Neue Audioanlage im Theodor-Zink-Museum: Mehr Qualität für anspruchsvolle Formate –  Interview mit Museumsdirektor Bernd Klesmann

Bernd Klesmann und Clemens Götting im Theodor Zink Museum

Das Theodor-Zink-Museum in Kaiserslautern ist weit mehr als ein Ort für Stadtgeschichte. Mit seiner „Scheune“ verfügt das Haus über einen besonderen Veranstaltungsraum, in dem ganz unterschiedliche Formate zusammenkommen: Lesungen, Gespräche, Konzerte, Vereinsabende und kulturelle Veranstaltungen mit sehr verschiedenen akustischen Anforderungen., darunter auch schon mal Events mit Club-Feeling oder auch mal etwas lautere Veranstaltungen (Walter 11 , Spermbirds). Genau diese Mischung macht den Reiz des Hauses aus – und genau deshalb brauchte es eine Lösung, die dem Raum und seinem Programm endlich gerecht wird.

Alte Beschallungsanlage Theodor Zink Museum

Alte Beschallungsanlage Theodor Zink Museum

Die alte Technik war nicht mehr aktzeptabel

Denn die bisherige Audiotechnik war längst an einem Punkt angekommen, an dem sie den Alltag eher bremste als unterstützte. Wo Sprache klar verständlich sein muss, Musik natürlich wirken soll und Veranstaltungen gleichzeitig reibungslos laufen sollen, reicht eine improvisierte oder veraltete Lösung irgendwann nicht mehr aus. Im Theodor-Zink-Museum war dieser Punkt erreicht.

Die neue Audiotechnik ermöglicht bessere Veranstaltungen und neue Formate

Die neue Anlage ist deshalb vor allem eines: eine Investition in bessere Veranstaltungen. Nicht in ein großes Showsystem, sondern in Verlässlichkeit, Verständlichkeit und Qualität. Künftig lassen sich die bestehenden Formate deutlich souveräner umsetzen. Vorträge und Diskussionen profitieren von klarerer Sprachübertragung, musikalische Veranstaltungen gewinnen an Wärme, Ruhe und Ausgewogenheit. Gleichzeitig schafft die neue Ausstattung die Grundlage dafür, dass auch akustisch anspruchsvollere Formate im Raum viel überzeugender und entspannter realisiert werden können.

Alte Audiotechnik vs neue Lautsprecher Theodor Zink Museum

Alte Audiotechnik vs neue Lautsprecher Theodor Zink Museum

Der technische Teil lässt sich im Grunde kurz zusammenfassen: Entscheidend war nicht möglichst viel Technik, sondern die richtige Planung. Die Anlage wurde gezielt auf Raum, Nutzung und Budget abgestimmt. Hinzu kamen eine saubere Umsetzung, eine unauffällige Integration in die Architektur und vor allem eine Lösung, die im Alltag beherrschbar bleibt. Genau darin liegt die eigentliche Stärke dieses Projekts.

Gute Planung, Eigenleistung und Personalschulung als Basis

Mindestens so wichtig wie die Hardware war dabei die Ausführung vor Ort. Denn eine gute Anlage nützt wenig, wenn sie im Alltag nicht sicher bedient werden kann. Deshalb wurde nicht nur installiert, sondern auch geschult, strukturiert erklärt und begleitet. Das Theodor-Zink-Museum hat damit keine Technik bekommen, die imponieren soll, sondern eine, die zuverlässig funktioniert und den Menschen im Haus wirklich hilft. Museumsmitarbeiter Clemens Götting „fuhr“ schon einige erfolgreiche Veranstaltungen und wie man am Bild sieht, ist er auch mit den Ergebnissen zufrieden.

Clemens Götting am Mixer, Behringer X32 im Theodor Zink Museum

Clemens Götting am Mixer, Behringer X32 im Theodor Zink Museum

Für die technische Umsetzung holte man sich Hilfe in der Fruchthalle, die ebenfalls zum Kulturreferat gehört. Jörg Kirsch, der dortige Bühnenmeister und erfahrener Elektroakustiker, plante und begleitete das Projekt von Anfang an.

