt fahren. Viele wichtige Punkte kann jeder selbst kontrollieren – ohne große technische Kenntnisse.
Gerade Reifen, Beleuchtung, Scheibenwaschanlage, Scheibenwischer und Batterie verdienen jetzt Aufmerksamkeit. Denn Kälte, Feuchtigkeit, Dunkelheit und Streusalz stellen das Auto deutlich stärker auf die Probe als der Sommer.
Winterreifen prüfen – Profil allein reicht nicht
Einer der wichtigsten Punkte beim Auto-Wintercheck sind die Reifen. In Deutschland gilt keine feste Winterreifenperiode, sondern eine situative Winterreifenpflicht. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf nur mit geeigneter Bereifung gefahren werden.
Winter- und geeignete Ganzjahresreifen müssen das Alpine-Symbol, also das Bergpiktogramm mit Schneeflocke, tragen. Die frühere M+S-Kennzeichnung allein reicht nicht mehr aus.
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt zwar 1,6 Millimeter, für Winterreifen sind mindestens 4 Millimeter in der Praxis deutlich sinnvoller.
Das lässt sich leicht selbst kontrollieren. Ein Profiltiefenmesser kostet nur wenige Euro. Zur groben Orientierung funktioniert auch eine Zwei-Euro-Münze: Ihr äußerer Rand ist ungefähr vier Millimeter breit.
Wichtig ist auch das Reifenalter. Selbst wenn noch genügend Profil vorhanden ist, wird die Gummimischung mit den Jahren härter. Ältere Winterreifen sollten deshalb kritisch geprüft werden.
Darauf solltest du bei den Reifen achten
- Profiltiefe möglichst mindestens 4 mm
- Alpine-Symbol vorhanden
- keine Risse oder sichtbaren Beschädigungen
- gleichmäßige Abnutzung
- korrekter Luftdruck
- Reifenalter kontrollieren
Den empfohlenen Luftdruck findest du meistens an der B-Säule, im Tankdeckel oder in der Betriebsanleitung.
Batterie prüfen – der Klassiker unter den Winterpannen
Eine schwache Starterbatterie macht sich häufig genau dann bemerkbar, wenn es morgens besonders kalt ist.
Bei niedrigen Temperaturen sinkt die Leistungsfähigkeit der Batterie, gleichzeitig benötigt der kalte Motor beim Starten mehr Energie.
Ein deutliches Warnzeichen ist ein Motor, der beim Start nur noch langsam durchdreht.
Wer ein Multimeter besitzt, kann bei ausgeschaltetem Motor die Batteriespannung messen. Aussagekräftiger ist allerdings ein professioneller Belastungstest, den Werkstätten innerhalb weniger Minuten durchführen können.
Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn die Batterie bereits mehrere Jahre alt ist oder der Wagen überwiegend kurze Strecken fährt.
Frostschutz im Kühlwasser kontrollieren
Hier wird es wirklich wichtig. Gefriert das Kühlmittel, können erhebliche Schäden entstehen.
Der Frostschutz des Kühlmittels lässt sich mit einem einfachen Frostschutzprüfer kontrollieren. Welche Mischung für das jeweilige Fahrzeug vorgeschrieben ist, steht in der Betriebsanleitung beziehungsweise in den Herstellervorgaben.
Dabei gilt eine wichtige Regel:
Den Ausgleichsbehälter niemals bei heißem Motor öffnen.
Das Kühlsystem steht unter Druck und heißes Kühlmittel kann herausschießen. Es besteht erhebliche Verbrühungsgefahr.
Ebenso wichtig: Frostschutzmittel nicht einfach nach Farbe auswählen. Unterschiedliche Kühlmittel dürfen nicht beliebig miteinander vermischt werden.
Scheibenwaschanlage winterfest machen
Dieser Punkt wird gerne vergessen.
Sommer-Scheibenreiniger kann bei Frost einfrieren. Deshalb sollte rechtzeitig ein für niedrige Temperaturen geeigneter Winter-Scheibenreiniger mit Frostschutz eingefüllt werden.
Danach die Scheibenwaschanlage einige Male betätigen. Dadurch gelangt die frostgeschützte Mischung auch in Leitungen und Waschdüsen.
Wer einfach nur Frostschutz in einen fast vollen Behälter mit Sommerreiniger nachfüllt, erreicht möglicherweise nicht die gewünschte Frostsicherheit.
Scheibenwischer kontrollieren
Gute Sicht ist im Winter besonders wichtig.
Ziehen die Scheibenwischer Schlieren, rattern sie über die Scheibe oder bleiben Streifen zurück, sollte man die Wischerblätter reinigen oder ersetzen.
Vor dem Winter lohnt sich außerdem eine gründliche Reinigung der Scheiben – innen und außen. Gerade die Innenseite entwickelt mit der Zeit einen feinen Film, der bei entgegenkommenden Scheinwerfern störende Reflexionen verursacht.
Beschlagene Scheiben werden dadurch ebenfalls noch unangenehmer.



