Stadtatelier im Wadgasserhof

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Von links nach rechts: Dr. Bernd Klesmann, Erik Iselborn, Sara BrĂŒck, Susanne Freiler-Höllinger, Katharina Hamp, Karin Maria Haase im zukĂŒnftigen Stadtatelier im Wadgasserhof. Copyright: Referat Kultur, Stadt Kaiserslautern

Stadtatelier im WadgasserhofKĂŒnstler:innen sind ausgewĂ€hlt und ziehen einEs ist soweit, ab sofort können vier ausgewĂ€hlte KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler sich in dem zum Stadtmuseum gehörenden Wadgasserhof ein „Stadtatelier“ mit vier Atelierbereichen einrichten. „Hier hat sich die Verwaltung von ihrer schnellen Seite gezeigt. Im Mai wurde das Konzept im Kulturausschuss vorgestellt und beschlossen, anschließend gab es eine Ausschreibung und bis Dezember wurden unter acht Bewerbungen vier ausgewĂ€hlt“, freut sich Christoph Dammann, Leiter des Kulturreferates.Das Stadtatelier wird von Januar bis Dezember dieses Jahres im ersten Obergeschoss des Wadgasserhofs eingerichtet. Dort wurden deshalb fĂŒr diese Zeit keine Sonderausstellungen geplant. „So können wir den Kunstschaffenden die Möglichkeit bieten, die großen und hellen RĂ€ume im linken Geschossteil als Atelier zu nutzen, an ihren Werken zu arbeiten und mit der Öffentlichkeit in Dialog zu treten“, erlĂ€utert Bernd Klesmann, Leiter des Stadtmuseums. Das Ganze sei zunĂ€chst ein Pilotprojekt, das anschließend mit den KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstlern gemeinsam ausgewertet werde.Jeder der vier Atelierbereiche umfasst rund 40 Quadratmeter, die von den Kunstschaffenden fĂŒr wenig Geld – 90 Euro brutto im Monat – angemietet werden. „Eines der Ateliers haben wir einer begabten NachwuchskĂŒnstlerin kostenlos zur VerfĂŒgung gestellt“, ergĂ€nzt Klesmann. Voraussetzung fĂŒr die Vergabe dieses Atelierstipendiums sei ein kĂŒnstlerischer Masterabschluss, der nicht Ă€lter als drei Jahre ist. Das Angebot richte sich auch an KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler von außerhalb, die eine kreative Zeit in Kaiserslautern verbringen möchten.Wie Dammann abschließend informiert, wurden die sich einmietenden KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler von einer kleinen Kommission ausgewĂ€hlt: „Diese besteht aus einem Mitglied des Kulturausschusses, einem bildenden KĂŒnstler aus Kaiserslautern sowie der Leitung des Stadtmuseums.“Die folgenden vier KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler, die nun einziehen, trafen sich am Donnerstag Nachmittag zum ersten Mal mit Bernd Klesmann, Christoph Dammann und dem Museumsteam vor Ort.Karin Maria Haase lebt in Kaiserslautern. Seit 2009 widmet sie sich intensiv der Malerei und dem Zeichnen. Ihre kĂŒnstlerische Ausbildung erfolgte durch Kursbesuche bei namhaften KĂŒnstler*innen und autodidaktisch. Seit 2013 stellt sie kontinuierlich aus. Ihre Arbeiten bestechen durch enorme Versiertheit in Technik und Komposition und einem Auge fĂŒr das Wesentliche. In ihren Werken gelingt es ihr, die Quintessenz einer Persönlichkeit herauszuarbeiten. Ihr bisheriges Schaffen zeigt eine stetige Entwicklung, wir sind gespannt, wie die kreative Entfaltung wĂ€hrend der Atelierzeit weitergeht.„Ich freue mich sehr auf den Austausch mit der Öffentlichkeit, mit Kolleginnen und Kollegen sowie auf die Arbeit in den wunderbaren RĂ€umlichkeiten des Wadgasserhofes“, so Haase.Katharina Hamp ist die Stipendiatin, sie kommt aus Kaiserslautern und lebt derzeit in Darmstadt. Ausstellungen fĂŒhrten sie bereits nach Leipzig, Kiel und SaarbrĂŒcken. Sie fordert mit ihren Mixed Media-Rauminstallationen den Blick heraus und hinterfragt die alltĂ€glichen Sehgewohnheiten. In vorherigen Arbeiten hat man ihre Arbeiten durch Boxen betrachtet, wodurch man ganz nahe an und in der Kunst ist. Diese direkte Konfrontation sowie die ungewöhnliche und kritische Auseinandersetzung mit der Betrachtungsweise von Natur und Lebewesen schaffen Raum fĂŒr neue Seherlebnisse.„Ich freue mich, bei diesem Pilotprojekt dabei sein zu dĂŒrfen. Außerdem sind die historischen RĂ€umlichkeiten fĂŒr mich natĂŒrlich auch sehr inspirierend. Ich bin gespannt, was sich bei allen Teilnehmenden entwickeln wird und bin der Stadt Kaiserslautern dankbar, dass solch ein Projekt unterstĂŒtzt wird“, sagt Hamp.Susanne Freiler-Höllinger lebt in Trippstadt. Ihre GemĂ€lde wurden in Einzelausstellungen im Inland sowie in Frankreich, den USA und der Schweiz gezeigt. Thematisch beschreibt sie ihre Arbeiten zwischen „Internet der Dinge“, „Industrie 4.0“ oder „Big Data“ und kĂŒnstlicher Intelligenz. Ihre Elektronik-Kunst besticht durch technische Themen, die sich wie ein roter Faden durch ihre Malerei ziehen. So vereinen zum Beispiel Frauenportraits ein klassisch-schönes Gesicht mit einem roboterhaften Hinterkopf, auf dem Leiterplatten hervortreten. Die kĂŒhle Ästhetik erinnert an Motive aus Fritz Langs Metropolis oder frĂŒhe MusikstĂŒcke von Kraftwerk. Mit ihrer „Kleinen Malschule“ regt sie verschiedenste Personen dazu an, die eigene Schaffenskraft herauszufordern.„Hier bekommen Museumsbesucher:innen die Gelegenheit, KĂŒnstler:innen bei der kreativen Arbeit ĂŒber die Schulter zu schauen“, darauf freut sich Freiler-Höllinger.Erik Iselbornaus Kaiserslautern ist der jĂŒngste der Ateliergemeinschaft. Der KĂŒnstler, der noch die Schule besucht, hat frĂŒh seine Begeisterung fĂŒr kĂŒnstlerische Prozesse und schöpferisches Arbeiten entdeckt. Sein Interesse gilt den vielschichtigen Beziehungen zwischen Raum und Mensch. Er experimentiert mit verschiedenen Techniken und sucht das konzentrierte Arbeiten im Atelier und den Austausch mit den anderen KĂŒnstler:innen, um seine kĂŒnstlerische Handschrift und seine KreativitĂ€t in der Malerei weiter zu schĂ€rfen.„Den neugewonnen Raum, den ich zusammen mit den drei KĂŒnstlerinnen und in Kontakt mit der Öffentlichkeit nutzen möchte, bedeutet fĂŒr mich eine Weiterentwicklung, auch in meinem aktuellen kĂŒnstlerischen Thema Raum und Mensch“, meint Iselborn.