“Barbarockstar” – ein neues, junges Festival für Kaiserslautern

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(c) Sam Mpungu
(c) Tobias Urbanczyk

 

Kulturamt plant neues Open Air Festivalformat vom 27-29. August auf dem Rathausvorplatz

“Barbarockstar” – ein neues, junges Festival für Kaiserslautern

Vom 27. bis 29. August ist Premiere für ein neues, lang geplantes Festival auf dem Rathausvorplatz in Kaiserslautern. Die Idee für “Barbarockstar – Festival ohne Rassismus mit Courage” wurde im Arbeitskreis “Toleranz und Integration in Kaiserslautern” von Kulturreferatsleiter Dr. Christoph Dammann entwickelt. “Es soll ein Festival besonders auch für junge Leute sein, mit “jungen” Bands vor allem am Samstag und einem Begleitprogramm mit Kreativ-Workshops und Informationsangeboten zur politischen und Berufsbildung”, erläutert Dammann. Solche Angebote fehlten derzeit in der Stadt.

Das “Line-up” besteht sowohl aus Bands der Region, zum Beispiel am Samstag aus den jungen Bands “Vielleicht Emma” und “Shaian”, die sich bereits auch überregional einen Namen gemacht haben. “Dazu kommen zwei wirklich tolle Acts aus Berlin, einmal das neue Projekt “MPNG ft. BREADHOUSE” des Bassisten Samuel Mpungu – früher unter anderem bei “Limp Bizkit” – gemeinsam mit dem Lautrer Weltklasse-Schlagzeuger Tobias Urbanczyk und weiteren Musikern.

Als “Headliner” konnten wir mit Ilgen-Nur und Band eine der zur Zeit angesagtesten Indie-Rock-Sängerinnen verpflichten”, macht Dammann Lust auf das Festival.

Ilgen-Nur  (c) powerline-agency

Auch am Freitagabend solle es “rockig” zugehen, geplant sei beispielsweise die Band “Lio”

Lio

und die opulente Rockoper “Dispyria” um den Lautrer Komponisten und Gitarristen Jürgen Walzer. Am Sonntag sei ab 11:00 Uhr ein eher “chilliges Programm” zu erwarten, unter anderem mit dem bekannten Soul-Sänger Stephan Flesch, mit dem argentinischen Tenor Ale Martin und der Zwanziger-Jahre-Show des “Kareol Tanzorchesters”.

Wie Dammann weiter erläutert, sei Ilgen-Nur innerhalb der deutschen Musiklandschaft eine absolute Ausnahmeerscheinung. Am 30. August 2019 erschien mit “Power Nap” das Debütalbum der “Slackerqueen” auf ihrem eigenen Label und sorgte für große Resonanz und Feedback. “Ein tolles Songwriter-Debütalbum, das Slackertum und Queerness verbindet“ schrieb sogar der “Rolling Stone”, “eines der ‘Alben des Jahres'” für Visions und auch für den Stern ein “wunderbares erstes Album”.

Die 25-Jährige, in Berlin lebende Ilgen-Nur Borali ist eine herausragende Songwriterin, Sängerin und Gitarristin. Schon auf ihrer ersten EP “No Emotions”, die im Frühjahr 2017 auf Kassette (via Sunny Tapes) erschien, konnte man das hören: Songs wie “17“ und “Cool“ sind beiläufige, lässig dahergespielte Indiehits mit Unmengen an Ohrwurmpotential, die unaufgeregt Alltags- und Adoleszenzbeobachtungen aneinander reihen. Nach ihrer ersten EP “No Emotions“ wurden in “Power Nap“ die Gitarren noch ein bisschen fetter, die Arrangements ein bisschen ausgefeilter – aber alles in allem ist auch auf “Power Nap“ lässig zurückgelehnter Indierock mit 90er-Slacker-Anleihen zu hören, der den internationalen Vergleich mit Künstlerinnen wie Snail Mail oder Courtney Barnett nicht scheuen muss.

Ilgen-Nurs Sound kann vieles und ist doch stringent. Er wird zusammengehalten von ihrer Stimme, die wie ein eigenes Instrument funktioniert. Mit “Power Nap” zeigte Ilgen-Nur, dass sie sich heute noch deutlicher als auf “No Emotions“ traut, den vollen Umfang dieser Stimme zu nutzen. Auch der Titel ihres Debütalbums vereint Kontraste, die die Künstlerin ausmachen: Energie und Müdigkeit, Selbstermächtigung und Entschleunigung, den Rückzug in die eigenen vier Wände und den Wunsch, sich ohne jeden Rückhalt in die Welt zu stürzen.

Mit ihrem Debüt erhielt, neben dem Album, auch die Künstlerin selbst nicht minder Beachtung. Ilgen-Nur gilt laut “spiegel.de” als “die Songwriterin, auf die Indie-Deutschland lange gewartet hat” und “eine der wichtigsten neuen Stimmen des Indie-Rock in Deutschland” (Musikexpress). Ilgen-Nur reiht sich ein in eine Riege von Künstlerinnen, die sich gerade aufmacht, die Musik der nächsten Jahre zu prägen. In diesem Sommer führt sie eine ausgedehnte Tour zu fünfzehn großen Festivals in deutschen Städten. Sie freue sich, dass auch Kaiserslautern dabei sein wird.

“In Kürze werden wir die vollständigen Line-ups, also die Programme für alle drei Tage, veröffentlichen”, kündigt Dammann an. Dabei würden noch weitere Lautrer Projekte zu finden sein, es seien neben Livebands auch DJs, Poetry Slammer und Comedians vorstellbar. Er freue sich sehr, dass Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel die Schirmherrschaft für das Festival übernommen hat. Auch die neue Kulturministerin Katharina Binz habe ihr Kommen angekündigt.

Den Namen “Barbarockstar” habe übrigens das Jugendparlament erfunden, ergänzt der Festival-Leiter. Der Vorverkauf über barbarockstar.de ist eröffnet, das Festival wird selbstverständlich mit den notwendigen Sicherheitsmaßnahmen geplant. Die Karten für Freitag und Samstag kosten im Vorverkauf jeweils 25 Euro (ermäßigt 17 Euro), für Sonntag 15 Euro (ermäßigt 10 Euro).

Das neue Projekt wird im Programm Kultursommer 2021 durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus NEUSTART KULTUR wie auch durch das Land Rheinland-Pfalz  – Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration in Mainz – gefördert. Damit sollen nach den langen Monaten der Schließung freischaffende Künstlerinnen und Künstler sowie weitere Akteure der Veranstaltungsbranche unterstützt werden. Eine weitere Förderung erhält das Festival durch die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur im Rahmen des Förderprogramms “Kultursommer 2021” der Kulturstiftung des Bundes.

(c) powerline-agency (c) Tobias Urbanczyk (c) Sam Mpungu

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