Beleuchtung komplett überprüfen
Im Winter fährt man deutlich häufiger bei Dunkelheit, Dämmerung, Regen oder Nebel.
Deshalb einmal um das Auto gehen und wirklich alles kontrollieren:
- Abblendlicht
- Fernlicht
- Standlicht
- Tagfahrlicht
- Rückleuchten
- Bremslichter
- Blinker
- Rückfahrleuchten
- Nebelschlussleuchte
Am einfachsten funktioniert das zu zweit. Alternativ kann man beim Bremslicht beispielsweise die Spiegelung an einer Hauswand oder Garagentür nutzen.
Defekte Lampen sollte man schnell ersetzen. Falsch eingestellte Scheinwerfer gehören dagegen in die Werkstatt.
Türdichtungen und Schlösser winterfest machen
Festgefrorene Türen sind meist kein technisches Problem, aber extrem lästig.
Türgummis sollten vor dem Winter gereinigt und anschließend mit einem geeigneten Pflegemittel behandelt werden.
Bei klassischen Türschlössern kann ein Schlossenteiser sinnvoll sein.
Allerdings gehört der nicht ins Handschuhfach. Wenn das Auto abgeschlossen und das Schloss eingefroren ist, hilft er dort wenig.
Bremsen zumindest äußerlich beobachten
Eine vollständige Bremsenprüfung gehört in die Werkstatt. Einige Hinweise kann man aber selbst erkennen.
Zum Beispiel:
- verändert sich das Bremsgefühl?
- zieht das Fahrzeug beim Bremsen zu einer Seite?
- gibt es Schleif- oder Mahlgeräusche?
- vibriert das Lenkrad beim Bremsen?
- leuchtet eine Warnlampe?
Dann sollte man nicht bis zum nächsten regulären Servicetermin warten.



Was gehört im Winter ins Auto?
Auch die Ausstattung gehört zum Wintercheck.
Sinnvoll sind unter anderem:
- Eiskratzer
- Handfeger
- Handschuhe
- Scheibenenteiser
- Taschenlampe
- Warnweste
- kleines Starthilfekabel oder geeigneter Booster
- eventuell eine kleine Decke
Wer regelmäßig in schneereichen Regionen unterwegs ist, kann zusätzlich eine kleine Schaufel und gegebenenfalls Schneeketten mitnehmen.
Was sollte lieber die Werkstatt prüfen?
Vieles kann man selbst machen. Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen sollte aber der Fachmann ran.
Das gilt besonders für:
Bremsanlage, Batterie-Belastungstest, Stoßdämpfer, Fahrwerk, Scheinwerfereinstellung und ungewöhnliche Geräusche oder Warnmeldungen.
Auch bei älteren Fahrzeugen kann ein professioneller Wintercheck sinnvoll sein. Dabei werden typischerweise Batterie, Bremsen, Reifen, Beleuchtung und Frostschutz kontrolliert.
Elektroautos brauchen ebenfalls einen Wintercheck
Auch Elektroautos sind nicht automatisch winterfest.
Reifen, Scheibenwischer, Beleuchtung, Bremsen und Scheibenwaschanlage unterscheiden sich beim Wintercheck kaum vom Verbrenner.
Zusätzlich spielt die Hochvoltbatterie eine Rolle. Bei niedrigen Temperaturen kann die verfügbare Reichweite sinken, insbesondere wenn viel Energie für die Innenraumheizung benötigt wird.
Praktisch ist deshalb das Vorheizen des Fahrzeugs, während es noch an der Ladestation angeschlossen ist – sofern das Fahrzeug diese Funktion unterstützt.
Interessanterweise besitzen auch Elektroautos zusätzlich eine klassische 12-Volt-Batterie. Ist diese leer, kann unter Umständen auch ein voll geladener Elektroantrieb nicht gestartet werden.
Der Auto-Wintercheck in zehn Minuten
Wer nicht viel Zeit investieren möchte, kann zumindest diese Punkte kontrollieren:
1. Reifen: Profil, Luftdruck und Alpine-Symbol
2. Licht: einmal rund ums Fahrzeug
3. Scheibenwischer: sauberer Wischbereich ohne Schlieren
4. Scheibenwaschanlage: Winter-Frostschutz eingefüllt
5. Kühlmittel: Füllstand und Frostschutz
6. Batterie: Startet der Motor kräftig?
7. Scheiben: Steinschläge oder Schäden vorhanden?
8. Türdichtungen: reinigen und pflegen
9. Eiskratzer und Enteiser: wieder ins Auto
10. Warnleuchten: keine Fehlermeldungen ignorieren
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für den Wintercheck
Mit dem Auto-Wintercheck sollte man nicht warten, bis morgens der erste Schnee auf dem Auto liegt.
Gerade Anfang und Mitte des Herbstes sind ideal. Kleine Probleme können rechtzeitig behoben werden, bevor Frost, Schnee und Dunkelheit den Alltag erschweren.
Viele Punkte kosten überhaupt nichts und dauern nur wenige Minuten. Reifen ansehen, Licht kontrollieren, Scheibenwischer testen und Frostschutz auffüllen kann praktisch jeder selbst erledigen.
Und genau darum geht es: Ein guter Wintercheck soll nicht kompliziert sein. Er soll verhindern, dass aus einer Kleinigkeit bei Frost, Dunkelheit oder Schnee plötzlich ein echtes Problem wird.

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