Der Fachkräftemangel wird immer größer

Arbeitsmarkt und demographischer Wandel

txn. Der Handwerker lässt monatelang auf sich warten, die Stelle im Pflegeheim bleibt unbesetzt, die Werkstatt nimmt keine neuen Kunden mehr an. Was für viele wie ein lokales Problem wirkt, hat einen strukturellen Hintergrund: Deutschland steckt mitten in einem demografischen Umbruch, dessen Folgen auf dem Arbeitsmarkt täglich spürbar sind.
Die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegszeit gehen in Rente – und hinterlassen eine Lücke, die sich mit den nachfolgenden Generationen allein nicht schließen lässt. Die Zahlen sind eindeutig. Aktuell sind noch rund 14 Millionen Babyboomer im erwerbsfähigen Alter. Bis 2030 wird diese Zahl auf knapp 7,6 Millionen sinken. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet damit, dass bis 2036 insgesamt 4,3 Millionen Arbeitskräfte fehlen werden – mehr als bislang erwartet. Gleichzeitig verlassen weniger junge Menschen die Schulen als früher – der Nachwuchs kann den Abgang der Babyboomer rechnerisch nicht ausgleichen.
„Die demografische Entwicklung lässt uns keine Wahl: Ohne Menschen aus dem Ausland werden wir den Fachkräftebedarf in Deutschland nicht decken können“, erklärt Dr. Timm Mittelsten Scheid, Vorstandsvorsitzender des Made by Vielfalt e.V. „Wer das verdrängt oder durch Ausgrenzung den Kreis der Bewerber verkleinert, gefährdet nicht nur seinen eigenen Betrieb. Er verhindert auch die Ansiedlung neuer Technologien und Investitionen – und damit die wirtschaftliche Zukunft ganzer Regionen.“
Schon heute tragen internationale Fachkräfte erheblich dazu bei, die Lücken zu füllen. Rund 18 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland haben eine ausländische Staatsangehörigkeit. In Engpassberufen – also dort, wo der Mangel besonders akut ist – liegt dieser Anteil noch deutlich höher. Gleichzeitig zeigen die Ausbildungszahlen: Im Jahr 2024 sank die Zahl neuer Ausbildungsverträge bei deutschen Jugendlichen um 4 Prozent. Bei Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit stieg sie im selben Zeitraum um 17 Prozent. Ohne internationale Bewerber würde die Lücke noch deutlich schneller wachsen.
Für Unternehmen ist das keine abstrakte Debatte, sondern gelebte Realität. Wer offen für internationale Bewerber ist, sichert Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft. Wer hingegen Bewerber wegen ihrer Herkunft ausgrenzt, riskiert unbesetzte Stellen, kann weniger leisten und verliert Aufträge an Konkurrenten im In- und Ausland.
Dass Offenheit gegenüber internationalen Bewerbern und wirtschaftlicher Erfolg zusammengehören, erleben die Mitglieder des Made by Vielfalt e.V. täglich in ihren Betrieben. Der Zusammenschluss deutscher Familienunternehmen macht sichtbar, das gesellschaftliche Vielfalt und wirtschaftliche Vernunft keine Gegensätze sind – sondern zwei Seiten derselben Medaille.
Informationen zur Initiative gibt es unter www.madebyvielfalt.de.

Quelle: TXN |

txn. Der demografische Wandel trifft den deutschen Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren mit voller Wucht: Bis 2036 fehlen laut IW Köln 4,3 Millionen Arbeitskräfte. Internationale Fachkräfte und Auszubildende sind deswegen unverzichtbar, um diese Lücke zu schließen.
 txn-Foto: Seventyfour/AdobeStock/Made by Vielfalt e.V.
Datum: 5. September 2026|Thema: Angebote und Tipps, Facebook, Top Aktuell|

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