Richtig gut versichert Minimalismus bei Versicherungen – die richtigen Risiken absichern

- Ein regelmäßiger Blick in die Versicherungsunterlagen hilft, Über- und Unterversicherung zu vermeiden und kann überflüssige Versicherungen entlarven.
- Versicherungsverträge sollten bedarfsgerecht an veränderte Lebensumstände angepasst werden.
- Mit unabhängigen Anbietervergleichen lassen sich günstige Tarife ausfindig machen.
Wenn in vielen Bereichen die Lebenshaltungskosten steigen, lohnt es sich auch bei Versicherungen genauer hinzuschauen, um mit einfachen Tricks bares Geld zu sparen. Weniger ist mehr lautet die Devise. Anna Follmann, Versicherungsberaterin der Verbraucherzentrale, rät, den Versicherungsordner regelmäßig auf den aktuellen Stand zu bringen und an die aktuellen Lebensumstände etwa aufgrund von Heirat, Hausbau, Geburt oder Renteneintritt anzupassen.
„Unerlässlich sind die Krankenversicherung, eine private Haftpflichtversicherung und zur Absicherung der Arbeitskraft eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Für Immobilienbesitzer:innen ist eine Wohngebäudeversicherung mit Elementarschutz wichtig und für Autobesitzer:innen ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung sogar vorgeschrieben. Weitere Versicherungen können bei Bedarf sinnvoll sein“, erläutert Follmann.
Unbedingt sollten die existenzbedrohenden Risken versichert werden. Verzichtet werden kann meist auf Policen, die nur kleinere Schäden abfedern. Sinnvoll ist es einen Überblick über sämtliche Versicherungsverträge zu verschaffen und alle im Jahr dafür anfallenden Ausgaben zusammenzurechnen.
Die Spartipps der Verbraucherzentrale:
- Je nach Versicherungssparte können Neuverträge teilweise bessere Bedingungen bieten und sogar günstiger sein als Altverträge.
- Bei Gründung eines gemeinsamen Haushaltes wird teilweise nur eine Familienpolice statt zweier Singleversicherungen gebraucht. Bei einer Hausrat- oder Privathaftpflichtversicherung ermöglichen viele Anbieter, dass der jüngere Vertrag gekündigt wird und der ältere bestehen bleibt.
- Verträge bedarfsgerecht umzustellen und unnötige Bausteine rauszuwerfen, schont den Geldbeutel. Ändert sich beispielsweise das Fahrverhalten, könnten in der Kfz-Versicherung die vereinbarten Kilometer angepasst oder der Mitfahrerkreis eingeschränkt werden. Typische Beispiele für überflüssige Bestandteile sind etwa eine Glasversicherung als Zusatz zur Hausratversicherung oder ein Arbeitsrechtsschutz in der Rechtsschutzversicherung für Ruheständler:innen
- Bei Wohngebäudeversicherung und Co. können mit der Vereinbarung eines Selbstbehaltes Versicherungsbeiträge reduziert werden.
- Monatliche, viertel- oder halbjährliche Zahlung kostet zusätzlich. Wer auf eine jährliche Zahlweise umstellt, kann damit oft bis zu fünf Prozent Beitrag im Jahr sparen.
- Auch der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter kann sinnvoll sein. Es empfiehlt sich, mehrere Angebote einzuholen. Einen unabhängigen Anbietervergleich bietet die Stiftung Warentest unter: https://www.test.de. Manchmal auch hilfreich, um sich eine erste Marktübersicht zu verschaffen, aber nicht unabhängig, sind Vergleichsportale im Internet.
Fragen rund um Versicherungen beantworten die Berater:innen der Verbraucherzentrale montags von 10 bis 13 Uhr und mittwochs von 14 bis 17 Uhr unter der Rufnummer (06131) 28 48 122.
VZ-RLP
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