Stadtatelier im Wadgasserhof Künstler:innen sind ausgewählt und ziehen ein

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Stadtatelier Wadgasserhof
Stadtatelier Wadgasserhof

Es ist soweit, ab sofort können vier ausgewählte Künstlerinnen und Künstler sich in dem zum Stadtmuseum gehörenden Wadgasserhof ein „Stadtatelier“ mit vier Atelierbereichen einrichten. „Hier hat sich die Verwaltung von ihrer schnellen Seite gezeigt. Im Mai wurde das Konzept im Kulturausschuss vorgestellt und beschlossen, anschließend gab es eine Ausschreibung und bis Dezember wurden unter acht Bewerbungen vier ausgewählt“, freut sich Christoph Dammann, Leiter des Kulturreferates.

Das Stadtatelier wird von Januar bis Dezember dieses Jahres im ersten Obergeschoss des Wadgasserhofs eingerichtet. Dort wurden deshalb für diese Zeit keine Sonderausstellungen geplant. „So können wir den Kunstschaffenden die Möglichkeit bieten, die großen und hellen Räume im linken Geschossteil als Atelier zu nutzen, an ihren Werken zu arbeiten und mit der Öffentlichkeit in Dialog zu treten“, erläutert Bernd Klesmann, Leiter des Stadtmuseums. Das Ganze sei zunächst ein Pilotprojekt, das anschließend mit den Künstlerinnen und Künstlern gemeinsam ausgewertet werde.

Jeder der vier Atelierbereiche umfasst rund 40 Quadratmeter, die von den Kunstschaffenden für wenig Geld – 90 Euro brutto im Monat – angemietet werden. „Eines der Ateliers haben wir einer begabten Nachwuchskünstlerin kostenlos zur Verfügung gestellt“, ergänzt Klesmann. Voraussetzung für die Vergabe dieses Atelierstipendiums sei ein künstlerischer Masterabschluss, der nicht älter als drei Jahre ist. Das Angebot richte sich auch an Künstlerinnen und Künstler von außerhalb, die eine kreative Zeit in Kaiserslautern verbringen möchten.

Wie Dammann abschließend informiert, wurden die sich einmietenden Künstlerinnen und Künstler von einer kleinen Kommission ausgewählt: „Diese besteht aus einem Mitglied des Kulturausschusses, einem bildenden Künstler aus Kaiserslautern sowie der Leitung des Stadtmuseums.“

Die folgenden vier Künstlerinnen und Künstler, die nun einziehen, trafen sich am Donnerstag Nachmittag zum ersten Mal mit Bernd Klesmann, Christoph Dammann und dem Museumsteam vor Ort.
Karin Maria Haase lebt in Kaiserslautern. Seit 2009 widmet sie sich intensiv der Malerei und dem Zeichnen. Ihre künstlerische Ausbildung erfolgte durch Kursbesuche bei namhaften Künstler*innen und autodidaktisch. Seit 2013 stellt sie kontinuierlich aus. Ihre Arbeiten bestechen durch enorme Versiertheit in Technik und Komposition und einem Auge für das Wesentliche. In ihren Werken gelingt es ihr, die Quintessenz einer Persönlichkeit herauszuarbeiten. Ihr bisheriges Schaffen zeigt eine stetige Entwicklung, wir sind gespannt, wie die kreative Entfaltung während der Atelierzeit weitergeht.
„Ich freue mich sehr auf den Austausch mit der Öffentlichkeit, mit Kolleginnen und Kollegen sowie auf die Arbeit in den wunderbaren Räumlichkeiten des Wadgasserhofes“, so Haase.

Katharina Hamp ist die Stipendiatin, sie kommt aus Kaiserslautern und lebt derzeit in Darmstadt. Ausstellungen führten sie bereits nach Leipzig, Kiel und Saarbrücken. Sie fordert mit ihren Mixed Media-Rauminstallationen den Blick heraus und hinterfragt die alltäglichen Sehgewohnheiten. In vorherigen Arbeiten hat man ihre Arbeiten durch Boxen betrachtet, wodurch man ganz nahe an und in der Kunst ist. Diese direkte Konfrontation sowie die ungewöhnliche und kritische Auseinandersetzung mit der Betrachtungsweise von Natur und Lebewesen schaffen Raum für neue Seherlebnisse.
„Ich freue mich, bei diesem Pilotprojekt dabei sein zu dürfen. Außerdem sind die historischen Räumlichkeiten für mich natürlich auch sehr inspirierend. Ich bin gespannt, was sich bei allen Teilnehmenden entwickeln wird und bin der Stadt Kaiserslautern dankbar, dass solch ein Projekt unterstützt wird“, sagt Hamp.

Susanne Freiler-Höllinger lebt in Trippstadt. Ihre Gemälde wurden in Einzelausstellungen im Inland sowie in Frankreich, den USA und der Schweiz gezeigt. Thematisch beschreibt sie ihre Arbeiten zwischen „Internet der Dinge“, „Industrie 4.0“ oder „Big Data“ und künstlicher Intelligenz. Ihre Elektronik-Kunst besticht durch technische Themen, die sich wie ein roter Faden durch ihre Malerei ziehen. So vereinen zum Beispiel Frauenportraits ein klassisch-schönes Gesicht mit einem roboterhaften Hinterkopf, auf dem Leiterplatten hervortreten. Die kühle Ästhetik erinnert an Motive aus Fritz Langs Metropolis oder frühe Musikstücke von Kraftwerk. Mit ihrer „Kleinen Malschule“ regt sie verschiedenste Personen dazu an, die eigene Schaffenskraft herauszufordern.
„Hier bekommen Museumsbesucher:innen die Gelegenheit, Künstler:innen bei der kreativen Arbeit über die Schulter zu schauen“, darauf freut sich Freiler-Höllinger.

Erik Iselbornaus Kaiserslautern ist der jüngste der Ateliergemeinschaft. Der Künstler, der noch die Schule besucht, hat früh seine Begeisterung für künstlerische Prozesse und schöpferisches Arbeiten entdeckt. Sein Interesse gilt den vielschichtigen Beziehungen zwischen Raum und Mensch. Er experimentiert mit verschiedenen Techniken und sucht das konzentrierte Arbeiten im Atelier und den Austausch mit den anderen Künstler:innen, um seine künstlerische Handschrift und seine Kreativität in der Malerei weiter zu schärfen.
„Den neugewonnen Raum, den ich zusammen mit den drei Künstlerinnen und in Kontakt mit der Öffentlichkeit nutzen möchte, bedeutet für mich eine Weiterentwicklung, auch in meinem aktuellen künstlerischen Thema Raum und Mensch“, meint Iselborn.

BU: Von links nach rechts: Dr. Bernd Klesmann, Erik Iselborn, Sara Brück, Susanne Freiler-Höllinger, Katharina Hamp, Karin Maria Haase im zukünftigen Stadtatelier im Wadgasserhof.
Copyright: Referat Kultur, Stadt Kaiserslautern