Pirmasens investiert 4,1 Millionen Euro in moderne Abwasserbeseitigung

Die Stadt Pirmasens modernisiert ihre Abwasserinfrastruktur grundlegend. In der Gründelle entsteht ein neues Regenüberlaufbecken mit Pumpwerk. Rund 4,1 Millionen Euro investiert die Stadt in das Großprojekt, das nach aktuellem Stand sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen liegt.
Bis zum Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Alte Anlage nach mehr als 50 Jahren am Ende
Der Neubau ist notwendig, weil die bisherige Anlage aus dem Jahr 1974 inzwischen deutlich in die Jahre gekommen ist. Das bestehende Becken ist undicht, der Beton porös und für Pumpen sowie Steuerungstechnik sind teilweise keine Ersatzteile mehr verfügbar.
Hinzu kommen neue technische und gesetzliche Anforderungen. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd hatte der Stadt unter anderem vorgegeben, das Volumen der Anlage anzupassen und die Pumpen kleiner zu dimensionieren.
Von 2.160 auf 460 Kubikmeter
Das bisherige Regenüberlaufbecken verfügte über ein Fassungsvermögen von rund 2.160 Kubikmetern – umgerechnet etwa 11.000 Badewannen.
Gesammelt wird dort unter anderem Abwasser aus der Parkwaldsiedlung, Teilen des Horeb sowie aus dem Bereich Landauer Straße und Zeppelinstraße. Von dort gelangt das Abwasser über Pumpen und Rohrleitungen weiter zum Nordstollen und schließlich zur Kläranlage im Blümeltal.
Die neue Anlage wird mit rund 460 Kubikmetern deutlich kleiner dimensioniert.
1,5 Kilometer neue Druckleitung
Das Projekt wird in zwei Bauabschnitten umgesetzt. Bereits zwischen August und Dezember 2025 wurde eine rund 1,5 Kilometer lange neue Druckleitung von der Landauer Straße bis zum Nordstollen auf dem Messgelände verlegt.
Gut ein Kilometer davon entstand in offener Bauweise. Rund 500 Meter wurden in ein vorhandenes Rohr eingezogen. Weitere 50 Meter unter der Landauer Straße konnten mithilfe eines Spülbohrverfahrens realisiert werden.
Seit März 2026 läuft der zweite Bauabschnitt. Dabei wird das vorhandene Regenrückhaltebecken saniert und mit einem Geröllfang ausgestattet. Gleichzeitig entsteht ein neues Pumpwerk in Fertigbauweise. Das bisherige Pumpenhaus mit drei Tiefgeschossen und einer Tiefe von rund 15 Metern wird außer Betrieb genommen. Auch die Trafostation wird erneuert.
Ein Kanalnetz von rund 270 Kilometern
Wie wichtig eine leistungsfähige Abwasserinfrastruktur für Pirmasens ist, zeigen die Dimensionen des städtischen Kanalnetzes. Das Hauptkanalnetz umfasst rund 270 Kilometer und verfügt über etwa 6.800 Kanalschächte.
Einige der ältesten noch genutzten Kanäle stammen aus der Zeit um 1890. Das Durchschnittsalter der Kanalisation beträgt rund 43,5 Jahre.
Aufgrund der besonderen Topografie der Siebenhügelstadt kann das Abwasser nicht überall allein durch Gefälle abfließen. Deshalb sind an verschiedenen Stellen Pumpanlagen notwendig.
Pirmasens verfügt zudem über zwei große Kläranlagen im Blümeltal und im Felsalbtal. Rund 70 Prozent des Kanalnetzes führen zum Blümeltal, etwa 30 Prozent zur Felsalbe.
Mit der Investition in der Gründelle erneuert die Stadt damit einen wichtigen Teil ihrer unterirdischen Infrastruktur und stellt die Abwasserentsorgung für die kommenden Jahrzehnte neu auf.
Quelle: Stadt Pirmasens
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