Pirmasens- Brand- und Katastrophenschutz: Präsident besucht Feuerwehr

Hoher Besuch bei der Feuerwehr Pirmasens: René Schubert, Präsident des rheinland-pfälzischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK), war zu Gast auf der Feuerwache in der Gasstraße. Begleitet wurde er dabei von seiner persönlichen Referentin Sonja Heinlein und Brandreferendarin Victoria Geisel.
Grund des Treffens war der fachliche Austausch mit Simon Tigges, Amtsleiter Brand- und Katastrophenschutz, über die Entwicklung des Brand- und Katastrophenschutzes in der Stadt Pirmasens unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und besonderen Herausforderungen. Die Betrachtungen im Brand- und Katastrophenschutz haben sich im Nachgang an das Hochwasser im Ahrtal verändert und gesetzliche Bestimmungen wurden grundlegend angepasst. Dies betrifft insbesondere den Katastrophenschutz. Hinzu kommt die veränderte geopolitische Lage, weshalb auch der Zivilschutz wieder mehr in den Fokus rückt. Dieser umfangreiche Aufgabenzuwachs stellt insbesondere die kleinen kreisfreien Städte vor große Herausforderungen, da es in den vergangenen Jahren immer schwerer wurde, ehrenamtliches Personal für diese Aufgaben zu gewinnen und langfristig an den Brand- und Katastrophenschutz zu binden.
Schubert würdigte den Einsatz aller Beteiligten im Rahmen seines Besuchs: „Was Sie hier leisten, verdient großen Respekt und besondere Anerkennung. Mit viel Engagement und Verantwortungsbewusstsein arbeiten Sie gemeinsam daran, den Katastrophenschutz weiter auszubauen, fortzuentwickeln und zu stärken. Das zeigt: Nur wenn alle an einem Strang ziehen, kann dieses wichtige Ziel erreicht werden. Ich danke allen herzlich, die mit ihrem Einsatz dazu beitragen, die Sicherheit der Bevölkerung nachhaltig weiter zu verbessern.“
Bei einer Besichtigung der Stadt konnte sich die Delegation in Pirmasens auch einen Überblick über die besondere Schwierigkeit der Topografie, der städtischen Struktur und der Nähe zum Pfälzerwald verschaffen.
Hintergrund: Die Feuerwehr Pirmasens ist als Teil des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz die kommunale Brandschutzbehörde der Stadt. 26 Feuerwehrbeamte sind im Schichtdienst auf der Wache in der Gasstraße eingesetzt, fünf angehende Berufsfeuerwehrleute haben im April 2026 die Ausbildung begonnen, die am Standort im Pirmasens durchgeführt wird. Hinzu kommen drei Verwaltungsmitarbeiter, vier Sachbearbeiter und die Amtsleitung. Ergänzend gehören rund 100 ehrenamtliche Feuerwehrleute zur Truppe. 1869 gegründet zählt die Pirmasenser Wehr zu den ältesten des Landes Rheinland-Pfalz.
Die Wehr gliedert sich in zwei Löschzüge für den abwehrenden Brandschutz und die technischen Hilfeleistungen, sowie mehrere Facheinheiten. Zur Wehr gehören auch drei Feuerwehrärzte, die sich neben ihrer eigentlichen Tätigkeit auch in den Löschzügen engagieren sowie die Ausbildung der Feuerwehrleute im medizinischen Bereich durchführen.
Zur Abwehr spezieller Gefahren stehen der Gefahrstoffzug, der Waldbrandzug, die Fachgruppen Höhenrettung und Führungsunterstützung, sowie die Führungsgruppe Technische Einsatzleitung, zur Verfügung. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte haben für diese Aufgaben eine umfangreiche Spezialausbildung, auch an überregionalen Bildungseinrichtungen, durchlaufen.
Verschiedene Gruppen kümmern sich zudem um spezielle Aufgaben, wie den Aufbau einer Stromversorgung, forstliche Arbeiten und spezielle Pumpentechnik, die bereits bei den Unwetterereignissen im Ahrtal sowie im vergangenen Jahr in Zweibrücken zum Einsatz kam.
Die Wehr wird seit 2024 vom hauptamtlichen Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Simon Tigges geführt. Er ist auch gleichzeitig Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes der Stadt Pirmasens. Die Wehrleitung wird durch den ehrenamtlichen Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Tobias Roscher komplettiert.
In den Stadtteilen Gersbach und Ruhbank werden Gerätehäuser der Wehr vorgehalten, von denen die Kameraden aus den jeweiligen Alarmierungsbereichen ins Stadtgebiet ausrücken.
Neben der Feuerwehr Pirmasens gehört die Katastrophenschutzeinheit mit den Schnellen Einsatzgruppen (SEG) SAN (Sanitätsdienst) und V (Versorgung) zum Brand- und Katastrophenschutzamt. Diese Einheiten unterstützen die Feuerwehr jedoch nicht nur bei Katastrophen, sondern auch bei alltäglichen Einsätzen durch sanitätsdienstliche Betreuung. Sie versorgen zudem die Einsatzkräfte und Betroffenen bei größeren Einsätzen mit Speisen und Getränken. Die Rettungswache der Katastrophenschutzeinheit befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Kraftpost im Schachen und wurde im Dezember 2020 in Betrieb genommen. Aktuell engagieren sich 28 Mitglieder in den Einheiten.
Quelle: Stadt Pirmasens
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