Ende des Projekts “ Lernzentren in Rheinland-Pfalz“: Lernzentrum der vhs Neustadt an der Weinstraße und vier weitere Lernzentren müssen schließen

In der kommenden Woche wird das Lernzentrum der vhs Neustadt an der Weinstraße seine Türen schließen müssen. Damit steht ein erfolgreiches Instrument für die Integration vor dem Aus. Neben dem Standort Neustadt sind auch die Projektpartner in Bad Kreuznach, Kaiserslautern, Montabaur und Bingen vom aktuellen Projekt-ende betroffen.
Übergreifendes Projektziel der Lernzentren ist die nachhaltige Förderung des Deutschspracherwerbs vor, wäh-rend und nach dem Besuch von Deutschkursen, verbunden mit individueller Lernbegleitung im Sprachlernpro-zess, um bei Lernschwierigkeiten zu unterstützen und Kursabbrüche zu vermindern. Die Förderung der Lerner-autonomie und der Eigenverantwortung der Lernenden steht dabei stets im Vordergrund, ganz nach dem Motto „Jeder lernt für sich, aber nie alleine!“
Das erste Lernzentrum startete 2012 an der vhs Bingen, in den Folgejahren kamen Bad Kreuznach, Kaiserslau-tern, Montabaur und Neustadt als weitere Projektpartner dazu. In Neustadt gibt es am vhs-Standort in der Lin-denstraße seit 2023 ein Lernzentrum, in dem eine qualifizierte Lernberaterin beschäftigt ist, die nach individuel-ler Beratung je nach Sprachniveau gruppierte offene Lernangebote macht, Prüfungsvorbereitungen und eine Online-Beratung durchführt. In der kommenden Projektphase sollte der Schwerpunkt vor allem auf die Förde-rung der zugewanderten Frauen liegen, um deren Potenzial zu stärken und die Integration in Gesellschaft und Wirtschaft zu fördern. „Der Bedarf ist da“, verdeutlicht Ilirjana Haas, Leiterin der vhs Neustadt an der Wein-straße. „Allein in den ersten zwei Jahren haben wir bereits 125 Migrantinnen und Migranten sprachlich begleitet und unterstützt. Und die Warteliste mit Interessentinnen und Interessenten, die auf individuelle Unterstützung hoffen, ist lang.“
Über die Standorte hinweg wurden insgesamt rund 4.000 Personen gefördert, die teils bis zu 50 einzelne Lern-besuche hatten. „Sehr schade ist es für all unsere Lernenden aus Drittstaaten, die nun zunächst keine Anlauf-stelle mehr haben, um weiterhin individuell und ohne große Hemmschwelle ihre Deutschkenntnisse ausbauen zu können“, so fasst Beata Kobylarz-Winn, Geschäftsführerin der Evangelischen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz (ELAG) e.V. und Projektträger des Lernzentrums in Bad Kreuznach die Situation zusammen. Thomas Feser, Vorsitzender der Volkshochschule Bingen, hofft, dass bald eine erneute Antragsstellung möglich ist und das sinnvolle Projekt, das den Spracherwerb auch als Basis für den Eintritt in den regionalen Arbeitsmarkt fördert, fortgesetzt werden kann. „Integration erfolgt über Sprache. Angebote, die den Drittstaatenangehörige hier professionelle und qualitativ hochwertige Unterstützung geben, sind wichtig. Daher werden wir, sobald eine Antragstellung möglich ist, versuchen, eine erneute Förderung zu erhalten.“
Die Kofinanzierung aller Lernzentren lag zuletzt beim Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der EU. Zurzeit ist es in der aktuellen Förderperiode des AMIF europaweit nicht möglich, neue Projektanträge zu stellen, da sich der Förderaufruf in Überarbeitung befindet.
Bildunterschrift:
In den Räumen des vhs-Lernzentrums in der Lindenstraße erhalten die Deutschlernenden individuelle sprachli-che Begleitung und Unterstützung
© vhs Neustadt an der Weinstraße
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