Lebensstationen – Mit Reto Bieri und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz

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Reto Bieri Musician Photo: Marco Borggreve

Am Freitag, 27. Januar, gastiert um 20:00 Uhr in der Fruchthalle die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter Leitung des taiwanesischen Dirigenten Tung-Chieh Chuang, Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker. Solist des Abends ist der Schweizer Klarinettist Reto Bieri.Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz stellt im Sinfoniekonzert die russischen Komponisten Glinka und Borodin dem türkischen Komponisten Fazıl Say gegenüber. Michail Glinka verbrachte die ersten sechs Jahre seines Lebens in überheizten Räumen, wo ihn die Großmutter vor Krankheiten und Eindrücken der Außenwelt abzuschirmen versuchte. Zum Glück richtete das keinen größeren Schaden an. Glinka wurde zu einem der erfolgreichsten Komponisten und gilt als Schöpfer der russischen Musik. Landsmann und Zeitgenosse Alexander Borodin hatte als angesehener Chemiker kaum Zeit, um seinem Hobby, dem Komponieren nachzugehen. Die 2. Sinfonie ist eines der wenigen Werke, das der vielbeschäftigte Mann schrieb. Für sein Klarinettenkonzert hat sich Fazıl Say vom persischen Dichter, Philosophen, Mathematiker und Astronomen Omar Khayyam inspirieren lassen. Die Musik schildert die Lebensstationen des Gelehrten aus dem 11. Jahrhundert.Solist ist der international renommierte Klarinettist Reto Bieri. Der vielseitige und originelle Schweizer Klarinettist und Improvisator Reto Bieri ist seit über 20 Jahren als Solist und Kammermusiker unterwegs. Er ist als Musiker regelmäßig zu Gast bei renommierten Orchestern, verschiedenen Festivals und bekannten Institutionen. Beim Münchener Kult-Label ECM erscheinen seine CD-Aufnahmen, zuletzt das hochgelobte Album «quasi morendo» zusammen mit dem meta4 Streichquartett aus Finnland. Aufgewachsen ist Reto Bieri mit Schweizer Volksmusik. Nach wichtigen Erfahrungen als Tanzmusiker in Wirtshäusern und einer Ausbildung zum Grundschullehrer studierte er zunächst an den Musikhochschulen von Basel und Zürich, später dann an der berühmten Juilliard School of Music in New York. Wesentlich beeinflusst wurde er durch den Komponisten György Kurtág und die Begegnungen mit dem Schriftsteller Gerhard Meier, dem Musiker Eberhard Feltz und dem Clown Dimitri.Fazıl Say ist eine der interessantesten Musikerpersönlichkeiten der Gegenwart. Er wurde 1970 in Ankara geboren, als Sohn eines Musikwissenschaftlers. Bereits mit fünfzehn Jahren studierte er Klavier und Komposition am dortigen Konservatorium. Er positionierte sich klar zur Lage der Menschenrechte in seiner Heimat und wurde 2013 in Istanbul wegen „Verunglimpfung der religiösen Werte von Teilen der Bevölkerung“ und Blasphemie zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. 2015 wurde das Urteil mit Bezug auf das Recht zur freien Meinungsäußerung wieder aufgehoben. Seine Kompositionen werden seit über 30 Jahren erfolgreich auf der ganzen Welt aufgeführt. Er verarbeitete auch die gewaltsame Niederschlagung der Proteste im Istanbuler Gezi-Park musikalisch.Die Leitung hat der junge, international gefragte Dirigent Tung-Chieh Chuang. Seit Beginn dieser Spielzeit ist er neuer Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker und Intendant des Anneliese Brost Musikforum Ruhr.Karten für das Konzert von 27,50 Euro (ermäßigt 18,00 Euro), 24,00 Euro (ermäßigt 15,00 Euro) sowie für 17,50 Euro (ermäßigt 10,50 Euro) gibt es im Vorverkauf in der Tourist-Information, Fruchthallstraße 14, Tel. (0631) 365-2316, beim Thalia Ticketservice unter Tel. (0631) 36219-814 und bei allen weiteren VVK-Stellen (Ticket-Hotline: 01806-57 00 00) oder im Internet unter [www.eventim.de]www.eventim.de. LebensstationenSinfoniekonzertFreitag, 27. Januar 202320:00 Uhr: Konzert, Fruchthalle Kaiserslautern19:15 Uhr: Einführung im Roten Saal mit Elias GlatzleDeutsche Staatsphilharmonie Rheinland-PfalzDirigent: Tung-Chieh ChuangSolist: Reto Bieri, KlarinetteProgramm:Michail Glinka – „Ruslan und Ludmilla“, daraus: OuvertüreFazıl Say – „Khayyam“, Konzert für Klarinette und Orchester, op. 36Alexander Borodin – Sinfonie Nr. 2 h-moll, op. 5