Was das in der Praxis bedeutet, erklären Museumsdirektor Bernd Klesmann  und Jörg Kirsch im folgenden Interview sehr klar. Und genau darin liegt der Kern dieses Projekts: guter Ton ist kein Luxus. Er entscheidet mit darüber, ob eine Veranstaltung Menschen erreicht oder nicht.

Bernd Klesmann und Jörg Kirsch im Interview

Bernd Klesmann und Jörg Kirsch im Interview

Interview: „Gute Technik ist oft keine Frage des Geldes, sondern der richtigen Planung“

Frage: Herr Klesmann, was für Veranstaltungen prägen die Scheune eigentlich?
Bernd Klesmann: Wir fahren bewusst kein enges Nischenprogramm. Bei uns gibt es Konzerte, Vorträge, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Vereinsveranstaltungen und gelegentlich auch Formate, bei denen es mal kräftiger zur Sache geht. Genau das macht den Raum ja aus. Er ist kein steriler Spezialsaal, sondern ein lebendiger Ort für ganz unterschiedliche Veranstaltungen.

Frage: Das heißt, die Technik muss deutlich mehr können als nur Sprache verstärken?
Bernd Klesmann: Genau. Bei politischen Veranstaltungen oder Diskussionen zählt vor allem Sprachverständlichkeit. Gerade auch mit Blick auf älteres Publikum muss jedes Wort bis hinten im Raum sauber ankommen. Bei Konzerten ist eher wichtig, dass der Klang ausgewogen und angenehm bleibt. Und natürlich soll die Technik den Raum nicht optisch dominieren. Sie muss funktionieren, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Frage: Wo hat euch die alte Anlage konkret ausgebremst?
Bernd Klesmann: Vor allem im Alltag. Wenn Mikrofone herumgereicht wurden, wenn Beiträge wechselten oder Veranstaltungen dynamischer wurden, kam es immer wieder zu Aussetzern. Teilweise gab es Störungen oder Rückkopplungen. Und genau das ist in dem Moment besonders ärgerlich, wenn ein Gespräch gerade in Schwung kommt. Als Gastgeber will man sich auf so etwas einfach verlassen können.

Frage: Wann war klar, dass es so nicht weitergeht?
Bernd Klesmann: Eigentlich immer dann, wenn eine Veranstaltung etwas anspruchsvoller wurde. Sobald Sprache wirklich klar verständlich sein musste oder verschiedene Anforderungen zusammenkamen, hat man gemerkt: Das reicht nicht mehr. Gerade in einem Haus, das so unterschiedlich genutzt wird, kann man sich keine Technik leisten, die nur unter Idealbedingungen halbwegs funktioniert.

Frage: Das Budget war knapp. Was durfte trotzdem auf keinen Fall fehlen?
Bernd Klesmann: Die Anlage musste auf jeden Fall störungsfrei und alltagstauglich sein. Das war der Kernpunkt. Wir brauchten keine Show-Lösung, sondern etwas, das Vorträge, Lesungen, Gesprächsformate und bei Bedarf auch Musik zuverlässig abdeckt. Also nicht einfach nur laut, sondern passend für das, was hier wirklich stattfindet.

Frage: Herr Kirsch, viele denken bei guter Veranstaltungstechnik sofort an viel Geld. War das hier überhaupt der richtige Ansatz?
Jörg Kirsch: Eher nicht. Gute Technik ist nicht automatisch teure Technik. Entscheidend ist, dass man vorher sauber plant: Was passiert in dem Raum wirklich? Welche Pegel braucht man? Wie wichtig sind Sprachverständlichkeit, gleichmäßige Verteilung, unauffällige Optik und flexible Nutzung? Wenn man das klar definiert, kann man sehr gezielt einkaufen. Genau dadurch lässt sich auch mit engem Budget eine Lösung bauen, die im Alltag wirklich trägt.

Frage: Wie sah dieses gezielte Einkaufen konkret aus?
Jörg Kirsch: Wir haben nicht einfach nach Markenprestige entschieden, sondern nach Eignung. Wo es sinnvoll war, kamen bewährte und wirtschaftliche Komponenten zum Einsatz. Gerade bei der Beschallung war das ein wichtiger Punkt, weil die Produkte in der Praxis funktionieren und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Dazu kam: Es wurden keine unnötigen Zwischenschritte aufgebaut. Vieles lief direkt, schlank und mit hoher Eigenleistung. Genau das hat das Projekt wirtschaftlich möglich gemacht.

