Soja im Faktencheck: Mythen, Risiken und Chancen

Die Verbraucherzentralen ordnen Sorgen und Hoffnungen rund um den Verzehr von Soja ein.
Um Soja ranken sich zahlreiche Befürchtungen und Hoffnungen wie zum Beispiel: Der Konsum von Soja schade der Schilddrüse, sei bei Brustkrebs nicht zu empfehlen, führe bei Männern zu einer „Verweiblichung“ oder lindere Wechseljahresbeschwerden. Die Verbraucherzentralen stellen alles Wissenswerte zum Verzehr von Soja in einem Web-Text zusammen.
Sojaprodukte wie Tofu, Sojadrink und Co. sind für viele Menschen selbstverständlich geworden. Soja gilt wie alle Hülsenfrüchte als sehr gesund für Mensch und Umwelt. Doch die in Sojabohnen enthaltenen Isoflavone sorgen immer wieder für Diskussionen. Diese sekundären Pflanzenstoffe ähneln in ihrer Struktur dem Hormon Östrogen – und genau das verunsichert viele Menschen. „Die meisten Sorgen sind bei einem üblichen Verzehr von Soja-Produkten oft unbegründet“, sagt Marlene Bär, Fachbereichsleiterin Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
Brustkrebs: Soja in üblichen Mengen unbedenklich
So ist der Verzehr üblicher Mengen Sojalebensmittel nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand auch bei Brustkrebs unbedenklich. Ein bis zwei Portionen täglich – eine Portion entspricht etwa 100 Gramm Tofu oder 250 Milliliter Sojadrink – gelten auch während einer antihormonellen Therapie als sicher. Fachgesellschaften sehen keine Hinweise darauf, dass moderater Sojakonsum das Risiko für ein Wiederauftreten erhöht.
Männergesundheit und Wechseljahre bei Frauen
Auch die Sorge, Soja könne den Testosteronspiegel senken oder eine „Verweiblichung“ bei Männern verursachen, ist unbegründet. Studien zeigen keine relevanten hormonellen Effekte bei üblichem Konsum. Für eine verlässliche Linderung von Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen durch Soja-Isoflavone gibt es bislang keine gesicherten Belege.
Schilddrüse: Auf die Jodversorgung kommt es an
Bei ausreichender Jodversorgung sind durch normalen Sojakonsum keine relevanten negativen Auswirkungen auf die Schilddrüse zu erwarten. Anders kann es bei Jodmangel oder bestehenden Schilddrüsenerkrankungen aussehen: Isoflavone aus Sojalebensmitteln und insbesondere hohe Mengen aus isolierten, hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln könnten hier nachteilige Effekte haben. „In solchen Fällen empfiehlt sich eine ärztliche Begleitung“, rät Marlene Bär.
Vorsicht bei Isoflavon-Supplementen
„Vorsicht ist bei hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln mit Isoflavonen geboten“, so Marlene Bär weiter. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit solcher Supplemente, insbesondere für Menschen mit hormonabhängigen Krebserkrankungen oder Erkrankungen der Schilddrüse, ist nicht ausreichend belegt. Wer an östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs erkrankt ist oder war, sollte Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Isoflavonen nicht einnehmen.
Fazit:
Soja und Sojaprodukte wie Tofu, Tempeh oder Sojadrink können in üblichen Mengen Bestandteil einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung sein. Sie liefern hochwertiges Protein, Ballaststoffe sowie Vitamine und Mineralstoffe. Entscheidend ist – wie so oft – das Maß: Wer sich vielseitig ernährt und auf eine gute Jodversorgung achtet, muss Soja nicht meiden.
Quelle: VZ-RLP
Aktuelle Beiträge
27. April 2026
Events
Fachvortrag und Exkursion: Die faszinierende Welt der Spechte entdecken
10. Mai 2026 - 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr
-Werbeanzeige-
-Werbeanzeige-
BUNT GEMISCHT
4. April 2020
28. Februar 2026
7. August 2023
4. Oktober 2025
24. Mai 2025
29. September 2025
15. März 2023
18. Februar 2022
13. Juli 2025
20. Juni 2023
11. August 2023
14. Juli 2023
29. Mai 2025
29. November 2025
18. Dezember 2025
22. Juni 2025
15. Dezember 2024
16. Juli 2025
29. März 2026
10. Januar 2026
3. März 2025
12. April 2026
12. Juli 2025
1. Mai 2026
21. Juli 2023
2. Dezember 2025
6. Februar 2024
17. November 2023
11. Oktober 2024
15. November 2023
15. März 2023
27. November 2024
28. November 2025
19. Juni 2025
9. Februar 2025
13. April 2025


