Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz – Was derzeit noch für eine Dach-PV-Anlage spricht

Photovoltaik fürs Eigenheim: Was derzeit für eine Solaranlage spricht
Die Irankrise zeigt erneut, wie abhängig Deutschland von Energieimporten ist. Nicht nur Benzin und Diesel, sondern auch Gas ist zuletzt deutlich teurer geworden. Indirekt erhöht dies über Gaskraftwerke auch den Haushaltsstrompreis.
Selbst produzierter Solarstrom mindert die Abhängigkeit von den Preisschwankungen an Strombörsen und bietet eine Möglichkeit zur nachhaltigen Energieversorgung. Wird zudem das Auto oder die Heizung elektrifiziert, sinkt auch die Abhängigkeit vom Ölpreis.
Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt teuren Strom aus dem Netz. Heute lässt sich Solarstrom mit privaten Dachanlagen ohne Speicher häufig für rund 6 bis 12 Cent pro Kilowattstunde erzeugen. Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte von rund 37 Cent pro Kilowattstunde verdeutlicht, warum die Einsparung von Netzstrom das Herzstück der Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen ist.
Ein Grund dafür ist, dass die Preise für PV-Anlagen in den vergangenen zwanzig Jahren um mehr als 70 Prozent gesunken sind. Für eine typische Solaranlage auf einem Wohngebäude liegen die Kosten heute oft bei etwa 1.100 bis 1.400 Euro je Kilowattpeak.
Mit einer typischen PV-Anlage lässt sich rund 30 Prozent des eigenen Stromverbrauchs abdecken. Ein Batteriespeicher verteuert Solarstrom je nach Anlagengröße grob um rund 2 bis 8 Cent pro Kilowattstunde, kann den Autarkiegrad aber auf mehr als 70 Prozent erhöhen.
Überschüssiger Strom, der ins Netz eingespeist wird, wird nach dem aktuell noch geltenden Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 20 Jahre lang zu einem planbaren Preis vergütet.
Private PV-Anlagen sind heute steuerlich und organisatorisch deutlich einfacher umzusetzen: Die Einnahmen sind meist einkommensteuerfrei, und beim Kauf gilt oft 0 Prozent Umsatzsteuer. In vielen Fällen muss die Anlage steuerlich nicht einmal mehr gesondert aufgegriffen werden.
Die EEG-Vergütung in ihrer heutigen Form steht derzeit zur Diskussion; ob sie auch im kommenden Jahr fortgeführt wird, ist offen. Alexander Ehl, Referent für Erneuerbare Energien bei der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz, rät daher dazu: „Nach Möglichkeit sollte noch in diesem Jahr eine Solaranlage errichtet werden.“ Ändern sich die Rahmenbedingungen, könnte sich eine erst im kommenden Jahr errichtete PV-Anlage langsamer amortisieren.
Photovoltaik-Ausbau in Rheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz ist der Photovoltaik-Ausbau in den letzten drei Jahren deutlich schneller geworden. 2025 lag der PV-Zubau bei 814.500 Kilowatt. Das entspricht grob dem Jahresstrombedarf von rund 230.000 durchschnittlichen Haushalten. Über viele Jahre lag der Ausbau bei weniger als der Hälfte.
Zeitgleich fallen in Rheinland-Pfalz immer mehr ältere Photovoltaik-Anlagen aus der EEG-Förderung. Allein in diesem Jahr betrifft das 4.445 Anlagen. Ihr Weiterbetrieb kann trotzdem wirtschaftlich sinnvoll sein und die Abhängigkeit von Strompreisschwankungen senken.
Viele der Anlagen sind noch intakt. Die Module haben oft noch eine Lebensdauer von weiteren zehn Jahren oder mehr. Zwar entfällt die frühere hohe Vergütung, doch der Eigenverbrauch kann teuren Netzstrom ersetzen.
Bevor über Rückbau oder Weiterbetrieb entschieden wird, sollte ein Fachbetrieb die PV-Anlage und das Dach prüfen. Für die Umstellung auf Eigenverbrauch fallen nur geringe Zusatzkosten an. Überschüssiger Strom wird weiterhin abgenommen, aber nur noch zum Börsenpreis vergütet.
Wer in eine neue Solaranlage investieren will, sollte mehrere Angebote einholen und vergleichen. Unterstützung bietet die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz durch Energieberatung, Checklisten zur Angebotsprüfung und weiterführende Informationen im Buch „Ratgeber Photovoltaik“. Da die Nachfrage vor Änderungen der Rahmenbedingungen oft steigt, kann es sinnvoll sein, frühzeitig Installationsbetriebe zu kontaktieren.
Quelle: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
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