Frage: War also die Kombination aus Planung, Produktauswahl und Eigenleistung der Schlüssel?
Jörg Kirsch: Ja, genau das. Man kann mit wenig Geld erstaunlich weit kommen, wenn man weiß, was man tut. Teuer wird es oft dann, wenn falsch geplant wird, Dinge doppelt gemacht werden oder Technik am Bedarf vorbeigeht. Hier war die Stärke, dass vorher klar war, was gebraucht wird – und dass man dann diszipliniert dabei geblieben ist.

Eigenleistung: Einbau Audiotechnik_Theodor Zink_Bass_Top-links

Eigenleistung: Einbau Audiotechnik_Theodor Zink_Bass_Top-links

Frage: Gab es während des Umbaus einen Moment, an dem klar wurde: Das wird wirklich besser als vorher?
Bernd Klesmann: Ja, schon bei den ersten Hörproben. Wenn man zwischendurch Musik abgespielt hat, war sofort zu hören, dass da jetzt deutlich mehr Qualität da ist. Das war kein kleiner kosmetischer Unterschied, sondern ein echter Schritt nach vorne.

Frage: Wie fällt euer Fazit nach den ersten Veranstaltungen aus?
Bernd Klesmann: Sehr positiv. Das Publikum merkt natürlich, wenn der Klang stimmt. Und manche Formate wirken eben nur dann richtig, wenn der Sound trägt. Gerade bei Veranstaltungen mit musikalischem Anspruch oder bei Produktionen, in denen Klangqualität entscheidend ist, macht das einen riesigen Unterschied. Man merkt auch: Die Leute sind entspannter, wenn die Technik einfach unauffällig läuft.

Frage: Was wurde aus dem Publikum besonders häufig zurückgemeldet?
Bernd Klesmann: Vor allem, dass es gut klingt und angenehm wirkt. Das ist vielleicht das schönste Kompliment, weil gute Technik im Idealfall gar nicht als Technikproblem auffällt. Sie schafft einfach gute Bedingungen für die Veranstaltung. Und wenn selbst Leute mit Fachkenntnis sagen, dass das gut funktioniert, ist das natürlich ein starkes Signal.

Frage: Reicht es also, gute Komponenten zu kaufen?
Jörg Kirsch: Nein, überhaupt nicht. Technik bringt nur dann etwas, wenn die Leute vor Ort sie im Griff haben. Deshalb sind Einweisung, Schulung und Betreuung so wichtig. Eine Anlage kann noch so gut geplant sein – wenn sie niemand sauber bedienen kann, nutzt das im Alltag wenig. Gerade in Häusern mit wechselnden Formaten braucht es Lösungen, die beherrschbar sind, und Ansprechpartner, die bei Fragen nicht einfach verschwunden sind.

Frage: Welchen Rat würdet ihr anderen Museen, Kulturhäusern oder vergleichbaren Häusern geben?
Bernd Klesmann: Man sollte früh mit Leuten reden, die Erfahrung haben und die Anforderungen realistisch einschätzen können. Gute Beratung ist wirklich das A und O.
Jörg Kirsch: Und man sollte sich ähnliche Locations anschauen. Nicht im Prospekt, sondern vor Ort. Schauen, wie es dort gelöst wurde, nachfragen, was sich bewährt hat und wo Probleme liegen. Dieser Austausch ist oft mehr wert als irgendein Hochglanzangebot. Wer sauber plant, sich ehrlich beraten lässt und Lösungen am realen Bedarf ausrichtet, kommt meist weiter als jemand, der einfach nur möglichst teuer einkauft.

Frage: Herr Klesmann, wenn Sie das Projekt in einem Satz zusammenfassen müssten – warum hat sich dieser Schritt gelohnt?
Bernd Klesmann: Weil guter Ton am Ende darüber entscheidet, ob eine Veranstaltung wirklich ankommt.

Am Ende freuen sich alle, wenn das sowieso schon sehr beliebte Museum so zu einer noch attraktiveren Treffpunkt  wird und so immer mehr Menschen zusammenbringt.

 

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