Pirmasenser Feuerwehr war am Wochenende im Dauereinsatz

Die Pirmasenser Feuerwehr war am vergangenen Wochenende im Dauereinsatz. Ein Hausbrand in Niedersimten, ein Feuer auf einer Wiese in Gersbach sowie eine überörtliche Unterstützung in der Eifel hielten die Rettungskräfte in Atem.
In der Nacht zum Samstag wurde die Wehrleitung gegen 2 Uhr gebeten die Kameraden in Büchel (Kreis Cochem-Zell) bei der Bekämpfung eines Waldbrandes zu unterstützen – mit einem hochspezialisierten Tanklöschfahrzeug.
Seit Mai 2024 gehört der geländegängige Mercedes Unimog zur Pirmasenser Feuerwehr. Das 14 Tonnen schwere Fahrzeug ist mit modernster Technik ausgestattet, um auch in unwegsamem Gelände effektiv Hilfe leisten zu können. Rund 3 000 Liter Wasser fasst der Tank, dazu kommt eine umfassende Ausrüstung. Die Besonderheit: Brände können aus dem fahrenden Fahrzeug heraus bekämpft werden, da der Unimog selbst mit einem „Wasservorhang“ vor den Flammen geschützt ist.
Der Spezial-Unimog samt Besatzung verließ kurz nach 4 Uhr die Wache in der Gasstraße in Richtung Eifel. Dort wurden die Pirmasenser Wehrleute unverzüglich an einen Steilhang am Wanderweg „Im Tal der Wilden Endert“ beordert. Dabei erlitt das Fahrzeug einen technischen Defekt, so dass die Wehrleute mit einem anderen Tanklöschfahrzeug erfolgreich gegen die Flammen kämpften. Am frühen Samstagabend war das Feuer gelöscht und der Einsatz beendet, die Floriansjünger traten den Rückweg in die Siebenhügelstadt an.
Zum gleichen Zeitpunkt waren die Kameraden in Pirmasens binnen vier Stunden gleich zu fünf Einsätzen ausgerückt. Dramatischer Höhepunkt des Abends war der Vollbrand eines Wohnhauses in Niedersimten. Das Gebäude ist nicht mehr bewohnbar. Glücklicherweise kamen keine Menschen zu schaden, für eine Katze und einen Wellensichtig kam jedoch jede Hilfe zu spät. Die betroffene Familie ist vorübergehend bei Verwandten untergekommen.
Um 0.33 Uhr ging der Alarm auf der Wache ein. Das rund 200 Quadratmeter große Gebäude in der Straße „Alter Innweg“ ist von dichtem Wald umgeben, auf den das Feuer bereits übergegriffen hatte. Die Löscharbeiten im Steilhang gestalteten sich aufgrund der abgeschiedenen Lage sehr schwierig. Fast 300 Meter Schläuche mussten verlegt werden, um mit der Brandbekämpfung am Gebäude beginnen zu können, da ein direktes Anfahren mit Fahrzeugen zur Einsatzstelle nicht möglich war. Parallel dazu wurde die Ausbreitung des Waldbrandes verhindert, um benachbarte Gebäude zu schützen. Deshalb wurden Feuerwehren aus den benachbarten Verbandsgemeinden nachalarmiert. In der Frühphase des Einsatzes unterstützten Helfer aus der Stadtbevölkerung bei der Verlegung von Wasserschläuchen. Darüber hinaus wurden die Floriansjünger mit Getränken versorgt. Die Feuerwehr Pirmasens bedankt sich ausdrücklich für dieses Engagement.
Der Einsatz war vor dem Hintergrund der hohen nächtlichen Temperaturen und der enormen Hitze am Brandherd sehr kräftezehrend. Deshalb mussten die an der Unglücksstelle eingesetzten Kräfte regelmäßig ausgetauscht werden. Nach rund vier Stunden war der Brand unter Kontrolle, konnte aber aufgrund der Einsturzgefahr des Wohnhauses nicht abschließend gelöscht werden. Ein Betreten des Gebäudes war für die Kräfte zu gefährlich, so dass Glutnester nicht gezielt abgelöscht werden konnten. Ein Fachberater des Technischen Hilfswerks (THW) wurde zur Beurteilung der Lage hinzugezogen. Ein Teilabriss mit schwerem Gerät war nicht möglich. Auch der Einsatz von Schaum zur Bekämpfung des Feuers schied aus, um das Trinkwasser nicht zu gefährden. Erst ein Schreitbagger der Firma Lahner Forst konnte Abhilfe schaffen. Das Spezialfahrzeug konnte unter den erschwerten Bedingungen das einsturzgefährdete Geschoss abtragen, damit die Feuerwehrleute den Brand gezielt ablöschen konnten. Gegen 11 Uhr am Sonntagvormittag waren die Arbeiten beendet.
Während des Einsatzes war die Lothringer Straße zwischen Niedersimten und Pirmasens vollständig gesperrt. Zeitweise waren rund 100 Kräfte unter Leitung von Brand- und Katastropheninspekteurs Simon Tigges im Einsatz, darunter mehrere Einheiten der Verbandsgemeinden Pirmasens-Land und Rodalben. Die Kameraden der VG-Wehren Thaleischweiler-Fröschen hielten die Wache in der Gasstraße besetzt. Zudem waren neben Polizei und THW auch die Katastrophenschutzeinheit der Stadt Pirmasens, die Firma Lahner Forst sowie der ASB Pirmasens mit Drohne und zur Verpflegung der Einsatzkräfte vor Ort. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen und hofft auf Zeugenhinweise (E-Mail: kipirmasens@polizei.rlp.de oder Telefon: 0631/36915199).
Noch während der Aufräum- und Reinigungsarbeiten in Niedersimten erreichte die Feuerwehr ein Hilferuf aus Gersbach. Kurz vor 16 Uhr wurden die Kräfte zu einem Vegetationsbrand alarmiert, der sich rasch ausbreitete. Beim Eintreffen Wehrleute gestaltet sich die Situation dramatisch: Mehrere hundert Quadratmeter Wiese und Weidefläche stand in Flammen. Angrenzende Gebüsch- und Waldflächen waren bereits in Brand geraten. Umgehend wurde Gesamtalarm für die Feuerwehr der Stadt Pirmasens ausgelöst und zeitgleich ein Tanklöschfahrzeug aus Rodalben angefordert. Durch das schnelle Eingreifen und das engagierte Handeln der Helfer konnte das Feuer auf eine Fläche von rund 5 000 Quadratmete begrenzt und das Übergreifen auf den nahegelegenen Wald verhindert werden. Der Einsatz wurde von Brandinspektor Patrick Roscher geleitet, dem Leiter der Facheinheit für Wald- und Vegetationsbrände.
Quelle: Das Wohnhaus in der Straße „Alter Innweg“ wurde ein Raub der Flammen. Menschen wurden nicht verletzt. (Foto: Feuerwehr Pirmasens)
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