Landesgartenschau in Neustadt an der Weinstraße: Stadt und Land prüfen gemeinsam Verschiebung ins Jahr 2028

Das Land Rheinland-Pfalz und die Stadt Neustadt prüfen aktuell, die Landesgartenschau in Neustadt an der Weinstraße um ein Jahr zu verschieben.
Dies gaben heute die Landesregierung Rheinland-Pfalz und die Stadt Neustadt an der Weinstraße gemeinsam mit der Landesgartenschau 2027 Neustadt an der Weinstraße GmbH bekannt. Grund sind Verzögerungen im Bauablauf, durch die ein fristgerechter Beginn der Schau im Frühjahr 2027 nicht mehr verantwortungsvoll möglich ist.
Nach intensiver Beratung mit Planern und Experten, auch von Seiten der Projektgesellschaft Landesgartenschau Rheinland-Pfalz mbH, im Verlauf der vergangenen Woche hat sich gezeigt, dass wichtige Baumaßnahmen erst im Juni 2027 und damit etwa zehn Wochen später als geplant fertiggestellt werden können. Dies hat mutmaßlich zur Folge, dass Bepflanzungen und Aussaat erst im Frühjahr 2027 starten könnten, womit der geplante Start am 15. April 2027
nicht haltbar wäre, weil eine komplette Jahreszeit für die Landesgartenschau verloren ginge.
Durch die Verschiebung um ein Jahr könnte die Schau ohne Qualitätseinbußen für Gelände und Erlebnisqualität durchgeführt werden.
Der Wunsch der Landesgartenschaugesellschaft nach einer Verschiebung der Landesgartenschau werde sehr ernst genommen, hieß es von Seiten der Stadt und der Landesregierung. Dabei sei allen bewusst, wie viel Verantwortung, Arbeit und Herzblut mit diesem Projekt vor Ort verbunden sind. Entsprechend stünden Stadt und Land in einem engen, offenen und vertrauensvollen Austausch.
Über die konkrete Ausgestaltung einer möglichen Unterstützung solle gemeinsam und partnerschaftlich gesprochen werden, sobald eine abgestimmte Bewertung erfolgt ist und die zuständigen Fachgremien ihre Entscheidungen getroffen haben. Grundlage dafür ist eine zeitnahe, transparente Aufstellung der durch die mögliche Verschiebung entstehenden Kosten im Durchführungshaushalt. Ziel bleibe es, eine starke und erfolgreiche Landesgartenschau 2028 auf den Weg zu bringen – getragen von Verlässlichkeit, Zusammenarbeit und dem gemeinsamen Anspruch, Neustadt an der Weinstraße nachhaltig zu stärken.
Verursacht wurde die Verzögerung durch das Zusammenwirken mehrerer Widrigkeiten bei der Umsetzung baulicher Maßnahmen wie dem Sportpavillon (wegen der Insolvenz einer Ende letzten Jahres beauftragten Baufirma) und der Unterführung unter der ICE-Trasse Neustadt Mannheim. Diese erzeugen im straffen Zeitplan mit seinen vielen Abhängigkeiten im Bauablauf einen Kumulationseffekt, der zu einer kaum aufholbaren Verzögerung führt. „Wir haben bereits
in den letzten Monaten beim Zeitplan alles herausgeholt, was möglich war“, berichtet die Geschäftsführerin der LGS-Gesellschaft, Anne Pieper. „Aber beim Bau sind die Gewerke voneinander abhängig und können nicht beliebig verschoben werden – wie beim Hausbau, wo der Fliesenleger eben noch nicht loslegen kann, solange der Estrich nicht trocken ist. Wir empfehlen deshalb, eine Verschiebung zu prüfen.“
Dazu erläutert Neustadts Oberbürgermeister Marc Weigel: „Unsere Landesgartenschau ist ein komplexes Leuchtturmprojekt mit langfristiger positiver Wirkung für die Stadtentwicklung. Wir müssen uns genau jetzt damit befassen, denn in einem halben Jahr sind einfach zu viele Aufträge für die Durchführung der Veranstaltung erteilt, die kostenintensiv korrigiert werden müssten.
Auch aus unserer Sicht ist es daher richtig und verantwortungsvoll zu prüfen, ob die Landesgartenschau unter den neuen Rahmenbedingungen noch wie geplant in 2027 umgesetzt werden kann.“
Bereits beschlossene und laufende Bauprojekte blieben von der Verschiebung unberührt und würden wie geplant umgesetzt. Ebenso gingen keine bereits bewilligten Fördermittel verloren.
Neustadt an der Weinstraße
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