Mehr Klarheit für Verbraucher:innen: Was bedeutet Regionalität bei Lebensmitteln

Einkauftipps beim digitalen verbraucherpolitischen Frühstück
„Wie kann Regionalität beim Lebensmitteleinkauf transparent gekennzeichnet werden?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt des digitalen verbraucherpolitischen Frühstücks, zu dem Ursula Braunewell, Vorsitzende LandFrauenverband Rheinhessen, Gudrun Breuer, Präsidentin LandFrauenverband Rheinland-Nassau und Isabel Steinhauer-Theis, Präsidentin LandFrauenverband Pfalz, sowie die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz eingeladen hatten. Rund 90 Minuten lang diskutieren Vertreter:innen aus Forschung, Landwirtschaft, Politik und Verbraucherschutz über die aktuellen Defizite bei Regionalitätsangaben und mögliche politische Ansätze.
In ihrem Vortrag gibt Dajana Müller, Referatsleiterin LandFrauen der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Einblicke in die regionale Wertschöpfungsketten und macht deutlich, wie regionale Initiativen die Vermarktung unterstützen können. „Unsere LandFrauen erleben täglich, wie wichtig Glaubwürdigkeit und Transparenz für regionale Produkte sind. Klare Regeln sorgen für Vertrauen der Verbraucher:innen und stärken die Arbeit der Erzeugerinnen und Erzeuger von Ort.“
Prof. Dr. Katrin Zander von der Universität Kassel stellt aktuelle Forschungsergebnisse zur Verbraucherwahrnehmung von Regionalität vor und zeigt, dass pauschale Begriffe zu Missverständnissen und Vertrauensverlust führen können. Das Regionalfenster bietet hierfür eine Lösung. Das Regionalfenster ist ein blaues Deklarationsfeld mit zertifizierten Angaben zur Herkunft und Verarbeitungsort. Bei Produkten mit mehreren Zutaten wird der regionale Anteil angegeben.
In der anschließenden politischen Diskussionsrunde bestärkt Jaqueline Rauschkolb (SPD) „Wenn Regionalität draufsteht, muss auch Regionalität drin sein. Verbraucher:innen haben ein Recht auf ehrliche Informationen, damit sie bewusst und fair einkaufen können“. Lisett Stuppy (Bündnis 90/Die Grünen) betont: „Wer regional einkauft, will wissen, woher Lebensmittel kommen und wem sie nutzen. Transparente Regionalangaben stärken die regionale Vermarktung, sichern landwirtschaftliche Existenzen und bringen Vorteile für Mensch, Natur und Klima zusammen.“ „Es geht darum, Regionalität klar zu definieren, ohne kleine und mittelständische Unternehmen mit unnötiger Bürokratie zu belasten“, unterstreicht Jenny Groß (CDU). Marco Weber (FDP) fügt hinzu, dass Transparenz durch marktwirtschaftliche Lösungen erreicht werden soll, ohne die unternehmerische Freiheit einzuschränken. In der Diskussion stellt sich heraus, dass von Landwirtschaft bis Politik Einigkeit darüber besteht, dass es eine klare und verbindliche Kennzeichnung für regionale Lebensmittel geben soll. Ebenfalls wird intensiv diskutiert, inwieweit Verbraucherbildung noch stärker in die Schulen von Rheinland-Pfalz muss, um von klein auf ein Verständnis für die Herstellung von regionalen Lebensmitteln zu vermitteln.
Heike Troue, Vorständin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz betont im Rahmen der Veranstaltung die Forderung nach verbindlichen Standards für regionale Gütezeichen, sowie der Bekanntmachung des Regionalfensters als bundesweiten Standard für glaubwürdige Regionalkennzeichnung. „Verbraucher:innen wünschen sich transparente Herkunftsangaben auf Lebensmitteln“ so Heike Troue. Konkret empfiehl die Verbraucherzentrale:
- Lassen Sie sich nicht von unbestimmten Werbebegriffen wie „ aus der Region“ und „von hier“ täuschen
- Achten Sie auf konkrete Regionsangaben wie Mittelrhein-Westerwald, Rheinhessen, Rhein-Neckar, auf die Angaben des Regionalfensters oder kaufen Sie direkt beim Bauern
- Saisonale Lebensmittel aus der Region stehen für Frische und Geschmack und unterstützten gleichzeitig die Produzenten
Mehr zu den Forderungen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz für die Landtagswahlen.
VZ-RLP
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